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Lübeck Brennende Autos in Lübeck: Angeklagter verweigert Aussage
Lokales Lübeck Brennende Autos in Lübeck: Angeklagter verweigert Aussage
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19:05 16.01.2020
Großeinsatz der Feuerwehr an der MuK in der Nacht auf den 15. Juli 2019. Zwölf Autos brannten. Neun von ihnen soll ein Brandstifter angesteckt haben. Quelle: Holger Kröger
Lübeck

Der Angeklagte gibt nur das zu, was ohnehin nicht zu leugnen ist. Das ist in Strafprozessen üblich. Das kann sich bewähren oder nach hinten losgehen, je nach Beweislage. Jan-Peter W. (31, Name geändert) hat am Donnerstag vor dem Landgericht zugegeben, am frühen Morgen des 15. Juli einen Papiercontainer am Klughafen angezündet zu haben. In der Nacht waren in Lübeck neun Autos in Brand gesteckt worden, acht davon auf der Wallhalbinsel nahe der MuK. Weitere Autos wurden teils schwer in Mitleidenschaft gezogen. Dazu verweigerte W. am Donnerstag die Aussage. Bei der Polizei hatte er jede Beteiligung abgestritten. Der Sachschaden beträgt laut Anklage um die 200 000 Euro.

700 Gramm Amphetamin „für den eigenen Gebrauch“

Außerdem gestand W. ein, dass die erstaunliche Menge an Drogen, die in seiner Tasche und in seiner Wohnung gefunden wurden, ihm gehörten. Darunter waren mehr als 700 Gramm Amphetamine, dazu eine Ausrüstung zu deren Herstellung. Die Anklage wirft ihm vor, damit gehandelt zu haben. Er behauptet aber steif und fest, alles sei für den eigenen Gebrauch bestimmt gewesen.

Angeklagter wirkte auf Polizisten arrogant

So weit, so gewöhnlich. Ungewöhnlich ist das Gebaren und vor allem die Sprache des Angeklagten. Als der Vorsitzende Richter Kai Schröder ihn nach Beweggründen fragt, sagt Jan-Peter W.: „Es fällt mir generell etwas schwierig, so intrinsische (von innen her kommende, Anm. d. Red.) Vorgänge explizit zu beschreiben.“ W. hat ein Psychologiestudium nach sieben Semestern abgebrochen. Bei ihm selbst wurde nach seinen Angaben eine Art von Autismus diagnostiziert. Offenkundig hält er sich selbst für den besten Experten zu seiner eigenen Beurteilung.

In der polizeilichen Vernehmung dozierte er: „Meine kognitiven Ausgleichsmechanismen sind hochfunktional.“ Die Drogen habe er zur „dysfunktionalen Selbstmedikation“ verwendet. Einer der Polizisten, die ihn vernahmen, berichtet im Zeugenstand: „Ich habe sein Verhalten als arrogant empfunden“, ein anderer erinnert sich „an eine gewisse Überheblichkeit, die für mich fast an Arroganz grenzte“.

Belastendes Video aus dem Linienbus

Besonders schwer belasten den Angeklagten Videoaufzeichnungen des Stadtverkehrs: Entgegen seinen ersten Angaben war W. gegen 23.45 Uhr in Eichholz in einen Bus eingestiegen – kurz nachdem dort in der Nähe seines Wohnhauses das erste Auto gebrannt hatte. Er stieg am Holstentorplatz aus – kurz darauf brannten die Autos an der MuK. W. behauptete bei der Polizei, er habe währenddessen an der Puppenbrücke ein Bier getrunken. Von dem Blaulicht und den Sirenen habe er nichts mitbekommen.

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