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Lübeck Caritas bietet Besuche und Begleitung für Senioren
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Lübeck: Caritas bietet Begleitung für Senioren

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16:33 24.09.2020
„Lichtblicke“ ist ein ehrenamtlicher Besuchs- und Begleitdienst der Caritas Lübeck. Mit dabei sind Christa Wörmann, Leitung Leben im Alter, Walter Eisner und Ulrike Kahl (von links).
„Lichtblicke“ ist ein ehrenamtlicher Besuchs- und Begleitdienst der Caritas Lübeck. Mit dabei sind Christa Wörmann, Leitung Leben im Alter, Walter Eisner und Ulrike Kahl (von links). Quelle: Mirco Chwalek
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Lübeck

Der ehrenamtliche Besuchs- und Begleitdienst „Lichtblicke“ der Caritas Lübeck besteht seit zehn Jahren. Das wurde jetzt gefeiert. Beim Fest mit den Ehrenamtlichen bezeichnete Dorothee Martini, Leiterin Caritas Lübeck, Lichtblicke als „Erfolgsmodell“. Das Jubiläum bot auch Gelegenheit für einen Rückblick.

Das Projekt startete im April 2010

Die Idee für die Einrichtung eines Besuchsdienstes entstand im ehrenamtlichen Team von „Reisen ohne Koffer“, einer zehntägigen Seniorenfreizeit. Damals hatte Günter Ehm, ehrenamtlicher Leiter von „Reisen ohne Koffer“, erklärt, dass sich viele Teilnehmer der Seniorenfreizeit mehr Kontakte zu anderen Menschen wünschten. Um das zu ermöglichen, entstand die Idee eines Besuchsdienstes. Das Projekt „Lichtblicke“ startete daraufhin im April 2010 mit zehn ehrenamtlichen Mitarbeitern.

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Laut Caritas hat sich der Besuchsdienst inzwischen etabliert. 15 ehrenamtliche Mitarbeiter haben 3390 Besuche und somit „3390 Lichtblicke“ realisiert. „Anfragen kommen aus dem gesamten Stadtgebiet“, sagt Diplom-Sozialarbeiterin Christa Wörmann. Sie ist hauptamtlich bei der Caritas für den Bereich Leben im Alter angestellt und für die Projektleitung verantwortlich. Neben den 15 Ehrenamtlichen, die die Besuche durchführen, gibt es zwei ehrenamtliche Koordinatoren. Diese nehmen die Anfragen entgegen und regeln die Besuche.

Die Altersspanne liegt zwischen 55 und 100 Jahren.

Nach Angaben der Caritas leben immer mehr alte Menschen allein. Sie haben keine oder sehr wenig soziale Kontakte. Dazu gehören auch immer mehr Hochbetagte. Die Altersspanne liegt zwischen 55 und 100 Jahren. Erreicht werden aber nicht nur Senioren, sondern auch Menschen mit Behinderungen, die nicht mehr oder nur noch eingeschränkt am gesellschaftlichen Leben teilhaben können.

Hilfe bei Spaziergängen oder Arztbesuchen

Die Kontakte gestalten sich je nach individuellen Bedürfnissen, Wünschen und Möglichkeiten der Menschen. Die Teilnehmer werden von den Ehrenamtlichen bei Spaziergängen, zu Arztbesuchen oder bei Behördengängen begleitet und/oder zu Hause besucht. „Sie erleben dadurch Freude und Beziehung“, sagt Christa Wörmann. „Es öffnet sich eine Tür heraus aus der Isolation, Selbstsicherheit und Selbstwert werden gestärkt.“

Ehrenamtliche ermöglichen auch Naturerlebnisse

So wie bei Ulrike Kahl, die einmal pro Woche Besuch vom ehrenamtlichen Mitarbeiter Walter Eisner bekommt. Ulrike Kahl ist fast erblindet und kann sich nur im Rollstuhl fortbewegen. Für die ältere Dame sind die Spaziergänge sehr wichtig. „Ich freue mich auf die wöchentlichen Besuche“, sagt sie. „Ich bin gerne draußen in der Natur, und das kann ich nicht allein.“

Die Besuche machen beiden Seiten Freude

Walter Eisner schildert ihr die Umgebung, pflückt Blätter, Blüten oder andere Dinge aus der Natur zum Fühlen und Riechen. Er sagt: „Ich gebe gern von meiner Zeit etwas ab und schenke Lichtblicke. Die Besuche machen mir viel Freude, und ich bekomme viel zurück.“

Caritas: So können Sie „Lichtblicke“ erreichen

Der Deutsche Caritasverband ist der katholische Verband der Freien Wohlfahrtspflege. Außerdem ist er laut Caritas Deutschlands größter Wohlfahrtsverband. In den rund 25 000 Einrichtungen und Diensten wird Menschen in schwierigen Lebenslagen geholfen. Das Projekt Lichtblicke der Caritas Lübeck ist dienstags und mittwochs von 9.30 bis 12.30 Uhr zu erreichen im „CaritasEck“, Mühlenstraße 52 /Ecke Fegefeuer, sowie unter Telefon 04 51/79 94 61 23 und per E-Mail an lebenimalter@caritas-im-norden.de. Weitere Informationen gibt es unter www.caritas-luebeck.de.

Aber auch für Angehörige, die mit Betreuung und/oder Pflege betraut sind, können die Lichtblicke eine Entlastung sein, betont Wörmann. Auch die Themen Lebensende und Sterben spielen eine Rolle. Laut Caritas begleiten die Ehrenamtlichen die Menschen nicht selten bis zum Tod. Ein Austausch der Ehrenamtlichen untereinander findet fünf Mal im Jahr statt. Außerdem gibt es zwei Fortbildungen pro Jahr.

Von Cosima Künzel