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Lokales Lübeck Lübeck: Günter-Harig-Preis geht an Regine Norden
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20:36 09.10.2019
Der Lübecker Günter-Harig-Preis 2019 geht an Regine Norden (72) für die von ihr initiierten Sonntagsdialoge. Quelle: Rüdiger Jacob
Innenstadt

Regine Norden (72) macht um ihr langjähriges Engagement kein großes Aufhebens. „Das geht alles nur im Team“, sagt die Lübeckerin, die die Sonntagsdialoge aus der Taufe gehoben hat, bescheiden. Jetzt ist sie mit dem Lübecker Günter-Harig-Preis ausgezeichnet worden.

Die Idee der Sonntagsdialoge, die regelmäßig im Altstadtbad Krähenteich stattfinden, ist der Austausch, das Kennenlernen und das gegenseitige Unterstützen und Helfen. Häufig gibt es neben Essen, Reden und dem Austausch von Tipps auch Vorträge und Diskussionen zu bestimmten Themen.

„Potenzial von Menschen erkennen“

Nein, Rummel um ihre Person mag sie gar nicht. „Es geht doch nur darum, Bürger für Bürger zu sensibilisieren“, sagt die gebürtige Möllnerin, die seit Langem in der Lübecker Innenstadt lebt. „Ich bin keine Mutter Theresa.“

Norden hat als Lehrerin im Entwicklungsdienst und im Umwelterziehungsbereich auch im Ausland gearbeitet, hat unter anderem in Indonesien und Thailand gelebt. „Länder mit sehr starken hierarchischen Strukturen und unglaublich viel Armut und Unterdrückung der Menschen“, so Norden. „Das Potenzial von Menschen zu erkennen, ist etwas ganz Bereicherndes“, sagt die Ehrenamtlerin. Eines ihrer Motive, mit anzupacken, waren die Möllner Brandanschläge im November 1992. Zu dieser Zeit war Norden Lehrerin an der damaligen Bernd-Notke-Realschule und zog mit Kollegen das Projekt „Miteinander leben“ für Jugendliche auf.

Erfahrung im Ausland

Die Frau, die immer wieder im Ausland, in der Karibik oder in Südamerika unterwegs war, ist für ihr engagiertes Wirken mit dem Karl-Kübel-Preis ausgezeichnet worden. „Ich muss immer etwas tun. Und wenn mich etwas packt, dann mache ich es mit Haut und Haaren“, sprüht es aus Norden förmlich heraus. Allerdings ist es auch eine Menge Arbeit, die täglich geleistet werden muss. „Wir sind sehr vernetzt in Lübeck, das heißt auch, ab 8 Uhr morgens am PC zu sitzen“, so Norden.

Was ist die Triebfeder der Frau, woher nimmt sie die viele Energie für ein solch engagiertes, ehrenamtliches Helfen? „Es ist die unglaublich positive Stimmung, die bei uns herrscht. Die Leute ziehen einfach mit“, sagt Norden, die auch schon mal ihre Erholungsnischen sucht, viel Sport macht oder mal eine Woche lang auf Radtour geht. „Die Balance zwischen körperlichem und seelischem Gleichgewicht zu finden, ist wichtig“, sagt Norden. „Viel Geld zu haben war mir nie wichtig. Ich trage meinen Schatz im Herzen.“

Die große Feier

Am 17. Oktober wird einmal sie im Fokus des Geschehens stehen. Dann ist ab 19 Uhr die große Feier in St. Petri mit der Würdigung Regine Nordens mit einem Preisgeld und einer Preisskulptur des Lübecker Künstler Stephan Jäschke. Die Laudatio hält Farsaneh Samadi, Mitglied des Kuratoriums. Bürgermeister Jan Lindenau überbringt die Grüße der Stadt. Pröpstin Petra Kallies, Vorsitzende des Kuratoriums, und Antje Peters-Hirt, Vorsitzende der Mellingen-Stiftung, die das Preisgeld zur Verfügung stellt, werden die Preisträgerin küren. International und multikulturell wie Regine Nordens Lebenswerk wird auch das Musikprogramm der Feierstunde sein: Megumi Ishikawa, Klarinette, spielt Klänge aus Japan. Kimia und Amir Bakhshi, Klavier und Gesang, erfreuen mit iranischer Musik. Syrische Klänge bringen Zuhier Sawan und Jalal Eid, Akkordeon und Oud, zu Gehör. Pastor Dr. Bernd Schwarze moderiert den Abend, der mit einem kleinen Empfang im Südschiff der Kirche schließt.

Zugewandt, unauffällig, intensiv

„Seit Jahren fällt uns die zugewandte, unauffällige und intensive Arbeit mit Flüchtlingen und Migranten von Regine Norden auf“, heißt es vom St. Petri-Kuratorium. Norden beeindrucke „mit ihrer stillen Stetigkeit und ihrem großen Einsatz.“

Von Rüdiger Jacob

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