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Lübeck Kritik nach Abriss von historischer Villa
Lokales Lübeck Kritik nach Abriss von historischer Villa
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10:01 03.05.2018
Die Stadt indes sieht es ganz anders: „Der Abbruch ist rechtens“, sagt Sprecherin Valessa Glisovic. Die Villa sei kein Denkmal – weder nach dem alten, noch nach dem neuen Denkmalschutzgesetz.  Quelle: Holger Kröger
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Die Villa an der Hansestraße 2 weicht einem Neubau. Dort soll ein Ärztehaus gebaut werden, daran angrenzend dann ein neues Hotel. Der Abriss der Villa sei „eine denkmalpflegerische Fehlleistung“, kritisiert Manfred Finke, Vorsitzender der BIRL. Die Villa hätte unter Schutz gestellt werden müssen. Sie sei das letzte Zeugnis der Vorstadt-Besiedelung in St. Lorenz. Denn erst ab 1864 durfte vor Lübecks Altstadt dauerhaft gewohnt werden. Die Villa sei das Zeugnis dieser Zeit, so Finke. „Das Gebäude besitzt einen besonderen Denkmalwert“, sagt Detlev Stolzenberg (Unabhängige). „Die Stadtspitze hat die Neubaupläne am Zob forciert“, ist er sich sicher. Der ehemalige Bürgermeister Bernd Saxe (SPD) trage die Verantwortung für den Abriss dieses Gebäudes. „Sein Nachfolger Jan Lindenau (SPD) schaut tatenlos zu.“

Die Stadt indes sieht es ganz anders: „Der Abbruch ist rechtens“, sagt Sprecherin Valessa Glisovic. Die Villa sei kein Denkmal – weder nach dem alten, noch nach dem neuen Denkmalschutzgesetz. Seit Ende Januar 2015 gilt ein neues Gesetz, daher haben die Denkmalpfleger das Gebäude zum zweiten Mal bewertet – und auch den Ensemble-Schutz geprüft. Doch es sei „kein Kulturdenkmal von besonderem Wert“. Daher habe die Stadt keine rechtliche Grundlage, einen Abriss zu untersagen. jvz