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Lokales Lübeck Lübeckerin hilft Elefanten in Kenia
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06:00 13.04.2019
Nicole Sartoris arbeitet seit 20 Jahren ehrenamtlich für den Verein „Rettet die Elefanten Afrikas“. Quelle: Privat
Lübeck

Nicole Sartoris hat ein Herz für Tiere. Und insbesondere für Elefanten. Seit knapp 20 Jahren schon setzt sich die gebürtige Lübeckerin für das Wohlergehen der grauen Riesen in Afrika ein. „Warum Elefanten?“, fragt Sartoris, überlegt einen Moment und zuckt mit den Schultern. „Ich weiß es auch nicht, irgendwie wurde mir die Liebe für Elefanten mit in die Wiege gelegt.“ Das fing schon in jungen Jahren an: „Ja, Kuscheltiere waren toll. Aber ein Elefant als Kuscheltier? Das war für mich das Nonplusultra.“

Zunächst aber verschlug es Sartoris ins Lübecker Tierheim, wo sie als Tierinspektorin aushalf. „Das war sehr zeitaufwendig“ und neben ihrem Job bei Oldendorff Carriers ein Balanceakt. „Beim Surfen im Internet stieß ich dann durch Zufall auf den Verein ,Rettet die Elefanten Afrikas’ – zur damaligen Zeit gab es gerade einmal eine Faxnummer, sonst nichts“, erzählt Sartoris und schüttelt belustigt den Kopf. Lange ist es her.

Landet das Geld, wo es gebraucht wird?

Um dem Verein ihre Mithilfe anzubieten, genügte der Internetauftritt aber. „Nur Geld zu spenden, reichte mir aber nicht. Ich wollte hinter die Kulissen schauen, sehen, ob die Spenden auch tatsächlich dort ankommen, wo sie gebraucht werden“, betont sie. Zunächst aber war ihre Hilfe noch nicht gefragt, eine Patenschaft für einen jungen Elefanten namens ,Nasalot’ sollte reichen. Doch Sartoris blieb beharrlich – und wurde bereits ein Jahr später für ihre Hartnäckigkeit belohnt: „Der Gründer des Vereins, Hans Röhring, rief mich an und fragte, ob ich nach wie vor Interesse hätte, im Verein mitzuhelfen.“ Hatte sie. Und so stapelten sich wenig später etliche Kartons in ihrem Wohnzimmer. Rundbriefe zusammenstellen, eintüten, mit Adressaufklebern versehen, frankieren.

„Ich kann mir kein Jahr ohne eine Reise nach Afrika vorstellen“

Mit der Zeit wurden die Aufgaben umfangreicher. Bis zu 20 Stunden im Monat investiert Sartoris in ihre ehrenamtliche Tätigkeit. „Im Urlaub, abends, am Wochenende. Irgendwie kriegt man das schon hin.“ Im Jahr 2006 wird Sartoris schließlich in den Vorstand des Vereins gewählt, wo sie sich bis heute als stellvertretende Vorsitzende für das Wohl der Elefanten einsetzt. 2008 ging es dann erstmals nach Kenia: „Man sagt ja immer, entweder das Afrika-Virus packt einen, oder eben nicht. Mich hat es gepackt – ich kann mir mittlerweile kein Jahr mehr ohne vorstellen“, sagt Sartoris.

Ein Herz und eine Seele: Tagsüber gehen die Elefanten zusammen mit den Keepern und den Ehrenamtlichen des Vereins für eine Wanderung in die Savanne. Quelle: Privat

Einmal im Jahr, immer im August oder September, packen die Ehrenamtlichen dann ihre Koffer und besuchen ihre Schützlinge vor Ort. „Alles auf eigene Kosten“, betont Sartoris. Lediglich ein Mitglied pro Jahr werde vom Verein finanziert, um die Kosten möglichst gering zu halten. Denn die Spendengelder sind schließlich für die Elefanten gedacht. „Ich stehe voll dahinter, habe Einblick in alle Konten und würde meine Hand dafür ins Feuer legen, dass das Geld auch tatsächlich da ankommt, wo es gebraucht wird.“

Zu Besuch bei den Elefanten

Zusammen mit den Keepern, die sich an den unterschiedlichen Standorten in Afrika um die Elefanten-Waisen kümmern, geht es für Sartoris und die anderen ehrenamtlichen Mitglieder des Vereins jeden Morgen in die Savanne. Denn Elefanten wandern gern. Und die Keeper folgen ihnen. Insgesamt 108 Waisen konnten in dem bald 30-jährigen Bestehen des Vereins erfolgreich ausgewildert werden. Die gut 7300 Paten, die die Elefanten mit einem jährlichen Beitrag von 25 Euro unterstützen, hätten hierzu einen wesentlichen Beitrag geleistet. „Für uns ist das ein toller Erfolg“, so Sartoris.

Die Lübeckerin Nicole Sartoris setzt sich seit 20 Jahren ehrenamtlich für Elefanten in Afrika ein. Durch Wilderei und den Elfenbeinhandel sind die Säuger vom Aussterben bedroht.

Wilderei und Handel mit Elfenbein ist weiter angestiegen

Durch den Handel mit Elfenbein, der größtenteils für das Aussterben der Elefanten verantwortlich ist, blieben häufig vor allem Jungtiere zurück. „Ein Elefantenbaby kann aber erst so ab sieben Jahren für sich alleine sorgen, davor ist es auf den Schutz des Muttertiers angewiesen“, erklärt Sartoris. Eben hier setzt die Arbeit der Keeper, der Hüter, ein. Gerät ein Jungtier oder aber auch ein älteres Tier in Not, päppeln die Keeper die Tiere auf, bis sie stark genug sind, um in freier Wildnis zu überleben. „Wir hoffen, dass wir noch viel bewegen können. Aber so viel ist klar: Wir geben den Kampf nicht auf!“

Mehr Informationen zum Verein finden Sie unter www.reaev.de.

Josephine Andreoli

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