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Lokales Lübeck Lübeck: Pontonbrücke über den Wallhafen eröffnet
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18:47 05.09.2019
Besucher der Eröffnung gehen zum ersten Mal über die Brücke, die seit Mittwochabend Wallhalbinsel und Roddenkoppel verbindet. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen
Innenstadt/St. Lorenz Nord

Ein bisschen wacklig ist der Weg über die Pontons zwischen Wallhalbinsel und Gollan-Werft, aber alles sei behördlich abgenommen und genehmigt, versichert Bausenatorin Joanna Hagen. Sie zeigt sich begeistert von dem Projekt – auch wenn es, wie sie zugab, der Verwaltung etwas Kopfzerbrechen bereitet habe: „Ist das eigentlich eine Brücke im Sinne der Landesbauordnung? Braucht es hier eine Baugenehmigung oder eine wasserrechtliche Genehmigung?“ Was immer es ist: Die Abnahme am Mittwochvormittag ergab keine Beanstandungen.

Die Brücke besteht aus Schwimmpontons und hat bis zum 21. September Bestand. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen

Besucherin fühlt sich an Christo erinnert

Mehrere hundert Lübecker waren am Mittwochabend zur Einweihung gekommen. Jolanda Steen (64) schob sogar ihr Fahrrad über die Pontons. Sie wohnt nahe der Innenstadt und hat erst die Entwicklung der Gollan-Kulturwerft und jetzt auch das Brückenprojekt mit großem Interesse verfolgt. „Die Aktion erinnert mich an Christo, als er drei Inseln in Norditalien verbunden hat“, sagt sie. Für sie ist dieses symbolische Projekt „schon fast überfällig“: „Es ist toll, dass hier alles belebt wird.“

Das Jubiläumsprogramm

Das Architekturforum wird 20 Jahre alt und hat aus diesem Grund ein umfangreiches Programm auf die Beine gestellt.

Am Sonntag, 8. September, organisieren Forum und Denkmalpflege um 10 Uhr eine rund 15 Kilometer lange Radtour, die zu Gebäuden des „roten Bauhauses“ führen. Eine telefonische Anmeldung ist erforderlich (0451-1224812). Am gleichen Tag startet um 15 Uhr an der Pontonbrücke auf der Seite Nördliche Wallhalbinsel eine Begehung der Industriedenkmale auf der Roddenkoppel.

Am Freitag, 13. September, richtet die Bundesstiftung Baukultur eine Veranstaltung in der Kulturwerft Gollan (11.30 Uhr) aus, in der es um „neue Wegeräume für die Stadt“ geht. Das Forum eröffnet im Anschluss eine Ausstellung, die auf das 20-jährige Bestehen zurückblickt.

Am Sonnabend, 14. September, findet der Architektursommer auf dem Schrangen statt. Ab 13 Uhr werden verschiedene Orte besucht, an denen sich das Forum in die Gestaltung eingemischt hat – beispielsweise die Brücke an der Obertrave oder der Drehbrückenplatz.

Am Abend des 14. September findet ab 18.30 Uhr die Jubiläumsfeier des Architekturforums in der Kulturwerft Gollan statt. Auf der Feier gibt es einen Festvortrag des früheren Hamburger Oberbaudirektors Prof. Jörn Walter.

Alle Veranstaltungensind für die Bürger kostenlos, bis auf die Jubiläumsfeier. Dafür müssen Eintrittskarten beim Architekturforum erworben werden. Alle Informationen gibt es online unter www.architekturforum.de.

Wunsch nach einer dauerhaften Brücke

Die Pontons stehen symbolisch für ein Ausgreifen aus der Innenstadt in die Vorstadt – aber nicht nur symbolisch. Für Norbert Hochgürtel, Vorsitzender des Architekturforums, wäre eine dauerhafte Brücke über den Wallhafen wünschenswert. Er verweist auf das Beispiel Kopenhagen, wo Fußgänger- und Radfahrerbrücken zwischen verschiedenen Stadtteilen alle Erwartungen übertroffen hätten. Der sinnvollste Ort für eine Brücke zwischen Wallhalbinsel und Roddenkoppel läge Hochgürtel zufolge allerdings etwa 200 Meter weiter südlich (also in Richtung der MuK). Dort gab es schon einmal eine Brücke, über die am anderen Ufer Vieh von der Hafenkante über die Eisenbahn zum Schlachthof gebracht wurde. Reste davon sind an der Katharinenstraße noch zu sehen.

Thilo Gollan, Gründer und Namensgeber des Kulturzentrums auf der Roddenkoppel, freut sich über die Aktion. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen

Thilo Gollan ist angetan

Die temporäre Pontonbrücke ließ sich am jetzigen Ort aber leichter realisieren. Mit der Aktion feiert das Architekturforum sein 20-jähriges Bestehen. „Wir wollen als Architekturforum eigentlich nicht planen und bauen“, sagt Hochgürtel, „aber zum Jubiläum wollten wir etwas zum Anfassen machen.“

Auch der Unternehmer Thilo Gollan, Gründer und Namensgeber des Kulturzentrums auf der Roddenkoppel, ist angetan – auch wenn er betont, dass er nicht die Idee gehabt habe. Auch er wünscht sich eine dauerhafte Brücke: „Das ist für Lübeck notwendig“, sagt er, als er vor der Eröffnung auf der Innenstadt-Seite steht. Er weist auf die Industrieruinen am anderen Ufer: „Da drüben sind 30 Hektar mit so geringer Wertschöpfung!“

Klicken Sie hier für weitere Bilder von der Eröffnung.

Von Hanno Kabel

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