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Lübeck Linken-Kreisrat stellt Strafanzeige gegen Stöcker
Lokales Lübeck Linken-Kreisrat stellt Strafanzeige gegen Stöcker
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17:49 22.12.2014
Winfried Stöcker.
Winfried Stöcker. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen
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Lübeck/Görlitz

Der Lübecker Medizinprofessor und Unternehmer Stöcker hatte in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview in der „Sächsischen Zeitung“ unter anderem von „reisefreudigen Afrikanern“ gesprochen, die „ungebeten über das Mittelmeer zu uns gelangen“ und hier das Asylrecht missbrauchten. Er beschäftige zwar auch selbst Ausländer, darunter viele Türken, würde diese jedoch „am liebsten zurück in ihre Heimat schicken“. Ausländer hätten „kein Recht, sich in Deutschland festzusetzen“.

Zuvor hatte Stöcker auch ein Benefizkonzert für Flüchtlinge in einem Kaufhausgebäude nahe der Görlitzer Frauenkirche verboten. Das Konzert fand nun am Sonnabend auf dem Christkindelmarkt statt. Zugleich demonstrierten mehrere hundert Menschen am Sonnabend in Görlitz gegen Rassismus und Rechtsextremismus. Stöcker betreibt das Medizin-Unternehmen Euroimmun mit internationalen Zweigstellen und ist Eigentümer des leerstehenden Görlitzer Jugendstilkaufhauses.

Scheidemantel teilte am Montag auf seiner Facebook-Seite mit, Stöckers Äußerungen seien eine „Grenzüberschreitung“, die nicht mit dem Grundgesetz vereinbar sei. Öffentlich diskriminierende Äußerungen über Minderheiten wie die türkische Minderheit in Deutschland oder allgemein über Menschen dunkler Hautfarbe seien nicht vereinbar mit dem Grundgesetz. Zudem sehe er die religiösen Gefühle von Christen öffentlich herabgewürdigt. Stöcker hatte Weihnachten als „Firlefanz“ bezeichnet und als „Märchen ohne jeden historischen Hintergrund“. Scheidemantel ist Mitglied im Bautzener Kreistag.

epd ost kr/lnh mg