Lübeck: Ein Blütenmeer der Sehnsüchte im Puppenhof des St. Annen-Museums
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Lübeck Ein Blütenmeer der Sehnsüchte: Installation im Puppenhof des St. Annen-Museums
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Lübeck: Ein Blütenmeer der Sehnsüchte im Puppenhof des St. Annen-Museums

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17:57 04.09.2020
100 Sehnsüchte – Eine Installation von Janine Turan im Puppenhof des St. Annen-Museums.
100 Sehnsüchte – Eine Installation von Janine Turan im Puppenhof des St. Annen-Museums. Quelle: Lutz Roeßler
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Lübeck

Die Steinskulpturen im Puppenhof des St. Annen-Museums stehen in einem just erblühten Blumenmeer aus blauen Vergissmeinnichtblüten. Wie verzaubert wirkt der mit Rasen und Rabatten bepflanzte Innenhof der ehemaligen Klosteranlage mit einem Mal. Die Lübecker Künstlerin Janine Turan hat diese Verwandlung mit ihrer Blüten-Installation „100 Sehnsüchte“ herbeigeführt.

Die 100 größten Sehnsüchte der Lübecker

Die blauen Blumen sind Bildhauerarbeiten aus Holz. Sie stehen auf langen eisernen Stielen und tragen als Stempel eine glänzende Messingkappe. Auf jede einzelne ist eine der 100 größten Sehnsüchte der Lübecker eingraviert: „Zeit“ steht darauf, „Freiheit“, „Familie“, „Verbundenheit“, „Ekstase“, „Meer“, „Einsicht“, „Gesundheit“, „Normalität“, „Genuss“ „Umarmung“, „Urlaub“ und viele Begriffe mehr. Sie stehen für all das, was die Menschen während der Corona-Pandemie am meisten ersehnen und vermissen. „Der Kulturfunke hat das hervorgebracht“, sagt Janine Turan.

Das Museum als Spiegel des Lebens

Die Goldschmiedin und Künstlerin aus Heiligenhafen lebt und arbeitet in Lübeck. Am Anfang der Pandemie habe sie für eine Installation einen Koffer voller Sehnsüchte gepackt und dabei auch Blumen benutzt, auf die Besucher ihre Sehnsüchte schreiben konnten, erzählt die 49-Jährige. „Im Lockdown haben wir ein ganz anderes Bewusstsein dafür bekommen, da waren Wünsche und die Sehnsüchte viel stärker präsent. Ich wollte das sichtbar machen und bin total glücklich, dass ich meine Installation hier präsentieren darf“, sagt Janine Turan. Glücklich über das blaue Blütenmeer im Puppenhof ist auch Museumsleiterin Dagmar Täube. Ein Museum solle im Grunde ja ein Spiegel des Lebens sein, sagt sie, „und jetzt in der Coronazeit wird das St. Annen-Museum zu einem Sehnsuchtsort“.

Wie verwandelt wirkt der Puppenhof des St. Annen-Museums. Quelle: Lutz Roeßler

Wie zum Leben erweckt wirken die barocken Steinfiguren des Bildhauers Dietrich Jürgen Boy (1774– 1776) im Museumshof. Sie stehen für die Tugenden des Bürgertums wie Eintracht, Friede und Freiheit und stammen von der Puppenbrücke am Holstentor. Aus konservatorischen Gründen wurden sie im Museumshof aufgestellt. Inmitten der Blumen von Janine Turan erblühen auch sie wieder in Bedeutung.

Info: Die Installation ist bis zum 4. Oktober zu sehen. Alle aktuellen Kulturfunken unter: www.kulturfunke.de

Von Regine Ley

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