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Lübeck Schnelltests in Lübecks Schulen: Am Montag geht es los
Lokales Lübeck

Lübeck: Corona-Schnelltests in Schulen starten am Montag

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20:44 19.03.2021
Ab Montag können Schüler in Lübeck sich freiwillig selbst auf das Coronavirus testen. In Sachsen Anhalt (Foto) ist das schon jetzt möglich.
Ab Montag können Schüler in Lübeck sich freiwillig selbst auf das Coronavirus testen. In Sachsen Anhalt (Foto) ist das schon jetzt möglich. Quelle: Matthias Bein/dpa
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Lübeck

Die erste Charge ist ausgeliefert, die zweite kommt heute, und im Lauf der nächsten Woche sollen alle Schulen in Lübeck ausreichend Schnelltests zur Verfügung haben. Aber was passiert dann damit in den Schulen? „Da ist, wie seit einem Jahr, ganz viel Engagement durch die Schulleiter gefragt, die sich mit ihren Schulelternbeiräten zusammentun“, sagt Schulrätin Susanne Werger-von Bergen. Zunächst sollen die Schüler der Abschlussklassen die Möglichkeit zum Test erhalten. Sie beginnen am Dienstag ihre Prüfungen.

Schulleiter: „Wir sind kein Corona-Testzentrum“

Nicht zum ersten Mal in der Corona-Pandemie müssen die Schulen sich innerhalb sehr kurzer Zeit auf neue Aufgaben einstellen. Für Dirk Storbeck, stellvertretender Schulleiter der Heinrich-Mann-Schule in Moisling, ist damit eine Grenze erreicht. „Wir sind ja kein Testzentrum, wir sind immer noch eine Schule“, sagt er. Er weiß noch nicht, wie er die Schnelltests organisieren soll.

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Am Montag jedenfalls, sagt er, werde es noch nicht losgehen. Eine große Hürde sei schon die Einwilligungserklärung, die die Eltern unterschreiben müssen – von denen an seiner Schule viele nur wenig Deutsch sprechen. „Da sind so viele Paragrafen und rechtliche Absicherungen drin, dass das für diese Eltern nicht leistbar ist“, sagt Storbeck. „Ich kann das nicht in der kurzen Zeit in fünf Sprachen übersetzen.“ Auch der zusätzliche Personalbedarf macht ihm Kopfzerbrechen, denn viele Lehrer seien schon jetzt durch die ständigen Corona-Anforderungen überarbeitet. „Wir haben in den letzten Wochen ständig unsere Stundenpläne umschreiben müssen.“

Schnelltests: Neunt- und Zehntklässler sind als erste dran

An der Grund- und Gemeinschaftsschule St. Jürgen wird Schulleiter Stefan Pabst am Montagnachmittag in der Sporthalle selbst die Neunt- und Zehntklässler bei ihren Tests betreuen. „Lehrer darf ich dazu nicht verpflichten“, sagt er – auch mit Blick darauf, dass sie sich noch nicht impfen lassen können. Eine Schleuse, durch die die Schüler einzeln gehen, hält er für nicht realisierbar. „Wir machen das immer in Gruppen.“ Die Idee der Tests finde er gut. „Ob dafür der Tag vor den ersten Prüfungen der richtige ist, weiß ich nicht.“

Schulen klagen: Zu wenig Räume, zu wenig Personal für Tests

Anja Siegel, Leiterin der Dorothea-Schlözer-Schule, hält Schnelltests an Schulen für sinnvoll, sagt aber: „Das ist eine Organisationsarbeit, die eigentlich nicht zu unseren Aufgaben gehört.“ Sie wird die Cafeteria der Schule als Testraum nutzen – und notgedrungen an ihre Kollegen appellieren, die Aufsicht zu übernehmen. Wulfila Kangastie, Leiter der Emanuel-Geibel-Schule in der Innenstadt, wird die Tests im Unterricht durchführen lassen. „Extraräume habe ich überhaupt gar nicht - durch das Teilen der Klassen“, sagt er. Helfer hat er auch keine übrig. „Es irrsinnig zu glauben, dass man bis Montag Freiwillige mit nachgewiesener Masernschutz-Impfung organisieren kann.“

Von Hanno Kabel