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Lübeck Landtag erinnert an den Lübecker Brandanschlag von 1994
Lokales Lübeck Landtag erinnert an den Lübecker Brandanschlag von 1994
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17:12 27.01.2019
Die Jüdische Synagoge Lübeck liegt in der Lübecker Altstadt, St.-Annen-Straße 13, im Januar 2018.
Die Jüdische Synagoge Lübeck liegt in der Lübecker Altstadt, St.-Annen-Straße 13, im Januar 2018. Quelle: Lutz Roeßler
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Lübeck

Landtagspräsident Klaus Schlie (CDU) mahnte, aktuellen antisemitischen Tendenzen entschieden entgegenzutreten. „Es reicht nicht, kein Antisemit oder Rassist zu sein“, sagte Schlie am Sonntag vor rund 100 Gästen in der Lübecker Kunsthalle St. Annen, die sich neben der Synagoge befindet. Der Brandanschlag in der Nacht auf den 25. März 1994 war der erste auf eine Synagoge in Deutschland seit der Pogromnacht 1938.

Die große Empörung und die Solidarität der Lübecker mit der jüdischen Gemeinde nach dem Anschlag hätten ihm damals gezeigt, dass es kein Fehler gewesen sei, nach Deutschland zu ziehen, sagte Alexander Olschanski, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Lübeck. „Trotz mancher Schwierigkeiten ist Deutschland für die meisten von uns ein zweites Zuhause und für unsere Kinder und Enkelkinder eine echte Heimat geworden.“ Die derzeit laufende Sanierung der Synagoge sei die beste Bestätigung für eine freie Religionsausübung.

Brandanschlag auf die Lübecker Synagoge, März 1994. Quelle: LN-Archiv

Jüdisches Leben hat wieder festen Platz in der Gesellschaft

In dem Staatsvertrag, den Schleswig-Holstein mit den jüdischen Verbänden Ende 2018 unterzeichnet hat, sieht Schlie eine positive Entwicklung. Das jüdische Gemeindeleben habe heute wieder einen festen Platz in der deutschen Gesellschaft. Auch die Entscheidung 2013, die Synagoge zu sanieren, stimme ihn froh. „Damit kann ein weiteres Kapitel jüdischen Lebens in der Hansestadt aufgeschlagen werden.“

Gemeinsam sprachen Landesrabbiner Dov-Levy Barsilay, Lübecks Gemeinderabbiner Nathan Grinberg und die evangelische Bischöfin Kirsten Fehrs ein Gebet. Den musikalischen Rahmen gestalteten ein Cello-Duo der Musikhochschule Lübeck, der Chor der Jüdischen Gemeinde, der Internationale Chor und die Lübecker Knabenkantorei St. Marien.

Bereits vorher am Tag fand eine Gedenkveranstaltung für die Opfer des Holocausts statt

RND/epd