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16:00 30.11.2019
"Von Herzensrettern und Lebensrettern": Johanniter schulen Achtklässler des Johanneums in Wiederbelebung. Quelle: E-Mail-LN-Luebeck
St. Lorenz Süd/Innenstadt

Zwei Hände, und die richtige Technik – mehr braucht es nicht, um ein Menschenleben zu retten. Es geht um die Herzdruckmassage, in der sich 13 Lehrer haben schulen lassen. Die Dräger-Stiftung hat die Anschaffung der Klassensätze an Trainingspuppen bezahlt. Geschult wurden die Lehrer in Kooperation mit dem Deutschen Rat für Wiederbelebung (GRC) und dem Institut für Notfallmedizin des UKSH im Drägerforum. Die Johanniter schulen in einem eigenen Projekt Lübecker Schüler in lebenserhaltenden Maßnahmen.

4000 Schüler sollen eingewiesen werden

Daniel Gurewitsch ist Teamleiter des Schulsanitätsdienstes an der Thomas-Mann-Schule. Sein Fazit der Aktion: „Eine rundum gelungene Fortbildung. Sie ist das Wichtigste, was einem beigebracht werden kann, da es um Leben und Tod geht“, so Gurewitsch. Pro Jahr sollen 4000 Schüler in die lebensrettende Technik eingewiesen werden.13 Lübecker Schulen machen mit. „Ziel ist es, dass die Schüler die Übungspuppen auch mit nach Hause nehmen können, um auch dort zu üben“, sagt der Vorstandsvorsitzende des GRC, Professor Bernd W. Böttiger. Dadurch würden automatisch auch Familienangehörige an die Herzdruckmassage herangeführt, so Böttiger.

Erstversorgung rettet Leben

Und das passiert bei einer Druckmassage: Die Rippen, die sich über das Herz spannen, werden rhythmisch und kräftig nach unten gedrückt, und zwar so lange, bis der Rettungsdienst da ist, so die Mediziner. „Dadurch wird das mit Blut gefüllte Herz quasi ausgepresst“, wie der Notarzt Gernot Rücker erklärte. „Damit können Lunge, Gehirn und Herz durchblutet werden“, so Rücker. Als lebensnotwendige Zentrale brauche das Gehirn ständig Sauerstoff. „Bereits nach zehn Minuten ohne Versorgung ist das Gehirn abgestorben“, sagte der Arzt. Ein Wettlauf mit der Zeit. Mit jeder Minute fehlender Wiederbelebung sinke die Überlebensrate um zehn Prozent. In ländlichen Gebieten, wo der Rettungsdienst nicht so schnell wie in der Stadt kommen könne, sei die Erstversorgung lebensrettend, so die Experten.

Stefan Dräger an der Übungspuppe

„Wir danken der engagierten Initiative, dem UKSH für die personelle Begleitung, und der Dräger-Stiftung für die Förderung“, sagte Schulrat Helge Daugs. Auch er ließ sich an der Übungspuppe, dem Einsatz eines Defibrillator und der Mund-zu-Mund-Beatmung ausbilden. Erstaunlich routiniert gab sich auch der sichtlich beeindruckte Unternehmenschef Stefan Dräger, der den Anweisungen gewissenhaft folgte.

Der Vorstandsvorsitzende des Deutschen Rates für Wiederbelebung (GRC), Professor Bernd W. Böttiger, (v. l.), Stefan Dräger, Notarzt Gernot Rücker und Schulrat Helge Daugs. Quelle: Rüdiger Jacob

Johanniter machen Schüler zu „Herzensrettern“

95 Achtklässler des Johanneums haben unterdessen unter Anleitung der Johanniter die Herzdruckmassage gelernt. Zu Liedern wie „Stayin‘ Alive“, „Atemlos“ oder „Highway to hell“ übten sie, die Massage zehn Minuten durchzuhalten. Zum Abschluss erhielten sie das Herzensretter-Abzeichen in Bronze sowie die dazugehörige Urkunde. Verabschiedet wurden sie mit den Worten des Arztes Hans-Martin Grusnick: „Denkt immer daran: Ihr könnt bei der Wiederbelebung nichts falsch machen, aber so vieles richtig!“

Im nächsten Jahr steht dann für die Schüler die Ausbildung als Herzensretter in Silber an, das heißt neben der Herzdruckmassage wird dann auch die Beatmung geschult. Das Johanniter-Konzept „Von Herzensrettern und Lebensrettern“ sieht vor, dass Schüler zu Juniortrainern ausgebildet werden, die wiederum ihre Mitschüler in der Wiederbelebung schulen.

Von Rüdiger Jacob

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