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Lübeck Lübeck: Eine Leitstelle für weniger Staus
Lokales Lübeck Lübeck: Eine Leitstelle für weniger Staus
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19:59 12.09.2019
Die Baustellen der Hansestadt – hier in der Ratzeburger Allee – ärgern die Lübecker und verursachen Staus. Quelle: Holger Kröger
Lübeck

Es ist ein bekanntes Ärgernis nicht nur in Lübeck: Erst erneuert die Stadt die Fahrbahndecke einer Hauptstraße. Ein Jahr später reißen die Entsorgungsbetriebe sie wieder auf, um Leitungen zu verlegen. Und wenn es dumm kommt, wird gleichzeitig auf der Ausweichstrecke die Fahrbahn erneuert. So etwas soll in Lübeck bald der Vergangenheit angehören. Bürgermeister Jan Lindenau (SPD) und Bausenatorin Joanna Hagen (parteilos) haben am Donnerstag in der Aula der Hanse-Schule für Wirtschaft und Verwaltung ihren Plan für eine bessere Koordinierung der Baustellen in Lübeck vorgestellt.

Die aktuellen Baustellen in Lübeck zeigt unsere interaktive Karte.

Regelmäßige Treffen

„Wir müssen bauen“, sagte Hagen, „und wir werden auch in Zukunft mit Baustellen leben müssen.“ Eine neue Leitstelle soll sich darum kümmern, dass die Verkehrsteilnehmer darunter möglichst wenig leiden müssen – „Verkehrsflussmanagement“ heißt das im Verwaltungsjargon. Dafür werden nach Angaben der Bausenatorin drei Ingenieursstellen ausgeschrieben. Die Leitstelle wird regelmäßige Treffen aller Organisationen einberufen, die auf Lübecks Straßen bauen oder an der Organisation der Baustellen beteiligt sind: neben den Bereichen der Stadtverwaltung die Stadtwerke, die Entsorgungsbetriebe, die Netz Lübeck, außerdem die Feuerwehr und die Fahrradbeauftragte, bei Bedarf auch die Polizei.

Maßgeschneiderte Software

Doch die Arbeit der Leitstelle soll sich nicht darauf beschränken, Konferenzen zu organisieren. Sie bekommt eine auf die Bedürfnisse einer Großstadt zugeschnittene Software, die sich die Stadt jährlich 50 000 Euro kosten lässt, zunächst auf vier Jahre angelegt. Die Software heißt „roads“ und ist von dem Hamburger Unternehmen Workplace Solutions in Zusammenarbeit mit den Behörden der Stadt Hamburg entwickelt worden. Das Neue an dieser Software ist, dass sie alle Baumaßnahmen erfasst, sobald sie absehbar sind – auch wenn noch kein genauer Termin feststeht. Alles wird auf einer benutzerfreundlichen Oberfläche dokumentiert – nicht in Tabellen, sondern auf Karten.

Holger Breitling von der Firma WPS (2. v. l.) erklärt Bürgermeister Jan Lindenau (r.) am Touch-Tisch die Software "roads". Quelle: Hanno Kabel

In Zukunft mehr Vollsperrungen

Jeff Marengwa vom Hamburger Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer leitet eine Koordinierungsstelle, wie Lübeck sie plant, und arbeitet schon mit der Software „roads“. „Klassisch redet man erst in den letzten zwei Jahren vor einer Baumaßnahme miteinander“, erklärte er, „da sind aber schon ganz viele Pflöcke eingeschlagen und Entscheidungen getroffen.“ Das System ermögliche es, schon fünf Jahre im Voraus Projekte anzumelden. „Wenn ich weiß, dass jemand in fünf Jahren an eine Brücke ran muss und ich an meine Straße in drei Jahren ran muss: Dann habe ich einen Koordinationsgewinn erzielt.“ Denn dann können sich die unterschiedlichen Bauträger auf vier Jahre einigen und die Projekte zusammenfassen. Der Bedarf für Koordinierung werde sich noch erhöhen, sagte Marengwa, weil es wegen neuer Sicherheits- und Abstandsregeln für Baustellen in Zukunft mehr Vollsperrungen geben werde.

Technik ersetzt nicht Gespräche

Die Software ist bisher nur in Hamburg im Einsatz, ist aber schon 2017 mit dem Deutschen Ingenieurpreis ausgezeichnet worden. Für Besprechungen gibt es einen großen Tisch mit einem Touchscreen, um den alle Beteiligten herumstehen – so werden Technik und direkte Begegnung miteinander verbunden. „Es reicht nicht, über eine Software in Kooperation zu kommen“, erklärte Marengwa. „Man muss ins Gespräch kommen, das ist das Entscheidende.“

Spätestens 2021 geht es los

Wenn die politischen Gremien zustimmen, wird die Leitstelle im kommenden Jahr aufgebaut, und im gleichen Zeitraum wird die Software eingerichtet. Sie soll kontinuierlich weiterentwickelt werden. Das teilte Bausenatorin Joanna Hagen am Rand der Präsentation mit. Vielleicht schon Ende 2020, spätestens 2021 soll die Leitstelle die Arbeit aufnehmen.

Von Hanno Kabel

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