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Lübeck Dreiste Wildschweine ärgern Lübecker Anwohner in Moisling
Lokales Lübeck Dreiste Wildschweine ärgern Lübecker Anwohner in Moisling
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16:02 19.11.2019
Wildschweine in Moisling haben am Wochenende Vorgärten im Andersenring verwüstet. Quelle: Holger Kröger/Lino Mirgeler/dpa; Montage RND
Lübeck

Sie sind gefährlich, sie sind viele, und sie sind kaum zu kontrollieren: Moisling hat ein Wildschwein-Problem. Sie kommen in Wohngebiete auf der Suche nach Futter, haben keine Angst vor Menschen und lassen meist ein Bild der Verwüstung hinter sich. Erst am Wochenende haben die Schweine Vorgärten im Andersenring komplett umgepflügt.

Schüler musste vor Wildschwein flüchten

Dieter Rumstieg kennt das Problem so gut wie kaum ein anderer. „Erst letzte Woche habe ich einen Frischling erlegt, die Woche davor drei Schweine“, sagt der Stadtjäger von Moisling. Der 63-Jährige wird etwa einmal pro Woche gerufen, weil er Wildschweine aus Gärten und von Straßen vertreiben oder schießen muss. „Die Wildschweine haben keine Angst vor Menschen, sie sind dreist und überall in den Gärten. Man kann sich ihnen zum Teil bis auf drei Meter nähern.“

Nicht nur Gärten verwüsten die Schweine. Es gab auch schon Fälle, in denen es richtig gefährlich wurde. „Ich hatte schon Angriffe auf Hunde, die von Wildschweinen verletzt wurden. Und einmal musste ein Schüler der Astrid-Lindgren-Schule vor einem Wildschwein ins Haus flüchten. Zum Glück ist nichts passiert. Aber wenn es so weitergeht, dann ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Situation eskaliert und Menschen angegriffen werden.“

Ganz schön gefährlich: Wildschweine haben keine Angst vor Menschen. Quelle: Lino Mirgeler/dpa

Für Wildschweine sind Gärten wie das Schlaraffenland

Und die Zahl der Wildschweine steigt. „Früher war es so, dass Bachen in der Zeit von März bis April einmal Junge bekommen haben“, sagt Rumstieg, der schon seit 30 Jahren als Jäger aktiv ist und schätzt, dass etwa 80 bis 100 Wildschweine in der Nähe von Moisling leben. „Heutzutage bekommen sie drei Mal im Jahr Nachwuchs.“

Gerade jetzt, wo die Felder abgeerntet sind, verbreiten sich die Wildschweine immer weiter in die Gärten. „Sie sind auf der Suche nach Futter mit tierischem Eiweiß wie etwa Würmer“, sagt Wulf-Heiner Kummetz, Präsident der Kreisjägerschaft Lübeck. „In Gärten fühlen sie sich wie im Schlaraffenland. Besonders, wenn da auch noch Gartenabfälle und Lebensmittelreste herumliegen.“ Für Kummetz gibt es nur eine Lösung: „Wir müssen mehr schießen!“

Kreisjägerschaft Lübeck: „Man kommt an die Tiere nicht ran“

Aber das ist gar nicht so einfach. Denn die Wildschweine leben entlang des Schilfgürtels an der Trave und dort ist es nicht möglich, die Tiere zu schießen – dafür ist es zu morastig. Wenn sie sich in Wohngebieten tummeln, ist es wiederum zu gefährlich. Das Risiko in Wohngebieten zu schießen, ist einfach zu hoch. „Wir kommen an die Wildschweine nicht ran“, sagt Kummetz.

Die Situation sei sehr unglücklich, eine Lösung hat Kummetz auf die Schnelle nicht parat. „Wir als Jäger geben alles, aber wir können nicht zaubern“, sagt er. „Das Problem ist, dass man den Schweinen zu viele Möglichkeiten lässt. Die Hauseigentümer müssen aktiv werden.“

So schützen Sie sich vor Wildschweinen

Kummetz appelliert an Hauseigentümer, Zäune um ihre Grundstücke zu bauen und keine Lebensmittelreste in ihrem Garten herumliegen zu lassen. „Elektrische Zäune funktionieren ebenfalls, aber ich rate immer zu stabilen, festen Zäunen“, sagt Kummetz. „Wenn jemand Tipps braucht, wie er sein Grundstück wildschweinsicher machen kann, helfen wir von der Kreisjägerschaft gern.“

Wenn man in die ungünstige Lage geraten sollte, einem Wildschwein auf der Straße zu begegnen, sollte man zunächst die Ruhe bewahren, rät Dieter Rumstieg. „Solche Begegnungen können sehr gefährlich werden. Wenn möglich, sollte man sich so schnell wie möglich in geschlossene Räume begeben und die Polizei rufen.“

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