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Lübeck Täglich 250 Tonnen Betonstahl: Lübecks neue Eisenbiegerei
Lokales Lübeck Täglich 250 Tonnen Betonstahl: Lübecks neue Eisenbiegerei
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18:23 25.05.2019
Sülzle-Standortleiter Martin Vestring zeigt einen der wuchtigen Biegeautomaten in der neuen Halle. Quelle: Lutz Roeßler
St. Lorenz Nord

 Mit einer perfekt inszenierten Show ist am Sonnabend eine hochmoderne Eisenbiegerei am Nordlandkai eröffnet worden. Die inhabergeführte Sülzle-Gruppe hat hier eine 10 000 Quadratmeter große Halle gebaut. Sie nennt sich Biegerei der Zukunft und setzt unter anderem auf Digitalisierung.

Neue Biege-Kultur

Bei Livemusik, Filmbeiträgen, einer Talkrunde, Poetry-Slam und kulinarischen Leckereien begrüßten Andreas und Heinrich Sülzle – geschäftsführende Gesellschafter der Rosenfelder Sülzle-Gruppe – 300 Gäste aus Wirtschaft, Politik, Verwaltung und Verbänden.

Eröffnungsshow mit Talkrunde. Quelle: Lutz Roeßler

„Die Digitalisierung und Vernetzung von Produktions- und Logistikprozessen ist auch im Stahlhandel auf dem Vormarsch“, sagte Andreas Sülzle. Als einer der größten Bewehrungsstahlhändler und Biegebetriebe Deutschlands setze sein Unternehmen am Standort Lübeck „konsequent auf die neuen Technologien.“ Nach etwa einem Jahr habe das Unternehmen mit Lieferanten, führenden Maschinenherstellern und Softwarehäusern im Lübecker Hafen eine der modernsten Biegereien Europas realisiert. „Sämtliche Abläufe sind perfekt aufeinander abgestimmt, automatisiert und werden einheitlich per Computer gesteuert“, erklärte Sülzle. Die Übermittlung technischer Daten vom Kunden an die Arbeitsvorbereitung sei sowohl auf konventionellem Weg als auch per Softwareschnittstelle mit CAD-Daten, beispielsweise auf Basis virtueller 3D-Planung, möglich.

Herzstück der neuen Biegerei ist neben dem modernen Maschinenpark das Produktions- und Logistikkonzept. „Wir können noch schneller und flexibler auf Kundenwünsche reagieren und Bewehrungsstahl mit einer noch höheren Biegepräzision liefern als bisher“, sagt Sülzle. „Wir denken, dass wir mit dieser Biegerei einen Meilenstein für die deutsche Biegekultur setzen.“

Zur Einweihung gibt es Live-Musik. Quelle: Lutz Roeßler

Idealer Standort

Nach einem Jahr Bauzeit präsentiert sich eine gigantische Halle. „Hier ist eine Eisenbiegerei nach modernsten Ansprüchen installiert“, so Martin Vestring, Leiter des Standortes. Die Gäste konnten sich am Sonnabend ein Bild davon machen, was die Eisenbiegerei schaffen kann: „Täglich können bis zu 250 Tonnen Betonstahl verarbeitet werden“, sagte Vestring. Dazu kämen Lagermatten, Stabware und andere Eisen. Die direkte Nähe zur Trave komme dem Unternehmen zugute: „Wir brauchten ein hafennahes Lager“, sagte Vestring. Angeliefert werden könne das Material sowohl per Schiff als auch per Lkw oder mit der Bahn. „Idealer geht es kaum“, sagte der Mitarbeiter. 220 Meter lang und 45 Meter breit ist die Halle, bis zu 60 Mitarbeiter sind am Lübecker Standort tätig.

Angenehme Geschäftsanbahnung

„Eines der Hauptaugenmerke des Ganzen ist die Schaffung von Arbeitsplätzen, die den modernen Ansprüchen gerecht werden“, sagte Vestring. Natürlich gebe es den klassischen Eisenbieger an der Biegebank noch, sagt der Niederlassungsleiter. Noch immer gebe es Formen, die rein maschinell nicht gebogen werden können. Aber das Unternehmen sei jetzt in der Lage, zu 85 Prozent automatisch zu produzieren. Mit Rundführungen durch die Halle zeigte Vestring den Besuchern unter anderem die wuchtigen Eisenbiegeautomaten. „Mit dem Sülzle-Unternehmen haben wir ein Musterbeispiel dafür, warum es sich lohnt, sich hier anzusiedeln“, sagte Lübecks LHG-Chef Sebastian Jürgens. Die Anbahnung der Geschäftsbeziehung bezeichnete Jürgens als „angenehm, passend und unkompliziert.“

Freude über die Eröffnung, v. l.: Andreas Sülzle, Sebastian Jürgens, Gabriele Schopenhauer, Jan Lindenau und Heinrich Sülzle. Quelle: Lutz Roeßler

Für Lübecks Bürgermeister Jan Lindenau (SPD) stehe fest: „In Lübeck ist mehr los als Holstentor und Marzipan“, spielte der Verwaltungschef auf die Standortinvestition der Sülzle-Gruppe an. „Als einer der wichtigsten Logistikstandorte im Ostseeraum haben wir mehr zu bieten.“

Rüdiger Jacob

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