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Lübeck Die Neuerfindung der Innenstadt
Lokales Lübeck Die Neuerfindung der Innenstadt
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13:34 12.01.2019
Beschäftigt sich mit der Zukunft der Städte: Frank Schwartze. Professor für Stadtplanung an der Technischen Hochschule (TH) Lübeck. Quelle: Wolfgang Maxwitat
Lübeck

Neue Zeiten, neue Innenstädte. Immer mehr Läden stehen leer. Doch alte Klamottenläden werden selten durch neue Klamottenläden ersetzt. Denn: Es gibt einen Kulturwandel in der City. Wie der aussieht, damit beschäftigt sich Frank Schwartze, Professor für Stadtplanung an der Technischen Hochschule (TH) Lübeck.

Klare Aussage: „Wenn wir uns weiter in der Innenstadt treffen wollen, sollten wir unkonventionell denken“, sagt Schwartze. Die City verändert sich. „Es findet ein Wechsel statt – und wir gehören dazu.“ Die Menschen wollen heute etwas anderes in der Innenstadt als früher. „Man muss nicht mehr in die Stadt.“ Es gibt keinen Zwang mehr, unbedingt dort einzukaufen. Schwartze: „Die Stadt muss ein Angebot werden, für gemeinsames Erleben.“

Es geht um Emotionen

Vom Kauferlebnis zum Stadterlebnis heißt die Devise. Das bezieht sich auf Geschäfte und auf die Innenstadt. „Die Stadt wird zum Erlebnisraum“, sagt Schwartze. In der Stadt geht es nicht um den nüchternen Einkauf. Der wird Online erledigt. „In der Stadt geht es um Emotionen.“ Es gibt keine Kategorien mehr: Dort der Jeans-Laden, zwei Häuser weiter das Tee-Geschäft. „Diese klar getrennten Segmente lösen sich auf“, sagt Schwartze. Die Kombination macht es: Ein Café, in dem Mode verkauft wird. Ein Hotel, das im Foyer Möbel ausstellt und verkauft. Ein Shoppingcenter mit erlesenen Restaurants, zum Dessert werden die Dessous erworben.

Der Handel braucht weniger Fläche

Grundsätzlich gilt: „Der Handel braucht weniger Fläche“, sagt Schwartze. Vor 40 Jahren wurde das Personal durch Flächen ersetzt. Es entstanden große Bekleidungsgeschäfte. Diese werden heute durch Informationen ersetzt – durch Kompetenz, Freundlichkeit. „Das heißt nicht, dass weniger Geld verdient wird“, sagt Schwartze. Aber eben auf weniger Quadratmetern. Beispiel: Wer einen Computer kaufen will, sucht sich im Internet einen aus. Dann geht er in einen speziellen Laden, fragt den Verkäufer, will das Gerät ausprobieren. Dann kauft er es dort oder im Internet.

Erleben, statt kaufen

Hinzu kommt: Die Stadt wird wieder Produktionsstandort. Zwar entstehen keine Fabriken wie früher. Aber es gibt Showrooms, in denen die Auto-Herstellung vorgeführt wird. Es machen kleine Schokoladen-Manufakturen auf, die zeigen, wie die Leckereien hergestellt werden. Ein Gürtelmacher öffnet seine Werkstatt und erklärt wie sein Produkt entsteht. Es zählt nicht mehr die Funktion des Kaufens, sondern das Erlebnis.

Die Stadt gehört allen

Das gilt auch für die City selbst. Denn die Innenstadt gehört allen. Die Menschen erobern den öffentlichen Raum, wollen ihn mitgestalten – und nutzen. Projekte wie „Urban Gardening“ entstehen. Heißt: Kleine Gärten mitten in der Stadt werden von Bürgern gestaltet und gepflegt. Andere Flächen können tagsüber Parkplatz sein, abends für Veranstaltungen genutzt werden.

Josephine von Zastrow

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