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Lübeck LN-Aktion Weihnachtspost: Schon über 150 Briefe für Senioren
Lokales Lübeck

LN-Aktion Weihnachtspost in Lübeck: ePunkt sammelt Briefe für Senioren

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10:00 12.12.2020
Studentin Sara Weber (24) malt und bastelt Pop-up-Karten für Senioren in Pflegeeinrichtungen. In der Corona-Krise leiden viele alte Menschen besonders unter der Einsamkeit. Die LN-Aktion Weihnachtspost will den Senioren Freude schenken.
Studentin Sara Weber (24) malt und bastelt Pop-up-Karten für Senioren in Pflegeeinrichtungen. In der Corona-Krise leiden viele alte Menschen besonders unter der Einsamkeit. Die LN-Aktion Weihnachtspost will den Senioren Freude schenken. Quelle: Lutz Roeßler
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Lübeck

Die LN-Aktion Weihnachtspost ist mit großer Resonanz gestartet. Die Freiwilligenagentur ePunkt hat bereits über 150 Briefe und Postkarten erhalten, die nun an alte Menschen in Seniorenheimen und Pflegeeinrichtungen verteilt werden. Viele Lübecker basteln und schreiben in der Corona-Krise sogar wiederholt. So auch vier Studentinnen, die damit gleichzeitig Freude schenken und erfahren.

Basteln mit Herz. Vier Lübecker Studentinnen sind besonders fleißig. Quelle: Lutz Roessler

Freude verschicken: Weihnachtspost für Senioren

„Mir geht es darum, nicht bloß eine Karte zu kaufen und ,Frohe Weihnachten‘ drauf zu schreiben“, sagt Sara Weber (24), „ich nehme mir Zeit und mache etwas, worüber ich mich auch selber wirklich freuen würde.“ Die Studentin hat schon im Herbst aufwendige Pop-up-Karten gebastelt. Einige Stunden sitzt sie mir drei Kommilitoninnen nun auch für die Weihnachtspost zusammen.

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Für die Psychologie-Studentin ist das nicht das einzige Ehrenamt. Sie engagiert sich zusätzlich in einem Leseklub für Kinder und bei „Frühe Hilfen“ am Kinderschutz-Zentrum Lübeck. Beide Projekte hat sie über die Freiwilligenagentur ePunkt gefunden.

Festtagsbär mit Päckchen: Das ist eine der Pop-up-Karten für die Weihnachtspost. Quelle: Lutz Roeßler

Ehrenämter geben Kraft

„Ich werde oft gefragt, wie ich meine Ehrenämter zusätzlich zum Studium schaffe?“, sagt sie, „aber sie geben mir eher Kraft.“ Da sie viel Statistik und Mathematik lernen müsse, fehle ihr das Zwischenmenschliche manchmal, erklärt die junge Frau. „Und in diesem Sinne machen mir die Basteln-Treffen auch so viel Spaß“, ergänzt die 24-Jährige.

So funktioniert die LN-Aktion Weihnachtspost

Die Briefe sollten höchstens DIN-A-4-Format haben. Bitte keine Lebensmittel oder Plätzchen schicken. Die Post bitte bis 20. Dezember an: ePunkt, Hüxtertorallee 7, 23564 Lübeck, Stichwort „Weihnachtspost“. Der ePunkt leitet als Partner der LN die Post dann weiter. Lübecker Heime und Pflegeeinrichtungen, die Post bekommen möchten, können an info@epunkt-luebeck.de schreiben.

Kerstin Merk vom ePunkt zeigt sich berührt von der Vielzahl und der Gestaltung der rund 150 Briefe, die bereits eingegangen sind. „Ein Drittel ist mit einer kleinen Aufmerksamkeit bestückt“, erzählt sie, „und es gibt auch Briefe, die mit dem Hinweis ,Post für eine Dame‘ oder ,Post für einen Herren‘ versehen sind.“ Außerdem sei eine ganze Keksdose voller Umschläge persönlich abgegeben worden, so die Mitarbeiterin der Freiwilligenagentur.

Die Briefe sind Stimmungsaufheller

Auch die Rückmeldungen von den Seniorenheimen haben Kerstin Merk und Kolleginnen beglückt. „Die Einrichtungen sind gerade in dieser schwierigen Zeit richtig dankbar für die Aktion. Besonders jetzt zu Weihnachten unter Corona-Bedingungen sind solche Stimmungsaufheller sehr hilfreich“, betont Merk.

Studentin sucht passende Gedichte aus

In der Bastelgruppe bringt jede Studentin ihre eigenen Ideen mit. Während Sara Weber 3-D-Klappkarten gestaltet, mag Sarah Pieper Poesie. „Ich habe in meiner Schulzeit an der Waldorfschule einige Gedichte auswendig gelernt, die ich sehr schön und auch passend für ältere Menschen finde“, erklärt die 22-Jährige.

Beim Basteln können sie die Ruhe genießen

Grundsätzlich gefalle ihr an der Aktion, dass man „mit geringem Aufwand große Freude bereiten kann“, sagt sie und weiter: „Ich finde es wichtig, dass man sich als junger Mensch in die Älteren hineinversetzt und sich überlegt, wie es den Senioren geht: So allein in der Corona-Zeit, gerade im Advent.“ Außerdem genießt die Lübeckerin die Ruhe und Gemütlichkeit beim Basteln und Schreiben.

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Sie möchten den älteren Menschen Mut machen

Anna Frieda Neuwerk (21) hat sich für selbst gestaltete Grußkarten entschieden, die sie mit einem Text versieht. „Es ist gar nicht so einfach“, sagt sie, „einem Menschen etwas möglichst Persönliches zu schreiben, den man gar nicht kennt.“ Ihre Wahl: Texte über Achtsamkeit. „Damit möchte ich den älteren Leuten in schwierigen Zeiten Mut machen“, sagt die junge Frau, die es auch für sich selbst wichtig findet, „die kleinen Dinge im Alltag genießen zu können“.

Clara Scheffel (20) erzählt in ihrer Post etwas von sich. „Ich schreibe, wer ich bin, was ich studiere und solche Sachen“, sagt die junge Frau, „und dann suche ich natürlich noch ein paar Zeilen aus, die den Senioren ein schönes Weihnachtsgefühl vermitteln.“

Seit dem Frühjahr wurden schon über 600 Grüße verteilt

Die Lübecker Nachrichten haben den Aufruf für die „Frühlingspost“ Anfang April gestartet, nachdem das strikte Besuchsverbot für Senioren- und Pflegeeinrichtungen in der Corona-Pandemie bekanntgegeben worden war. Über 600 Briefe wurden verteilt. Der Aufruf für die Weihnachtspost läuft nun seit Anfang Dezember. Der ePunkt weist darauf hin, dass die Grüße bis 20. Dezember gesammelt werden. „Natürlich verteilen wir sie auch darüber hinaus, aber der Großteil sollte bis dahin in unserem Briefkasten liegen, damit wir sie noch vor dem Fest verteilen können“, betont Kerstin Merk.

Von Cosima Künzel