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Lübeck Premiere: Frauen starten zur Eisarsch-Regatta
Lokales Lübeck Premiere: Frauen starten zur Eisarsch-Regatta
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18:36 07.12.2019
Heike Gercken (62) war früher als Wassersportlerin international erfolgreich. An der Eisarsch-Regatta durfte sie aber erst jetzt teilnehmen. Quelle: Agentur 54°
St. Gertrud

Wer am Sonnabendmittag am Falkenfeld oder am Drägerpark spazieren ging, könnte sich die Augen gerieben haben: Auf der Wakenitz glitzerten rund achtzig weiße Dreiecke – die Segel einer Regatta, mitten im Winter. Wer die „Eisarsch“- Winter-Regatta des Lübecker Yacht-Clubs (LYC) schon kennt, könnte sich aus einem anderen Grund gewundert haben. Denn auf einigen der Boote segelten Frauen.

Es ist ein später Sieg für die Feministinnen und Feministen unter den Seglern: Zum ersten Mal durften in diesem Jahr auch Seglerinnen an der „Eisarsch“-Regatta teilnehmen. Bis dahin war die Winter-Regatta des LYC seit ihrer ersten Ausrichtung 1969 fest in Männerhand gewesen. Dieses Jahr segelten unter den insgesamt 74 Teilnehmern 13 Frauen zwischen LYC-Gelände, Moltkebrücke und Falkendamm.

Rekord: Hamburger gewinnt zum fünften Mal

Es war keineinfaches Rennen: Bei unstetem Wind mit starken Böen mussten die Segler in den kleinen Optimist-Jollen drei Runden über die Wakenitz zurücklegen.

Klarer Siegerder Regatta war nach gut einer halben Stunde Sven Kruse vom NRV Hamburg, der damit zum fünften Mal gewonnen hat – das ist ein neuer Rekord. Auf dem zweiten Platz folgte der Lübecker Sönke Boy (LSV) und auf dem dritten der Vorjahres-Sieger Thomas Schulz aus Bad Segeberg.

Zweiter wurdeSönke Boy, der von 2006 bis 2015 viermal die Regatta gewonnen hatte.

Schnellste Frau war Anne Westfehling. Sie wurde Vierte und erhielt den neuen Wanderpokal „De Koole Mors“ (Plattdeutsch für „der kalte Arsch“).

Ein „gutes Dutzend“Frauen war nach Angaben des Veranstalters unter den 74 Teilnehmern. Im Vorjahr nahmen 57 Segler teil.

Inkognito im Nikolauskostüm

Für die einst international erfolgreiche Wassersportlerin Heike Gercken (62) ist es trotzdem schon das zweite Mal, dass sie dabei ist. Am Nikolaustag 2008 traten viele der Segler im Nikolauskostüm an – und sie nutzte die Verkleidung, um inkognito teilzunehmen. „Dass keine Frauen zugelassen waren, hat mich an meine Kindheit erinnert, wo ich mit meinen Brüdern zum Fußball ging und es hieß: ,Mädchen dürfen aber nicht mitmachen.’ Auch später im Sportstudium habe ich so etwas oft gehört und mich geärgert. Ich konnte das doch genauso gut wie die Jungs“.

Bis heute hätten einige Männer im Segelsport Vorurteile gegen Seglerinnen. „Das nervt“, sagt die Lübeckerin, und sie freut sich über die Öffnung der Regatta für Frauen –und feiert das, indem sie nun in Engelsflügeln und mit Nikolausmütze mitfährt, diesmal aber ganz offiziell. „Ich wollte die Regatta letztes Jahr schon öffnen, aber da gab es noch Vorbehalte“, sagt Jan Stemmler, der die Regatta organisiert. „Dieses Jahr hat der Verein dann mit überwältigender Mehrheit beschlossen, Frauen zuzulassen“.

Heizkissen nicht erlaubt

Nicht nur Frauen dürfen nun mitsegeln, sondern erstmals auch junge Segler: Das Mindestalter wurde von 25 auf 21 heruntergesetzt. Viele von ihnen haben in den kleinen Einhandbooten, die für die Regatta genutzt werden, Segeln gelernt. Denn der „Optimist“, kurz „Opti“, ist sonst den Kindern und Jugendlichen vorbehalten. „Ich habe mir das Boot von meinem Sohn geliehen“, erzählt der Segeberger Thomas Schulz, der als Dritter ins Ziel kam.

„Man sitzt in diesem Boot sehr dicht am Wasser. Dabei holen sich die Segler jetzt im Winter einen kalten Po“, erklärt Jan Stemmler den Namen der Regatta. Da sie immer am ersten Dezemberwochenende stattfindet, gehören kalte Temperaturen zum Konzept. Vieles ist bei dieser Veranstaltung nicht ganz bierernst. „Wärmflaschen und Heizkissen müssen mit dem Startschuss aus den Booten entfernt werden“, heißt es in den Wettkampfregeln. Dagegen dürften „bei Schneetreiben geeignete Schutzbrillen getragen werden“.

Von Friederike Grabitz

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