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Lübeck Wo kommen die Geisterbüsche im Mönkhofer Weg her?
Lokales Lübeck Wo kommen die Geisterbüsche im Mönkhofer Weg her?
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12:00 08.06.2019
Eine Gespinstmotte hat im Mönkhofer Weg einen Busch befallen. Quelle: Holger Kröger
Lübeck/Eutin

Der Busch im Mönkhofer Weg ist teils kahlgefressen und von weißen Netzen überzogen. Ein unheimlicher Anblick, aber laut Stadt kein Grund zur Sorge. „Es dürfte sich dabei um harmlose Gespinstmotten handeln“, teil Pressesprecherin Nicole Dorel mit. Anwohner hatten befürchtet, dass es sich um Eichenprozessionsspinner handelt. Dem Bereich Umwelt-, Natur- und Verbraucherschutz (UNV) sei in diesem Jahr aber noch kein Vorkommen dieses Tieres bekannt geworden, so die Sprecherin.

Gespinstmotte oder Eichenprozessionsspinner?

Einen ähnlichen Fall habe es vor einem Jahr gegeben. Damals ging es um Absperrmaßnahmen in der Ratzeburger Allee und ein Schild mit der Aufschrift: „Achtung Eichenprozessionsspinner“. „Auch damals haben wir erklärt, dass es sich um die harmlose Gespinstmotte handelt“, sagt Dorel.

Gespinstmotte: An den Zweigen klettern gelblich-weiße Raupen mit schwarzen Punkten entlang. Quelle: Holger Kröger

Auch an der Landesstraße zwischen Eutin und Ahrensbök sind Büsche kahlgefressen. An den Zweigen klettern gelblich-weiße Raupen mit schwarzen Punkten entlang. In Astgabeln haben sie ihre Netze besonders dicht gesponnen. Das sind die Nester, in denen sich die Raupen verpuppen. Auch hier sind harmlose Gespinstmotten am Werk. Das bestätigt der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr (LBV). „Nach Rücksprache mit unseren Experten handelt es sich nicht um den Eichenprozessionsspinner“, teilt LBV-Sprecherin Dagmar Barkmann mit. Dieselbe Einschätzung gaben anhand von Fotos auch die Fachleute vom Kreis Ostholstein ab.

Karl-Heinz Jelinek ist Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Rheinisch-Westfälischer Lepidopterologen (Schmetterlingskundler) und im Landesfachausschuss Entomologie (Insektenkunde) des Naturschutzbundes (Nabu). Als solcher ist er ein Experte für Gespinstmotten. Die sind, erläutert er, auf eine bestimmte Strauch- oder Baumart spezialisiert. Jelinek vermutet, dass es sich bei den Motten an der L 184 um Pfaffenhütchen-Gespinstmotten handelt.

Den Pflanzen schadet der Befall nicht

Die seien normalerweise relativ unauffällig. Ab und zu aber komme es zu einer Massenvermehrung, die sich in solchen Geisterbüschen äußert. Die sind über und über eingesponnnen, weshalb die Gespinstmotten den Beinamen „Die Christos unter den Insekten“ erhalten haben. Sogenannte Hungerraupen haben nicht mehr genug Nahrung abbekommen, nachdem die anderen alles kahl gefressen hatten. Sie sind kleiner und müder, leisten aber einen wichtigen Dienst, in dem sie die Netze spinnen. „Sie opfern sich und spinnen noch ein Schutznetz“, sagt Jelinek. Den Pflanzen schadet der Befall nicht, sagt der Experte. „Sie treiben in Kürze wieder aus.“ Und ein Jahr später sei der Spuk ohnehin in der Regel vorbei.

Mit dem gefürchteten Eichenprozessionsspinner, dessen Brennhaare eine giftige Reaktion auslösen und auf menschlicher Haut Quaddeln oder Pusteln hinterlassen, haben die Gespinste der Motten nichts zu tun. Jelinek verweist darauf, dass der Eichenprozessionsspinner ausschließlich auf Eichen vorkommt. Ihre Gespinste fielen kaum auf, anders als die der Gespinstmotte. Die Raupen tragen eine dunkle Rückenlinie und Warzen mit langen Haaren. Die Seiten sind grau-blau. Ein Befall mit dem Eichenprozessionsspinner ist in Schleswig-Holstein aber sehr selten. Einzelne Fälle gab es vor einigen Jahren im Kreis Herzogtum Lauenburg und im Stadtgebiet von Bad Schwartau.

Susanne Peyronnet und Cosima Künzel

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