Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lübeck Sparkassenstiftung ruft Kinder- und Jugendjury ins Leben
Lokales Lübeck

Lübeck: Jugendjury soll bei Sparkassenstiftung mitbestimmen

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:39 28.10.2020
Titus Jochen Heldt, Martina Wagner und Projektmitarbeiter Hanno Teßmer von der Gemeinnützigen Sparkassenstiftung rufen eine Kinder- und Jugendjury für Förderprojekte ins Leben. Quelle: Felix König
Anzeige
Lübeck

Egal, ob es um eine neue Rampe für den Skatepark oder leistungsfähigere Spiele-PCs im Jugendtreff geht – häufig haben junge Menschen Wünsche, die sich nicht allein mit dem Taschengeld erfüllen lassen. Nur selten wird ihnen von Erwachsenen Gehör geschenkt. Das möchte die Gemeinnützige Sparkassenstiftung mit einer Kinder- und Jugendjury ändern. „Viele unserer Projekte betreffen junge Menschen, also sollten sie auch aktiv in die Fördermittelvergabe eingebunden werden“, sagt der Vorstandsvorsitzende Titus Jochen Heldt.

Jugendjury soll künftig über Förderprojekte entscheiden

Bis zu 200 gemeinnützige Projekte aus den Bereichen Bildung, Sport, Kultur und Soziales unterstützt die Sparkassenstiftung jedes Jahr. Welche Anträge gefördert werden, darüber entscheidet künftig auch eine zehnköpfige Jury, bestehend aus Kindern und Jugendlichen zwischen zehn und 16 Jahren.

Anzeige
Der LN-Newsletter aus der Hansestadt Lübeck

Alles, was Lübeck voranbringt: Sie bekommen diesen Newsletter jeden Montag gegen 18 Uhr kostenlos in Ihr Postfach. 

Jugendjury verantwortet Budget von 40 000 Euro

Die Jury wird die ganze Zeit über fachlich und pädagogisch vom Stiftungsteam begleitet. Sie darf ein Jahr lang eigenverantwortlich über ein Budget von 40 000 Euro verfügen und dabei auch eigene Ideen vorschlagen, die etwa den Stadtteil oder den Sportverein voranbringen. Vier Mal im Jahr kommen die Juroren zusammen, um über förderfähige Anträge zu beraten. Auch Treffen mit den Projektpartnern gehören dazu.

Sparkassenstiftung will Blick für soziale Probleme schärfen

„Unser Ziel ist es, den jungen Teilnehmern den Wert sozialen Engagements im gemeinnützigen Sektor zu vermitteln und den Blick für soziale Probleme zu schärfen“, sagt Martina Wagner. Die Geschäftsführerin der Sparkassenstiftung hatte die Idee für die Kinder- und Jugendjury. Vorbild war eine Initiative aus München, die ein ähnliches Modell seit Jahren erfolgreich umsetzt. In Lübeck nahm die Realisierung in den letzten Wochen und Monaten Fahrt auf. „Während der Corona-Zeit sind vor allem Kinder in unseren Fokus gerückt, weil sie besonders unter den Kontaktbeschränkungen zu leiden haben“, sagt Titus Jochen Heldt.

Jury: So kann man sich bewerben

Wer zwischen zehn und 16 Jahren alt ist und sich für Umwelt, Sport, Musik, Freizeitangebote oder seine Mitmenschen engagieren möchte, kann sich ab sofort bis zum 15. November 2020 für die Kinder- und Jugendjury bewerben. Das geht unter www.gemeinnuetzige-sparkassenstiftung-luebeck.de. Außerdem liegen Flyer zur Bewerbung unter anderem in der Sparkasse, in der Gemeinnützigen, im LN-Pressehaus und in Jugendzentren aus. Das Porto übernimmt die Sparkassenstiftung.

Forderung nach Kinder- und Jugendbeirat

Nicht nur in München, sondern auch in Schleswig-Holstein ist die Einbindung von politisch interessierten Schülerinnen und Schülern in gesellschaftlich wichtige Entscheidungsprozesse kein neues Thema. Städte wie Kiel, Flensburg oder Plön bieten bereits Beteiligungsmöglichkeiten. In Lübeck gibt es hingegen einen gewissen Nachholbedarf. Deshalb fordern Interessenvertretungen wie das Junge Politikforum und das Stadtschülerparlament seit Längerem die Schaffung eines Kinder- und Jugendbeirats.

Eine Plattform für die junge Generation

„Mit unserem Vorstoß möchten wir der jungen Generation eine öffentlichkeitswirksame Plattform geben und sie auch nach Ablauf des Projektes zu gemeinnützigem Handeln ermutigen“, sagt Titus Jochen Heldt. Er hofft, dass Eltern, Lehrer, Sporttrainer oder Mitarbeiter aus Jugendeinrichtungen sich aktiv an dem Bewerbungsverfahren beteiligen. „Auch Kinder, die sich bisher nicht durch ehrenamtliches Engagement hervorgetan haben, sind eingeladen, ihre eigenen Erfahrungen zu machen“, so Heldt.

Lesen Sie auch

Von Philipp Aissen