Lübeck: Aktion Weihnachtspost bringt 1000 Briefe für Senioren
Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lübeck Aktion Weihnachtspost: Über 1000 liebevolle Grüße für Senioren
Lokales Lübeck

Lübeck: Aktion Weihnachtspost bringt 1000 Briefe für Senioren

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:00 25.12.2020
Agnete Stöcker (74) hält eine Karte aus der Aktion Weihnachtspost in den Händen, die die junge LN-Leserin Tanja geschrieben hat. In der städtischen Senioreneinrichtung Am Behnckenhof können sich über 100 alte Menschen über Grüße und Bastelarbeiten von großen und kleinen Lübeckern freuen. Insgesamt hat die Freiwilligenagentur ePunkt als Aktionspartner der Lübecker Nachrichten in der Hansestadt über 1000 Grüße verteilt. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen
Anzeige
Lübeck

Über 1000 Briefe, Karten und Bastelarbeiten haben die LN-Leser für alte Menschen in Senioreneinrichtungen gestaltet. Das ist nicht nur die überwältigende Bilanz der Aktion Weihnachtspost, sondern auch ein tröstliches Zeichen des Mitgefühls, der Menschlichkeit und der gelebten Nächstenliebe in Zeiten der Corona-Pandemie.

ePunkt sammelt und verteilt die Weihnachtspost

„Es ist rührend, wie zahlreich und liebevoll sich die Lübecker an dieser Aktion beteiligt haben“, sagt Kerstin Merk. Die Mitarbeiterin der Freiwilligenagentur ePunkt hat mit Mitstreiterin Parva Soudikani und dem gemeinsamen Team rund vier Wochen lang die Weihnachtspost gesammelt, gesichtet, sortiert und ausgeliefert. Nun bringen sie die Grüße in die Seniorenheime und Pflegeeinrichtungen in der Hansestadt.

Anzeige
Parva Soudikani (links) und Kerstin Merk von der Freiwilligenagentur ePunkt zeigen die Weihnachtspost, die sie in die Senioreneinrichtung Am Behnckenhof gebracht haben. Einrichtungsleiter Christian Markus dankt den LN-Lesern für die geschriebenen und gebastelten Grüße. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen

Die städtische Senioreneinrichtung Am Behnckenhof hat von den exakt 1013 Grüßen 115 bekommen. Diese werden von Mitarbeitern der sozialen Betreuung nun am ersten Weihnachtstag im Haus verteilt. Wer nicht mehr gut lesen kann, dem lesen sie vor.

Corona: Die Weihnachtspost ist ein Trost

Agnete Stöcker (74) hat bereits eine pinkfarbene Karte mit Tannenbaum-Aufdruck erhalten. Briefschreiberin Tanja wünscht der Bewohnern: „Mögen noch viele Wünsche bei Ihnen in Erfüllung gehen. Der Herr sei mit Ihnen. Sie sind nicht allein!“ Die Schrift lässt vermuten, dass es sich um ein junges Mädchen handelt. Als die ältere Dame den Text liest, ist sie bewegt. „Ich habe selbst keine Kinder und Enkelkinder“, sagt sie leise, „da freue ich mich natürlich ganz besonders über so einen Weihnachtsgruß.“

Der älteren Dame fehlen die Begegnungen im Viertel

Das Fest wird die 74-Jährige in ihrer Kohorte in der Einrichtung verbringen. Gefeiert wird mit Festessen, TV-Gottesdiensten, Vorlesen und mehr. Geschenke bekommt sie von der Einrichtung und von ihren Freundinnen. Theoretisch könnte Agnete Stöcker auch das Haus verlassen. Aber das macht sie angesichts der Corona-Lage „lieber nicht“. „Ich muss sagen, das fehlt mir sehr“, verrät sie traurig, „ich bin immer so gern spazieren gegangen und habe mit vielen Leuten im Viertel geplaudert. Dieser Klönschnack, den vermisse ich.“

Der LN-Newsletter aus der Hansestadt Lübeck

Alles, was Lübeck voranbringt: Sie bekommen diesen Newsletter jeden Montag gegen 18 Uhr kostenlos in Ihr Postfach. 

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Einrichtungsleiter Christian Markus (39) weiß, wie sehr sich auch die anderen die Menschen in der Einrichtung über die weihnachtlichen Briefe, Basteleien und Karten freuen. „Wir hatten uns schon zu Ostern an der Aktion beteiligt“, erzählt er. „Danach haben sich viele Bewohner nochmal ausdrücklich bedankt.“

Die LN-Leser haben liebevoll gemalt und geschrieben. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen

Laut Markus hat ein handgeschriebener Gruß für die Senioren einen besonderen Stellenwert. „Wir haben ja hier die Generation, die sich noch Briefe geschrieben hat“, sagt er. Die Weihnachtspost sei den älteren Menschen daher vertraut, wecke schöne Erinnerungen und biete Trost in dieser schwierigen Zeit der Corona-Pandemie.

Die Briefe werden im Zimmer aufgehängt

Elektronische Post oder Videobotschaften von der Familie seien für die Bewohner aktuell zwar auch sehr wichtig. „Aber einen Brief oder eine Karte können sie anfassen und sich in ihrem Zimmer an die Wand hängen“, sagt er, „das ist nicht nur Weihnachtspost, das ist für viele wie ein richtiges Geschenk.“

Auch viele Schulen haben teilgenommen

Die Mitarbeiterinnen vom ePunkt wissen, dass die LN-Aktion nicht nur Freude schenkt, sondern ebenso erleben lässt. „Wir haben viele Anrufe von Menschen bekommen, die stundenlang geschrieben, ausgeschnitten oder gemalt haben und uns mit Begeisterung davon erzählen“, sagt Parva Soudikani. Außerdem hätten sich viele Schulen beteiligt, die Stadtparkschule sogar mehrfach, erzählt sie.

Christian Markus ist den Briefschreibern sehr dankbar. „Die Weihnachtspost gibt den Bewohnern tatsächlich das Gefühl, dass Sie nicht allein sind“, betont der Einrichtungsleiter, „und sie spüren, dass die Menschen in Lübeck sie nicht vergessen haben. Das ist die wichtige Botschaft in diesem Tagen.“

Von Cosima Künzel