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Lübeck So reagieren die Besitzer der abgebrannten Autos in Lübeck
Lokales Lübeck So reagieren die Besitzer der abgebrannten Autos in Lübeck
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09:51 16.07.2019
Der Morgen danach: Rund um die MuK in Lübeck haben zwölf Autos gebrannt. Quelle: Holger Kröger
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Lübeck

Mehrere Autos sind in der Nacht zu Montag in Lübeck in Brand gesteckt worden. Insgesamt wurden 13 Wagen beschädigt – für die betroffenen Besitzer ein großer Schreck. Nachdem sie am Morgen nach den Bränden zu den Parkplätzen an der MuK kamen, wurden sie streckenweise kalt erwischt. So zum Beispiel das Ehepaar Karla und Jürgen Hinsch aus Garbsen bei Hannover. Das Wochenende hatten sie Sonnabend beim musikalischen Picknick am Stocksee verbracht und haben am Sonntagabend das Konzert von Nigel Kennedy in der Musik- und Kongresshalle besucht.

Sie hatten das kulturelle Wochenende in Lübeck von ihren Kindern geschenkt bekommen. „Es war wunderschön“, erzählt Karla Hinsch mit einem Lächeln im Gesicht. Um so tiefer sitzt der Schock beim Anblick ihres vollständig ausgebrannten VW Touran, den sie vor nicht einmal einer halben Stunde auf dem Parkplatz entdeckt hatten.

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Kopfschütteln und Unverständnis

„Wir haben schon an der MuK die ersten ausgebrannten Fahrzeuge gesehen. Passanten erzählten uns dann, dass da hinten noch viel mehr stehen würden. Da hat uns gleich ein komisches Gefühl ereilt, hoffentlich sind wir nicht dabei. Aber das war nun ein Volltreffer. Leider!“, ergänzt Jürgen Hinsch.

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Ein paar Kleidungsstücke, zwei schöne Regenschirme und die gesamten Unterlagen des Fahrzeuges sind den Flammen zum Opfer gefallen, erzählen die beiden. Vollkommen ungläubig schüttelt Karla Hinsch ihren Kopf. Sie kann gar nicht verstehen, dass irgendjemand so etwas macht. Ihr Ehemann sinniert weiter über die Auswahl der angezündeten Fahrzeuge: „Vielleicht ist es Neid oder Hass, die zu dem Anschlag geführt haben. Irgendwie sind ja schließlich alle Fahrzeuge in einer etwas höheren Klasse angesiedelt.“

Betroffene sind fassungslos

Nicht viel besser ergeht es Vladimir Kostelev. Der in Wien lebende gebürtige Russe kam pünktlich um 10 Uhr zu seinem Fahrzeug. Eigentlich wollte er nur die Parkuhr füttern, da das Parken ab diesem Zeitpunkt kostenpflichtig ist. Der Schock ist ihm deutlich anzumerken. Sein Mietwagen stand schräg hinter dem VW Touran der Eheleute Hinsch.

Erst am Sonntag hätten sie ihm, ganz in der Nähe, die Seitenscheibe eingeschlagen. „Da hatte ich das Fahrzeug einfach an der Straße abgestellt. Das war ein Fehler!“, bemerkt er. Dass nun der Wagen auch noch angezündet wurde, versteht er beim besten Willen nicht. Lübeck sei eine so schöne Stadt, beteuert er immer wieder kopfschüttelnd. „Unbegreiflich, dass Leute das an einem so schönen Ort machen. Das ist mir noch nie passiert – nicht in Deutschland, nicht in Russland.“

Glücklich ist er nur über den Umstand, dass seine Mietwagenfirma ihm umgehend Ersatz in Aussicht gestellt hat. Der Stadt wird der Lübeck-Fan trotz der beiden Negativerlebnisse wohlgesonnen bleiben. „Selbst bei diesem Wetter kann man Lübeck genießen“, sagt er versöhnlich.

Auto von schwedischer Familie zerstört

Großeinsatz der Feuerwehren in der Nacht zu Montag: Rund um die MuK in Lübeck haben zwölf Autos gebrannt. Offenbar wurden sie von einem Brandstifter angezündet.

Auch eine schwedische Familie steht mit vier Personen und gepackten Koffern vor ihrem zerstörten Fahrzeug. Ihr erster Urlaubstag sei dies und eigentlich wollten sie jetzt weiter nach Belgien. Mit ein wenig schwarzem Humor stellen sie fest, dass nun zumindest nichts Schlimmeres mehr kommen kann.

Auch sie hoffen, dass sie schnell einen entsprechenden Ersatzwagen vom Autoverleiher bekommen und ihre Reise durch Europa fortsetzen können.

Polizei ermittelt und sucht Zeugen

Viele Schaulustige schleichen um die ausgebrannten Fahrzeuge und die Kripo widmet sich, Fahrzeug für Fahrzeug, ihren Brandermittlungen. Die Feuerwehr hat am Stadtgraben eine Ölsperre errichtet, da ausgelaufene Betriebsstoffe aus den brennenden Fahrzeugen in das Gewässer gelangt sind. Umweltamt und Entsorgungsbetriebe begutachten die Gefährdung und leiten alle notwendigen Maßnahmen zur Eindämmung ein.

Die Polizei bittet eventuelle Augenzeugen sich unter die Rufnummer 0451/1310 zu melden. Sie hoffen, dass diese dem K11 bei der Aufklärung der Fahrzeugbrände behilflich sein können. Positiv erwähnt Polizeipressesprecher Dierk Dürbrook das Verhalten des Zeugen, der den Notruf abgesetzt hat: „Er hat gut reagiert. Solche Zeugen wünschen wir uns viel häufiger, die sowas erkennen, sowas mitkriegen und sofort die Polizei anrufen.“

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