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Lübeck A320-Rumpf am Lübecker Seelandkai verladen
Lokales Lübeck A320-Rumpf am Lübecker Seelandkai verladen
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13:29 20.12.2018
Der Flugzeugrumpf wird transportiert. Quelle: Holger Kröger
Kücknitz

Eine Fracht der etwas anderen Art: Der Rumpf eines Airbus A320, der aus der Nähe der estländischen Hauptstadt Tallin stammt, wurde am Mittwochmorgen am Lübecker Seelandkai verladen. Auf einen Schwertransporter gespannt, verließ der Koloss gegen 8 Uhr den Laderaum der „Bore Sea“, ein Frachtschiff der Transfenica. Langsam, fast schon gemächlich, rollte der Koloss bei Sonnenaufgang auf einen Parkplatz des Hafengeländes in Kücknitz. Ein Zwischenstopp, bevor der A320 am Abend seine Reise gen Süddeutschland antrat.

Der Rumpf der A320 dient künftig als Trainingsobjekt

Seit 2014 ist Eric Vermeulen, Eigentümer der niederländischen Firma Xtrapartners, auf der Suche nach einem solchen Objekt. Im Auftrag der Bundeswehr suche er nach einem Trainingsobjekt, in dem Einsätze für den Ernstfall geprobt werden könnten, sagt er. Der A320 war für ihn deswegen ein Glücksfall. Flugschüler einer estländischen Fluggesellschaft hatten mit dem Flugzeug bei einem Schulungsflug Anfang des Jahres eine sogenannte Hartlandung hingelegt.

Dabei sind sie aus drei Metern Höhe, wie ein Stein auf die Landebahn geprallt. „Dabei wurde das Flugzeug dermaßen beschädigt, dass es für den regulären Flugbetrieb nicht mehr eingesetzt werden darf“, erzählt Vermeulen. Den Rumpf der Maschine konnte er deshalb vergleichsweise günstig erwerben.

Ein Blick ins Innere: Bis auf den Rumpf wurden alle Teile weiterverkauft. Quelle: Felix König

Denn als Trainingsobjekt sei der Rumpf des Flugzeugs noch ideal. Triebwerke, Fahrwerk, Tragflächen: Alles was für die Trainingszwecke überflüssig ist, wurde abmontiert und weiterverkauft. Noch im Lübecker Hafen hingen zahlreiche Kabel aus dem Inneren des Flugzeugs. Auch der Geruch von Kerosin hing noch in der Luft.

Der Rumpf, in dem der Passagierbereich sowie das Cockpit vollständig erhalten sind, wurde in Tallin auf den Schwertransporter geladen und anschließend mit der Fähre nach Lübeck geschickt. Von hier ging es über die Autobahn gen Süden.

Die Höhe des Rumpfs führt zu Problemen auf der Straße

Die Fahrt über die Straßen sei eine Herausforderung, sagt Vermeulen, der zum ersten Mal ein solches Projekt organisiert. „Schon im Voraus hatten Vertreter des Spediteurs und der Lübecker Hafengesellschaft (LHG) gemeinsam die Fläche erkundet und den besten Ausfahrtweg definiert“, sagt Natascha Blumenthal, Sprecherin der Lübecker Hafen-Gesellschaft (LHG). Das Problem auf der Straße sieht Vermeulen in der Höhe der schweren Last.

Klicken Sie hier, um weitere Bilder zu sehen, wie der Rumpf des Flugzeugs im Lübecker Hafen verladen wird.

„Die Höhe der Brücken auf den Autobahnen könnte problematisch werden“, sagt er. Dort wo es darüber hinaus nicht passt, müssten Lichter abmontiert, Ampeln versetzt oder Markierungen von Baustellen umgestellt werden. „Wo das möglich ist, entscheidet am Ende darüber, welche Route wir nehmen können“, sagt Vermeulen.

Um 22 Uhr ging die Reise weiter. Zu dieser Zeit ließ der Verkehr die Fahrt mit einem solch gewaltigen Gefährt zu. Das erste Hindernis war gleich die Ausfahrt vom Gelände. Der beste Ausfahrtsweg: die Feuerwehrzufahrt am nordwestliche Ausgang. Um eine enge Kurve musste sich der Rumpf um neunzig Grad drehen, während die 630 PS-Maschine des Schwerladers einen leichten Hügel hinauf fuhr. Insgesamt sind drei Nachtfahrten eingeplant, um den A320 zum Kunden zu bringen.

Fabian Boerger

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