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Lübeck Wunderding 3D-Drucker: Schüler fertigen einen Roboter
Lokales Lübeck Wunderding 3D-Drucker: Schüler fertigen einen Roboter
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18:18 20.06.2019
Constantin Lescow (17, links) und Aaron Fischer (12) stehen im Technikzentrum Lübeck am 3D-Drucker und schauen sich eine kleine gelbe Figur an, die der 17-Jährige kreiert hat. Quelle: Cosima Künzel
St. Jürgen

Fast geräuschlos bewegt sich der Druckkopf des 3D-Druckers über den Kunststoff. Schicht für Schicht entsteht so ein Kettenrad. Es ist Teil eines Roboters, der aussieht wie ein ferngesteuertes Spielzeugauto. Schüler des Katharineums haben im Technikzentrum Lübeck (TZL) gelernt, wie man ein solches Objekt fertigt. Es war der erste 3D-Druck-Workshop für Lübecker Schüler im TZL. Möglich gemacht hat diesen die Michael-Haukohl-Stiftung.

Workshop dauert drei Tage

„Ich finde es unglaublich, wie man mit einem 3D-Drucker etwas Virtuelles in die Realität umsetzen kann“, sagt Aaron (12) mit Blick auf Räder, Motorhalterung und andere Teile, die er im Team entwickelt hat. Jetzt müssen sie die Elemente nur zusammensetzen, dann ist der Roboter komplett. Projektmanager Philip Kiefer und Kursleiter Bjarne Andersen haben den zwölf Schülern des 7. bis 12. Jahrgangs innerhalb von drei Tagen vermittelt, wie am Rechner ein technisches Teil konstruiert und am 3D-Drucker gefertigt wird.

Michael Haukohl, Projektmanager Philip Kiefer, Kursleiter Bjarne Andersen und Franz Poetsch-Heffter, stellvertretender Schulleiter Katharineum (von links), schauen sich die Roboter-Fahrzeuge der Schüler an. Quelle: Cosima Künzel

„Die Drucker funktionieren etwa wie eine ,computergesteuerte Heißklebepistole’“, sagt Kiefer mit Blick auf die dreidimensionalen Objekte, die im Drucker wie von Zauberhand in die Höhe wachsen. Weil das Auftragen der dünnen Schichten lange dauert, laufen die Geräte auch nachts, erklärt Andersen im sogenannten „Coworking Space“. Auf etwa 60 Quadratmetern sind dort mehrere Arbeitsplätze für TZL-Mitglieder, Tüftler, Start-ups, Studierende und nun auch für Lübecker Schüler eingerichtet.

Neue Angebote für die Fachkräfte von morgen schaffen

„Angesichts der Geschwindigkeit des technischen Fortschritts und der Digitalisierung wird eine qualitative Ausbildung in den Fächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik immer wichtiger“, sagt TZL-Geschäftsführer Dr. Frank Schröder-Oeynhausen. Um die Fachkräfte von morgen für technische Berufe und Studiengänge zu begeistern, müssten neue Angebote geschaffen werden, betont er. Eine Möglichkeit, Schüler auf die Arbeitswelt der Zukunft vorzubereiten, seien 3D-Druck-Workshops. „Denn gerade der 3D-Druck steht kurz davor das produzierende Gewerbe, das Handwerk und die Industrie tiefgreifend zu verändern“, so Schröder-Oeynhausen.

Luise Pohlmann (17) und Jan Erik Voigt (18) sind ein Team. Sie programmieren am Rechner die Bewegungen ihres Roboter. Quelle: Cosima Künzel

Die zwölf Katharineums-Schüler arbeiten während des Workshops in Zweier-Gruppen. Am Ende werden sie nicht nur sechs Roboter gefertigt haben. „Sie kennen sich mit der Materie jetzt auch richtig gut aus und können ihr Wissen an andere Schüler weitergeben“, sagt Frank Poetzsch-Heffter, stellvertretender Schulleiter. Im Katharineum werde bereits mit der gleichen „Programmier-Umgebung“ wie im Workshop gearbeitet. Das könne nun weiterentwickelt werden, so der Stellvertreter. Auch über die Anschaffung eines 3D-Druckers werde nachgedacht, sagt er.

Haukohl-Stiftung hat es möglich gemacht

Ermöglicht hat den Workshop (Kosten 2700 Euro) zum Großteil die Michael-Haukohl-Stiftung. Stiftungsgründer Michael Haukohl zeigt sich beeindruckt vom Verlauf. „Es ist toll, mit welcher Begeisterung die Schüler verschiedener Jahrgänge hier zusammenarbeiten.“ Das gefällt auch Aaron, der schon ganz genau weiß, was er werden will. „Quantenphysiker“, sagt er und lächelt.

Cosima Künzel

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