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Lübeck Für Absolventen: Wertvolle Kunst zum Abschied
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16:42 15.01.2020
Zehn Jahre Absolventenkunstwerk: Prof. Wolfgang Motz (l.) und Dr. Manuela Guth (Mitte) freuen sich im Uni-Präsidium zusammen mit den Künstlern Katharina Reinshagen, Thomas Kleemann und Falko Behrendt (r.). Quelle: Wolfgang Maxwitat
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Lübeck

Als Christopher Blochwitz vor mittlerweile vier Jahren seine Master-Urkunde in der Hochschulkirche St. Petri in Empfang nahm, bekam er auch eins, aus der Reihe „Kunstwerke für die Absolventinnen und Absolventen der Universität zu Lübeck“. „Es war die Lithographie von Armin Mueller-Stahl, die Thomas Mann zeigt. Und sie hat bei uns zu Hause einen Ehrenplatz erhalten“, betont er.

Mittlerweile promoviert der Jungforscher am Uni-Institut für Technische Informatik auf dem Campus, so dass er noch ergänzt: „Wenn ich demnächst meine Dissertation abgeschlossen habe, freue ich mich, ein weiteres Kunstwerk bei der erneuten Abschlussfeier in Petri ausgehändigt zu bekommen.“

Kunstprojekt soll fortgesetzt werden

Und die Zeichen dafür stehen gut. Einerseits weiß sich der Doktorand wissenschaftlich auf einem guten Weg; andererseits ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass dieses Kunstprojekt auch nach zehn Jahren fortgeführt wird. So sagt Prof. Wolfgang Motz von der Guth-Stiftung: „Wir möchten das weiter machen.“

Die Stiftung aus Hamburg finanziert die Aktion seit einer Dekade. „Wir waren von Anfang an von der Idee begeistert“, betont Gönnerin Dr. Manuela Guth. Seit über zehn Jahren arbeite man nun sehr gut mit der Medizinischen Sektion der Hochschule zusammen und möchte daher am Engagement in Lübeck festhalten.

Björn Engholm ist Vorsitzender der Alumni, Freunde und Förderer der Universität. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen

Das Projekt sei identitätsstiftend und ein deutlicher Gegenentwurf zu der formlosen Art, wie früher und anderswo oftmals das Verlassen einer Hochschule stattgefunden habe und weiterhin stattfinde; und entspreche dem engen Zusammenhalt, den in Lübeck Universität und Stadt haben.

„Ein solches Bildpräsent ist einmalig in der deutschen Hochschullandschaft“, fügt Ministerpräsident a. D. Björn Engholm hinzu. Er ist Vorsitzender der Alumni, Freunde und Förderer der Universität sowie Mitinitiator und Schirmherr des Absolventenkunstwerk-Projektes.

Als Erinnerung und „ästhetische Wegzehrung“

„Wir haben damit zweierlei Absichten verknüpft: Zum einen, dass die Empfängerinnen und Empfänger sich ‚bildhaft‘ an ihre Hochschule und die sie beherbergende Stadt Lübeck erinnern und beiden verbunden bleiben; zum anderen, dass die Arbeiten als ‚ästhetische Wegzehrung‘ anregen, eine Beziehung zu Künsten und Kultur als Basis von Fantasie und Kreativität lebenslang zu erhalten“, sagt er.

Prof. Jürgen Westermann hat damals das Projekt mitinitiiert. Quelle: Roeßler

Neben Engholm waren im Jahr 2009 noch Anatomie-Professor Jürgen Westermann, Studiengangsleiter Medizin, sowie Susanne Reinke, damalige Lehrkoordinatorin Medizin, Wegbereiter der Initiative. „Wichtig war uns auch die Absicht, den Blick der Absolventen einer sehr naturwissenschaftlich orientierten Universität zu weiten“, so Westermann.

„Wir wollen damit anregen, nicht nur ‚auf Noten‘ zu schauen, sondern sich auch mit dem ‚Anderen, Neuen, Unbekannten‘ auseinanderzusetzen“, führt er aus. Bei einer Evaluation habe er nur positive Rückmeldungen der Beschenkten erhalten.

Die Künstlerin und die Künstler der bisherigen Absolventenkunstwerke sind Falko Behrendt (Kunstwerk für Absolventen-Jahrgänge 2009 bis 2014), Armin Mueller-Stahl (Kunstwerk für Absolventen-Jahrgänge 2015 bis 2017), Katharina Reinshagen (Absolventen-Jahrgang 2018) und Thomas Kleemann (Absolventen-Jahrgang 2019).

Das sind die bisherigen Kunstwerke

Der Lübecker Künstler Falko Behrendt entwickelte zum Beispiel vier unterschiedliche Motive aus der Hansestadt für vier aufeinanderfolgende Absolventen-Jahrgänge. „Dabei ist jede Zeichnung auf einer Hochschulseite der Lübecker Nachrichten entstanden. Schließlich gehört das Zeichnen auf außergewöhnlichen Papieren zu meinen Spezialitäten“, erläuterte der Grafiker damals im LN-Interview. Uni-Präsidentin Prof. Gabriele Gillessen-Kaesbach freut sich jedenfalls sehr, dass dieses Kunst-Projekt fortleben soll.

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