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Lübeck Neue Erfindung: Frank Brormann revolutioniert das Haareschneiden
Lokales Lübeck Neue Erfindung: Frank Brormann revolutioniert das Haareschneiden
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06:00 15.04.2019
Einmal vorführen, was der Calligraph kann: Friseurmeister Frank Brormann (l.) frisiert Katja Teschke, Friseurmeisterin Dagmar Höntzsch (r.) Susi Wiegers. Quelle: 54°/Felix König
Innenstadt

Schnipp, schnapp: Haare ab. Bei Frank Brormann, bekannt aus der TV-Sendung „Die Höhle der Löwen“, sieht die Prozedur des Haareschneidens anders aus. Messer, Schere? Darauf verzichtet er schon längere Zeit. Mit seiner Erfindung, dem Calligraphy Cut, revolutioniert Brormann gerade das Friseurhandwerk. „Das, was ich mit dem Calligraphy Cut kann, kann ich mit keiner Schere“, sagt Brormann, der zu Besuch in der Lübecker Handwerkskammer ist. Er blickt in leuchtende Augenpaare von Lübecker Friseuren, denen er seine Arbeit mit dem Calligraphen veranschaulichen möchte. Viel Überzeugungsarbeit scheint er allerdings nicht leisten zu müssen – die Anwesenden scheinen Feuer und Flamme zu sein.

Was genau ist ein Calligraph?

Wie einen Schönschreibfüller hält Frank Brormann seinen Calligraphen und kürzt das Haar seines Modells. Quelle: 54° / Felix König

Der Calligraph, so Brormann, ist ein extrem scharfes Messer, das die Haare im idealen Winkel von 21 Grad schneidet. Das sorgt für gesünderes, elastischeres Haar – ganz ohne Spliss. „Der Winkel, in dem das Haar geschnitten wird, ist ganz entscheidend. Mit dem Calligraphen kann ich die Haare komplett manipulieren“, erklärt Brormann. Und eben dieser Winkel ist fest in das Haarschneidewerkzeug integriert. „Ich kann bestimmen, in welche Richtung die Haare springen, oder ob sie gerade nach unten fallen.“

Ein Wunderwerkzeug?

Den Gang zum Friseur stuft Brormann als nicht besonders beliebt ein:„Kaum jemand lässt sich gern die Haare schneiden. Färben, Stylen – ja. Aber schneiden?“, überlegt Brormann und schüttelt entschieden den Kopf: „Nein.“ Doch auch hier soll der Calligraph Abhilfe leisten können. Laut Brormann hält eine mit dem Calligraphen geschnittene Frisur länger, die Zeit zwischen den Friseurbesuchen würde also künstlich verlängert. „Wir sind die Helden der Frauen – wir können ihnen schöne Haare zaubern!“

Blumen als Anfang

Alles begann mit einem Blumenstrauß; einem hübschen Bouquet bunter Tulpen. „Jeder, der schon mal einen Strauß Blumen gekauft hat, weiß: Sie halten am längsten, wenn sie schräg angeschnitten werden“, erzählt Brormann in seinem Vortrag. Grund dafür ist die Vergrößerung der Oberfläche, die dabei um 270 Prozent erhöht wird. Die Blume kann so mehr Wasser aufnehmen und bleibt dadurch länger frisch.

Der aus der TV-Sendung „Die Höhle der Löwen“ bekannte Friseurmeister Brormann war zu Besuch in der Handwerkskammer. Dort stellte er Lübecker Friseuren seine Erfindung – den Calligraphy Cut – vor.

Wissenschaftliche Studie belegt gute Schnittergebnisse

Diese Theorie des schrägen Schnitts lässt sich auch auf die Haare übertragen. Die Vorteile daran: Die Haare werden verletzungsfrei abgeschnitten, die Oberfläche nicht beschädigt. Mit dem in den Calligraphen eingebauten Winkel soll das gelingen. Anders verhält es sich beim Scherenschnitt, bei dem die Haare mehr gequetscht als geschnitten werden. Schlimmer noch ist der Schnitt mit einem Messer, bei dem das Haar, wenn nicht der exakte Winkel von 21 Grad getroffen wird, reißt.

Friseurmeister Frank Brormann bei „Die Höhle der Löwen“

„Die Höhle der Löwen“ ist eine auf Vox ausgestrahlte TV-Sendung, die Menschen mit spannenden Geschäftsideen, für die ihnen aber das nötige Kleingeld fehlt, einlädt. In der Sendung bekommen sie die Chance, Investoren zu finden.

Auch Friseurmeister Frank Brormannstellte seine Erfindung, den Calligraphen, in der Sendung vor. Die Investoren waren begeistert und wollten ihm bei Umsetzung und Verkauf seiner Idee helfen. Das Geld der Investoren lehnte Brormann ab, er sagt: „Du kannst Handwerk nicht mit Geld groß machen. Das geht immer nur organisch.“

Dass der Calligraphy Cut hält, was Brormann verspricht, belegt auch eine wissenschaftliche Studie der Universität Münster. Sie dokumentiert kontinuierlich gute Schnittergebnisse bei jedem Haartyp, die Schnittoberfläche sei stets einheitlich und glatt. Die Erfindung des Calligraphy Cut brachte Brormann 2018 außerdem als erstem Erfinder aus der Friseurbranche den Seifritz-Preis ein. Dieser prämiert seit 30 Jahren erfolgreiche Kooperationen aus Handwerk und Wissenschaft.

Lübecker Friseure zeigen sich begeistert

„Wir wollen was Neues ausprobieren, wir wollen kreativ sein – ich glaube, wir sind alle ganz heiß darauf, den Calligraphy Cut selbst auszuprobieren“, sagt Friseurmeisterin Silke Schacht. Zusammen mit Dagmar Höntzsch, ebenfalls Friseurmeisterin, hatte Schacht den Abend mit Frank Brormann in der Handwerkskammer organisiert.

An Modellen wird die Schnitttechnik veranschaulicht

Doch zunächst einmal heißt es: Augen auf, und bitte gut aufpassen! Um zu zeigen, wie die Arbeit mit dem Calligraphen funktioniert, bittet Brormann zwei Modelle zu sich nach vorn. Was sie erwartet? Beide haben keinen blassen Schimmer. „Einen Zopf muss ich noch machen können“, stellt Katja Teschke aus Scharbeutz eine einzige Bedingung. Dann rieseln die Haare zu Boden, Locke für Locke, Strähne für Strähne. Ein bisschen Öl in die Haare zu guter Letzt: und tadaa! Die vorher eher platten Haare Teschkes sehen voluminös aus, und weich sind sie auch – alle Besucher dürfen einmal fühlen. Auch Modell Susi Wiegers ist glücklich mit ihrer neuen Frisur: „Das fühlt sich richtig gut an. Ich würde mir die Haare so wieder schneiden lassen.“

Friseurmeisterin Schacht ist begeistert. Den Umgang mit dem Calligraphen, so viel steht fest, möchte sie auch erlernen. „Es ist natürlich schade, dass wir nicht sehen, wie die Haare der Modelle drei, vier Wochen nach dem Schnitt aussehen. Aber wir wagen einen Versuch und werden das auch bei uns einführen“, sagt Schacht voller Vorfreude. „Ich erzähle schon meinen ganzen Kundinnen davon!“

Josephine Andreoli

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