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Lübeck Mord im Wahn: 79-Jähriger muss in geschlossene Anstalt
Lokales Lübeck Mord im Wahn: 79-Jähriger muss in geschlossene Anstalt
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07:47 17.08.2019
Am Freitag fiel am Landgericht das Urteil gegen den Schizophrenie-Kranken. Quelle: Friederike Grabitz
Lübeck

Er sagte, er könne sich nicht erinnern, was in der Nacht vom 8. auf den 9. Januar in seiner Wohnung in Lübeck geschehen sei. Klar ist: Am Ende dieser Nacht war seine Ehefrau tot, und da „nur wir beide im Raum waren, war ich es wohl“, hatte der Dolmetscher die Aussage des 79-jährigen Ukrainers übersetzt. Dieser soll seine fünf Jahre jüngere Ehefrau erstickt haben. Nach zwei Verhandlungstagen, 13 Zeugen und zwei Sachverständigen verkündete der Vorsitzende Richter Christian Singelmann am Freitag in Saal 315 des Landgerichts den Beschluss: die Unterbringung in einer forensischen geschlossenen Anstalt.

Wahnhafter Zustand während der Tat

Der Beschuldigte befand sich nach Auffassung des Gerichts zum Zeitpunkt der Tat in einem wahnhaften Zustand und war deshalb nicht schuldfähig. Laut einem Gutachten leidet er unter einer organischen wahnhaften Schizophrenie. Der Beschuldigte muss in ein tiefes Psychodrama verstrickt gewesen sein, in dem er um Kontrolle rang – die Kontrolle über seine Frau, die ihm aber längst entglitten war. Zeugen hatten ausgesagt, dass sie mehrere Liebhaber gehabt habe.

Keine Einsicht

Zu einer forensischen Unterbringung gebe es keine Alternative, führte der Richter aus. Erstens bestehe keine Einsicht: „Er ist nicht bereit, seine Medikamente zu nehmen und sich behandeln zu lassen.“ Seit 2007 soll der Mann Gewalt gegen seine Frau ausgeübt haben. Die Diagnose „Eifersuchtswahn“ hatte er schon in seiner ukrainischen Heimat erhalten. Als die Familie von dort 2017 nach Deutschland siedelte, brach er eine bereits begonnene Behandlung ab.

Tochter ist gefährdet

Zweitens seien auch andere Menschen gefährdet. „In seinem subjektiven Erfinden ist nicht er es, der Schuld hat am Tod seiner Frau“, sagte der Richter, „sondern die Ehefrau hat Schuld. Schuld hat der, der die Tür aufgemacht hat.“ Deshalb sei beispielsweise die gemeinsame Tochter gefährdet, denn sie hatte der Mutter helfen wollen, ihren Mann zu verlassen.

Von Friederike Grabitz

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