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Lübeck Kompass gegen das Scheitern: Mentorenprojekt stärkt Schüler
Lokales Lübeck Kompass gegen das Scheitern: Mentorenprojekt stärkt Schüler
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17:22 07.06.2019
Die Mentoren des ersten Kompass-Projektes mit ihrer Betreuerin Gaja von Sychowksi (r.). Quelle: Friederike Grabitz
Lübeck

„Wir brauchen euch. Jeden von euch“, sagt der Kanzler der Musikhochschule Jochen Kirchner zu den Schülern. Woche für Woche haben sie diese Botschaft verinnerlicht: Etwas Bedeutendes zu können.

Am Donnerstag ging für die 28 Jugendlichen aus den neunten Klassen von fünf Lübecker Gemeinschaftsschulen eine wichtige Lebensphase zu Ende. Über zwei Jahre wurden sie von Studenten der Musikhochschule (MHL) intensiv begleitet und gefördert. Das Mentorenprojekt heißt „Kompass“ und ist eine Kooperation der Gemeinnützigen Sparkassenstiftung mit der Musikhochschule Lübeck, die die studentischen Wegbegleiter ausgebildet und betreut hat. Es soll Schülern, für die der Erste Allgemeinbildende Schulabschluss (ESA) auf der Kippe steht, einen „inneren Kompass“ geben.

Schulabschluss in schwieriger Lebensphase

Wie das funktionieren kann, erzählt Dorle Deh, Kompass-Koordinatorin an der Baltic-Schule. „Unsere Kompass-Kinder waren stolz, zum Projekt zu gehören“, sagt sie. Gerade die achte und neunte Klasse sei für die Jugendlichen eine schwierige Zeit. „Es ist die Zeit der Pubertät, und gleichzeitig wächst der Druck. Noten werden plötzlich sehr wichtig“. Schüler hätten das Gefühl, dem nicht gewachsen zu sein, „viele fangen an zu rauchen oder zu schwänzen. Davon sind die Kompass-Kinder weit entfernt, sie gehen mit Selbstvertrauen durch den Schulalltag“.

„Ich bin viel selbstbewusster geworden“, sagt auch Andrada (15), die mit ihren beiden Klassenkameradinnen Emine und Zeynep (beide 16) von der Gotthard-Kühl-Schule für „Kompass“ ausgewählt wurde. Im normalen Leben wären die drei Mädchen der 19-jährigen Ella Rosenberg, die Orgelmusik auf Lehramt studiert, wahrscheinlich nie begegnet. Jetzt bezeichnen sie sie als Freundin. In wöchentlichen Treffen und in einer Chatgruppe hat sie den Schülerinnen bei Referaten geholfen, Englisch und Mathe gepaukt. „Sie kann so gut erklären“, sagen sie. Dabei hat auch die Mentorin viel für ihre künftige Arbeit als Musiklehrerin gelernt. Und ihre drei Mentees haben sich entschlossen, nach dem ESA sogar noch ihren Realschulabschluss zu machen.

Erfolg durch Musik und Verlässlichkeit

Gaja von Sychowski, Professorin für Erziehungswissenschaften an der MHL, hat die studentischen Mentoren betreut. Dass die schulischen Leistungen der Mentees besser wurden, habe nicht unbedingt mit Nachhilfe zu tun, sagt sie. Eine Studentin habe ihre Schüler an das Klavier herangeführt, jetzt nimmt er regelmäßig Unterricht – und ist in der Schule fitter. „Wer Musik macht, wird auch in den Hauptfächern besser“. Wichtig sei zudem die Erfahrung von Verlässlichkeit: „Sie haben kleine Verträge miteinander gemacht, um Etappenziele zu erreichen“. Neben den wöchentlichen Treffen gab es monatliche Ausflüge, beispielsweise in einen Hochseilgarten, in das elektromusikalische Tonstudio der MHL oder ins Theater Lübeck. Eine große Bereicherung, denn „das Projekt ist vor allem für Jugendliche, die so etwas von Haus aus eher nicht bekommen“.

Mit der feierlichen Übergabe von Zertifikaten und dem Lied „This is me“ entlassen die Mentoren ihre Schützlinge aus dem Projekt. Finanziert wird es von der Gemeinnützigen Sparkassenstiftung mit 400 000 Euro, davon wurde bisher ein knappes Viertel für Organisation, Fahrtkosten und Honorare der Mentoren abgerufen. Stiftungsvorsitzender Frank Schumacher ist sicher, dass das Geld gut angelegt ist. „Wir werden weitermachen – langfristig eher noch größer“, sagt er. Bedarf gibt es genug: Lübeck hat die landesweit höchste Quote an Jugendlichen, die die Schule ohne Abschluss verlassen.

Friederike Grabitz

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