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Lokales Lübeck Lübeck: Gesundheits-Praxen müssen bedingt schließen
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16:16 18.03.2020
Geschlossen: Jetzt müssen in Lübeck auch Einrichtungen schließen, die Physiotherapie, Tagespflege und Reha-Maßnahmen anbieten.
Geschlossen: Jetzt müssen in Lübeck auch Einrichtungen schließen, die Physiotherapie, Tagespflege und Reha-Maßnahmen anbieten. Quelle: Daniel Karmann/dpa
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Lübeck

Keine Kuren, keine Physiotherapie, keine Tagespflege: Die Praxen müssen schließen. Ab sofort. Das Verbot gilt bis einschließlich 19. April. So lautete die Anordnung laut einer Pressemitteilung der Stadt. Es gibt jedoch Ausnahmen.

Keine neuen Kuren

Vorsorge- und Reha-Einrichtungen dürfen keine neuen ambulanten oder stationären Kur- und Reha-Maßnahmen mehr beginnen. Das gilt auch für psychosomatische Maßnahmen und für Mutter-/Vater-/Eltern-/Kind-Kuren. Ausgenommen davon sind: Anschluss-Behandlungen und bereits begonnene Behandlungen. Sie dürfen zu Ende geführt werden. Aber: Sie sollen aber für Patienten aus Schleswig-Holstein und Hamburg erbracht werden.

Physiotherapie-Praxen müssen bedingt schließen

Alle Praxen in Lübeck werden ab sofort geschlossen, nur Anschlussheilbehandlungen dürften noch weiter geführt werden, hieß es in der Pressemitteilung der Stadt. Viele Physiotherapeuten waren dadurch extrem verunsichert, verloren am Mittwoch Patienten. Wie Oliver Haase und Maren Reinicke, die eine Praxis für Physiotherapie in der Königstraße betreiben.

Klarstellung erfolgt

Im Laufe des Tages dann die Klarstellung. Stadtsprecherin Dorel räumte ein, dass in der Pressemitteilung ein Satz fortgefallen sei. In der aktuellen Mitteilung der Stadt heißt es unter Punkt 11, zu schließen seien „Physio- und Massagepraxen (Ausnahme: medizinisch gebotene Behandlungen; eine ärztliche Verordnung ist hierfür vorzulegen). Was auch für Maren Reinicke eine ganz andere Bedeutung als eine Schließung der Praxis hat, „denn Patienten ohne Rezept gibt es kaum.“

Tagespflege nur sehr eingeschränkt

Tagespflege: Einrichtungen, in denen Pflegebedürftige tagsüber untergebracht und verpflegt werden, dürfen ab sofort keine entsprechenden Leistungen mehr erbringen. Allerdings gibt es Ausnahmen: Die Tagespflege bleibt weiterhin möglich, wenn eine pflegebedürftige Person ansonsten von Angehörigen versorgt und betreut werden müsste, die in Bereichen der kritischen Infrastruktur arbeiten.

Dazu zählen: Strom-, Gas-, Wasser- und Kraftstoffversorgung, öffentliche Abwasserbeseitigung und Müllabfuhr; Produktion, Zulieferung, Logistik sowie Groß-und Einzelhandel in den Bereichen Ernährung und Hygiene; Aufrechterhaltung der Netze für Informationstechnik und Telekommunikation; der Gesundheitsbereich; Banken zur Bargeldversorgung und für Sozialtransfers; Transport, Verkehr und Logistik für kritische Infrastrukturen, ÖPNV; Medien mit Anteilen von Risiko- und Krisenkommunikation; Kernaufgaben der öffentlichen Verwaltung wie Gesundheitsamt, Sozialverwaltung, Jugendhilfe, Ordnungswesen, Polizei, Feuerwehr, Katastrophenschutz, Justiz, Veterinärwesen, Küstenschutz, Bundeswehr; Lehrkräfte, soweit sie die Notbetreuung von Kindern übernehmen; in stationären Jugendhilfe- und Eingliederungshilfeeinrichtungen Tätige. Dabei sind nur die Kernaufgaben der Infrastruktur von Belang; Zusatzleistungen wie der Betrieb einer Kantine fallen nicht darunter.

Ausnahmen für schwer Pflegebedürftige

Von den Verboten ausgenommen sind Personen, die einen täglichen Pflege- und Betreuungsaufwand benötigen, dem im häuslichen Rahmen nicht entsprochen werden kann. Für sie soll ein Notbetrieb nach Entscheidung der Einrichtungsleitung sichergestellt werden. Weil Personen, die in der Tagespflege betreut werden, zu den besonders gefährdeten Personengruppen gehören, wird dringend empfohlen, alle Möglichkeiten der ambulanten Betreuung auszuschöpfen und nicht auf den Notbetrieb zurückzugreifen. Pflegende Angehörige können sich mit Fragen an den Pflegestützpunkt unter Telefon 0451/115 wenden. Vollstationäre Pflegeheime sind von den Schließungen nicht betroffen.

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Von Josephine von Zastrow und Sabine Risch