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Lokales Lübeck Lübeck: Neue Sternwarte ab August 2020
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20:01 02.05.2019
Mit diesem Bild wirbt der Verein der Lübecker Sternfreunde für seine Arbeit. Die erste Sternwarte entstand 1957. Quelle: Arbeitskreis Sternfreunde Lübeck (ASL)
Lübeck

 Dass es so schnell gehen könnte, sei in ihren kühnsten Träumen nicht vorgekommen, gestehen Oliver Paulien und Dr. Ulrich Bayer freimütig ein. Beide engagieren sich im Arbeitskreis Sternfreunde Lübeck e.V. (ASL), der 2016 seine Heimstatt, die Sternwarte „Am Ährenfeld“ in Eichholz verloren hatte. Und um eine neue Sternwarte bekommen zu können, bekamen die rund 130 Amateur-Astronomen Ende des vergangenen Jahres die Auflage, erst mal rund 200 000 Euro an Spendengeldern selbst einwerben zu müssen (die LN berichteten). Ein neuer Standort war mit der Schule Grönauer Baum bereits gefunden.

Beobachtungsturm mit Kuppel

„Natürlich sind wir dann zeitnah mit einem Konzept bei den Stiftungen vorstellig geworden“, erklärt der Vereinsvorsitzende Oliver Paulien, „und wie man weiß, dauern die Entscheidungsprozesse in Gremien immer recht lange.“ Nicht so bei der Gemeinnützigen Sparkassenstiftung – ihr Vorstand beschloss schon in der März-Sitzung, insgesamt 233 000 Euro für den Neubau der Sternwarte in St. Jürgen zu bewilligen. Diese Mittel sollen insbesondere für den Bau eines Beobachtungsturms mit astronomischer Kuppel eingesetzt werden.

Der Vorstand der Gemeinnützigen Sparkassenstiftung, Wolfgang Pötschke (l.), Frank Schumacher (2.v.l.) und Titus Jochen Heldt (r.), freuen sich mit Kultursenatorin Kathrin Weiher und ASL-Vorstand Oliver Paulien. Quelle: 54° / John Garve

„Wer Sterne erforschen will, braucht neben der geeigneten Technik auch die entsprechende Umgebung“, betont Frank Schumacher, Vorstandsvorsitzender der Stiftung. „Diese war nach dem Auszug aus der Johannes-Kepler-Schule in 2016, die anschließend abgerissen wurde, nicht mehr gegeben. Mit unserer Förderzusage sichern wir nun ein wichtiges Bildungsangebot in unserer Region. Denn die Astronomie verknüpft praktische Wissensvermittlung rund um die Naturwissenschaft mit Heimatkunde und spricht sowohl Kinder als auch Erwachsene an. In dieser Kombination ist die Sternwarte einzigartig“, lobt Schumacher.

Ab Oktober soll gebaut werden

Die Geldspritze stockt nun den städtischen Zuschuss in Höhe von 203 000 Euro auf, so dass die avisierten Gesamtbaukosten von 435 400 Euro gedeckt sind. Im Oktober soll mit dem Bau begonnen werden, für Ende Juni 2020 wird die Fertigstellung erwartet, und für den Spätsommer des nächsten Jahres ist die große Eröffnung geplant. Die Bürgerschaft hatte die Zuschuss-Zusage der Stadt an die Bedingung geknüpft, dass die zusätzlichen Kosten durch Spenden einzuwerben sind. Die Sparkassenstiftung übernimmt den Fehlbetrag in voller Höhe.

Die alte Sternwarte – Kennzeichen war die Beobachtungskuppel – war in der Johannes-Kepler-Schule untergebracht. Quelle: Künzel

„Einigkeit bestand zu jeder Zeit darüber, dass die Sternwarte erhalten bleiben muss“, versichert Bildungssenatorin Kathrin Weiher. Auch wenn es sich für die Sternfreunde nach dem Verlust ihrer Beobachtungs- und Veranstaltungsstätte, die bis zu 3000 Interessierte pro Jahr angezogen hat, nicht immer so angefühlt hat, wie sie sagen. „Wir sind jedenfalls mit dem neuen Standort sehr zufrieden und über die neue Chance sehr dankbar“, so Paulien. „Fern der Innenstadt sind nur wenige künstliche Lichtquellen vorhanden. Das ermöglicht freie Sicht über einen Großteil des Himmels“, freut sich der Hobby-Astronom.

Die neue Heimat der Sternwarte

Die Sternwarte Lübeck wurde 1957 zunächst als Volkssternwarte gegründet. Bis 2007 war sie eine städtische Bildungseinrichtung und Teil der Volkshochschule – getragen vom Verein Arbeitskreis Sternfreunde Lübeck. Zweck ist die Förderung der Schulbildung und der Erwachsenenbildung auf dem Gebiet der Astronomie. 2016 erforderte die Entwicklung eines neuen Wohngebiets den Auszug aus der Johannes-Kepler-Schule.

Mit Vorträgen und Veranstaltungen an verschiedenen Orten konnte der Trägerverein das Angebot seit der Schließung aufrechterhalten. Danach begann ein Prozess des intensiven Suchens nach einem geeigneten Standort. Mit der Schule Grönauer Baum im Reetweg wurde schließlich ein neuer Standort gefunden. Dort sind seit zwei Monaten Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen im Gange. Ab Oktober wird dort auch die neue Sternwarte gebaut.

Der Fachbereich Kultur und Bildung von Senatorin Kathrin Weiher wird nach Fertigstellung für den Bauunterhalt und die Betriebskosten der Sternwarte zuständig sein. Der Verein beteiligt sich mit einer monatlichen Betriebskostenpauschale in Höhe von 100 Euro. Die Hansestadt Lübeck garantiert dem Verein die Überlassung der Räume für 15 Jahre. „Die Überlassungsgarantie als Gewähr für Nachhaltigkeit ist für uns ein wesentliches Entscheidungskriterium“, betont Schumacher. „Unsere Förderung war an diese Zusage der Hansestadt gebunden.“

Michael Hollinde

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