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Lokales Lübeck Lübeck: Naturbad Kleiner See feiert 50. Geburtstag
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18:50 08.06.2019
Hannes Vogler (40) kommt mit seinen Töchtern Tamina (4, l.) und Alisha (7) regelmäßig an den Kleinen See. Quelle: Lutz Roeßler
St. Gertrud

Tamina (4) war lange im Wasser. Als sie mit ihrer Schwester Alisha (7) herauskommt und am Steg im kräftigen Wind sitzt, wird ihr kalt, und ihr Vater Hannes Vogler (40) zieht ihr schnell etwas über. Die Familie wohnt fünf Minuten Fußweg entfernt und verbringt viel Zeit an der Badestelle Kleiner See. So wie es Hannes Vogler, der in der Nähe aufwuchs, schon als Kind tat.

Bei der Eröffnung hatte das Wasser 13 Grad

Das Jubiläums-Sommerfest der Badestelle Kleiner See begann am Sonnabendnachmittag bei nicht allzu warmen Temperaturen. Aber verglichen mit der Eröffnungsfeier genau 50 Jahre vorher war es geradezu hochsommerlich. Die alten Bilder zeigen Jugendliche in Jacken, und im LN-Bericht von der Eröffnung war von 13 Grad Wassertemperatur die Rede. Damals trauten sich nur die DLRG-Schwimmer ins Wasser.

Großer Andrang herrschte bei der Eröffnung der Badestelle Kleiner See vor 50 Jahren. Die Temperaturen waren damals wenig sommerlich und luden nicht zum Baden ein. Quelle: LN-Archiv

46 Jahre Provisorium

Die Einweihung der Badeanstalt war trotzdem eine große Stunde für Eichholz. In den frühen Jahren sei es dort immer voll gewesen, erinnert sich die ehemalige CDU-Politikerin Roswitha Kaske: „Man war froh, dass man was hatte. Das Geld war noch nicht so üppig, dass alle zigmal verreisen konnten.“ Schon 1956 war die Idee zu dem Freibad aufgekommen, aber erst Ende 1968 beschloss die Bürgerschaft das Projekt. Danach dauerte es bis zur Fertigstellung allerdings nicht einmal ein Dreivierteljahr, einschließlich eines Pontongebäudes. Das Gebäude war allerdings, wie Rüdiger Mahnke erzählt, nur als Provisorium für etwa vier Jahre gedacht. Daraus wurden schließlich 46 Jahre.

Die Stadt wollte die Naturbäder loswerden

Mahnke war 16 Jahre lang Vorsitzender des Gemeinnützigen Vereins Eichholz, Krögerland, Brandenbaum und Wesloe. In seiner Amtszeit wollte die Hansestadt das Bad, das sie Ende der 60er Jahre so entschlossen geschaffen hatte, wieder schließen – wie auch die anderen drei Naturbäder. „Die Stadt sagte immer: ,Das wird zu teuer‘“, erinnert sich Mahnke.

Schließlich fand sich eine Lösung: Die Stadt zog sich aus den Naturbädern zurück und übergab ihren Betrieb neu gegründeten Vereinen – einer für die drei Wakenitzbäder Kleiner See, Marli und Falkenwiese, einer für das Altstadtbad Krähenteich. Damit wurden auch wieder Investitionen möglich. Die Badestelle Kleiner See bekam aus Spenden und Stiftungen das Geld für ein neues Badehaus zusammen. Es wurde 2016 eröffnet, mit Duschräumen und behindertengerechten Toiletten. Das Ponton-Gebäude, dieses Dauerprovisorium aus dem Jahr 1969, konnte endlich abgewrackt werden.

Ein Treffpunkt für Eichholz

Die Bewohner von Eichholz und den angrenzenden Vierteln freuen sich. Leon (11) hat eine Jahreskarte und fährt regelmäßig mit dem Fahrrad her, nachmittags nach der Schule oder am Wochenende. „Mir gefällt die Schwimminsel“, sagt er, „und dass es so schön in der Natur ist.“

Viele Vereine und Organisationen aus Eichholz hatten zum Sommerfest ein vielfältiges Programm organisiert. Leon (11) spielt mit Melanie Wendel (38) eine Partie „Vier gewinnt“. Quelle: Lutz Roeßler

„Von der Lage her ist es die schönste Badestelle. Finden wir jedenfalls“, sagt Rolf Schulze, Mahnkes Nachfolger als Vereinsvorsitzender. „Für den Stadtteil ist das hier ganz, ganz wichtig als soziale Anlaufstelle.“ Auf dem Sommerfest präsentierten sich am Sonnabend neben dem Stadtteil-Verein auch der musikpädagogische Verein Tontalente, die Grundstücksgesellschaft „Trave“, SPD und CDU, der Jugendtreff Dieselstraße, das Nachbarschaftsbüro Eichholz, die Kinder- und Jugendkirche, die Kita St. Christophorus und die Grundschule Eichholz.

Gegen Abend kam die Sonne hervor, und das Ufer füllte sich mit Besuchern. Angelika Richter, Direktorin der Gemeinnützigen, taufte ein neues Rettungsboot auf den Namen „Kleiner See“, und Bürgermeister Jan Lindenau (SPD) stimmte spontan beim Shantychor Möwenschiet ein.

Hanno Kabel

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