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Lübeck Liebesbrücke bleibt Liebesbrücke
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11:36 12.06.2013
Eine Brücke der Liebe: Dicht an dicht reihen sich die Liebesschlösser aneinander. Sie haben der Obertraven-Querung vor zwei Jahren einen neuen Namen verpasst. Quelle: Fotos: Maxwitat
Lübeck

Gibt es zu viele Schlösser oder zu wenig Schlösser an der Liebesbrücke? Diese Frage wird heiß diskutiert. Denn Architekt Klaus Petersen macht sich Sorgen um sein Bauwerk, an dem Paare ihre Liebe mit einem Schloss verewigen. Er fürchtet um ihr Erscheinungsbild (die LN berichteten). 3000 Leute, die bei der Online-Umfrage der Lübecker Nachrichten abgestimmt haben, sind gespalten. 52 Prozent sagen, die Brücke werde durch die Schlösser verschandelt. 44 Prozent finden sie mit Liebesschlössern romantischer. Die Lübecker Bauverwaltung hat sich indes bereits entschieden: Sie will keinen weiteren Platz für Liebesschlösser an dem Brückengeländer schaffen.

Zum Unverständnis der Facebook-Gemeinde der Lübecker Nachrichten. Die ist sich einig: „Mehr Schlösser bitte!“ So lautet die Forderung von Leserin Elina Klein. „Ist doch 'ne schöne Sache“, findet auch Michael Duske. Brigitte Levermann ist sich sicher: „Die Liebesschlösser sind ein Touristenmagnet.“ Patrick Ertelt stimmt zu. Die Liebesbrücke habe sich „mittlerweile in eine Touristenattraktion“ verwandelt.

Zustimmung von LN-Leser Detlef Hellwig: „Sie ist eine Lübecker Attraktion.“

Damit haben sie allesamt Recht: So hat Kirk Dake aus Essen im letzten Jahr seine Liebe an der Brücke verewigt. „Im Urlaub haben wir unser Schloss an die Brücke gehängt.“ Dieses Jahr wollen er und sein Schatz Lübeck besuchen, um danach zu schauen. „Für uns ein Grund, wieder nach Lübeck zu kommen.“ Auch aus Süddeutschland kommt Beistand für die Liebesbrücke. Mirjam Peeck aus Göppingen hat ihren Mann in Lübeck kennen gelernt. „Wir haben uns für unseren nächsten Urlaub im schönen Lübeck extra ein Schloss anfertigen lassen, um es dort anzubringen — dort, wo alles einmal seinen Anfang genommen hat.“ Für sie ist klar: „Wenn die Schlösser weg müssen, fände ich das ein Armutszeugnis für die Stadt.“ Das würde Lübeck „um jede Menge Liebe und Menschenherzen ärmer“ machen, sagt Peeck. Auch Ertelt macht klar: „Die Liebesbrücke muss weiter erhalten bleiben — mit mehr Ketten; mit mehr Liebe.“ Für SPD-Mann Ingo Schaffenberg sind die Schlösser einfach eine Bezeugung der Liebe. „So wie früher, als Bäume eingeritzt wurden.“

Und die Stadt lässt sich erweichen. „Wir werden nach zwei Jahren Liebesbrücke die Liebenden nicht vertreiben“, verspricht Stadtsprecher Marc Langentepe. Sollte es aus Platzmangel eng auf der Liebesbrücke werden, „werden wir eine Lösung finden“, so Langentepe. Die Bauverwaltung will zwar keine weiteren Felder zwischen den Gitterstäben mit Ketten bestücken, an denen die Liebespaare ihre Schlösser anbringen können. Derzeit ist noch für 100 bis 200 Schlösser Platz. Doch Langentepe kann man sich vorstellen, dass in der Nähe ein Zaun aufgestellt wird oder das Ganze touristisch etwas ausgeweitet wird.

Benjamin Kirchheim hat schon eine Idee wie — eine nicht ganz ernst gemeinte — Lösung aussehen könnte: Er plädiert dafür; eine Datumsgravur auf den Liebesschlössern verbindlich vorzuschreiben.

Kirchheim: „Sie werden nach Ende der durchschnittlichen Beziehungsdauer abgenommen, um Platz für neue zu schaffen.“  jvz

„„Wir werden nach zwei Jahren die Liebenden nicht vertreiben.“
Stadtsprecher
Marc Langentepe

LN