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19:09 09.01.2020
Die Karnevalisten feiern 1950 in den Straßen der Siedlung. Das Foto befindet sich in der Chronik des Vereins. Quelle: Cosima Künzel
Lübeck

Als älteste Karnevalsgesellschaft der Hansestadt feiert die Lübeck-Rangenberger KG von 1950 in diesem Jahr ihr Jubiläum. Nach der Prinzenproklamation am Sonnabend, 11. Januar, folgt am 22. Februar der Prinzenball mit großer Feier zum 70-jährigen Bestehen. Vorab erzählt Präsident Jens Zimmermann (43) von den ersten Umzügen in der Siedlung und vom Erfolgsmodell des heutigen Vereins.

Präsident Jens Zimmermann (43) blättert in der Chronik des Karnevalsvereins. Quelle: Cosima Künzel

Der Präsident sitzt vor drei dicken Ordnern im DIN-A3-Format. Sieben Jahrzehnte Karnevalsgeschichte sind darin gesammelt. „Da sind schon einige Foto-Schätze dabei“, sagt der 43-Jährige mit Blick auf die Schwarz-Weiß-Bilder aus den Anfangsjahren. Umzüge im Viertel sind darauf zu sehen: Siedlungshäuser, viele Zuschauer, tolle Kostüme und große Lust am Feiern. So fing es an.

Erster Rosenmontagsumzug war am 19. Februar 1950

„Ab 1936 kamen viele Rheinländer an die Trave, um im Hochofenwerk in Herrenwyk zu arbeiten“, erzählt Zimmermann. Sie machten Lübeck in den 1950er-Jahren zur Karnevalshochburg des Nordens. Der erste Rosenmontagsumzug durch die Siedlung Rangenberg wurde am 19. Februar 1950 organisiert. Die Fotos zeugen von vollen Straßen, und man beschloss, dass der Karneval in der Siedlung ein Zuhause bekommen sollte.

Hier sehen Sie schöne Bilder aus der Vereinsgeschichte und von den Festvorbereitungen

Am 22. Februar 1950 wurde die rot-weiße Karnevalsgesellschaft „Rangenberg-Wallberg von 1950“ gegründet. In den folgenden Jahrzehnten gab es mehrere Umbenennungen, zuletzt 2012. Seitdem gehören die Karnevalisten zur „Lübeck-Rangenberger Karnevalsgesellschaft von 1950“ (LRKG) und damit zum ältesten Karnevalsverein in Lübeck.

„Als One-Man-Show funktioniert das nicht“

Derzeit hat die LRKG über 150 Mitglieder „Tendenz steigend“, sagt Zimmermann und nennt mehrere Gründe für den Erfolg: „Wir sind öffentlich sehr präsent und haben einen hohen Qualitätsanspruch bei unseren Veranstaltungen und Tänzen.“ Außerdem gibt es ein großes ehrenamtliches Team. „Als One-Man-Show funktioniert das nicht“, betont der Präsident. Zum Verein gehören vier Tanzgarden, sieben Tanzmariechen, sechs Showtanzgruppen samt Tanzgruppen für Männer („La Ola Boys“) und Frauen („Funnys“).

Während der 43-Jährige erzählt, trainieren im benachbarten Saal des Gemeinschaftshauses Rangenberg die Tänzerinnen. Musik wummert über das Parkett, während Tanzmariechen Virginia (10) ihre Choreografie übt. Zwei Minuten später versucht sie atemlos, Worte für ihre Begeisterung zu finden. „Das Tempo, die Musik“, schnauft sie, „auch die Tanzschritte, das alles gefällt mir.“

Yvonne Heinrich (37) trainiert mit Fabienne (11). Quelle: Cosima Künzel

Trainiert wird sie von Alina Vaupel (24). „Ich mache das seit drei Jahren“, sagt sie, „vorher habe ich selbst getanzt.“ Angefangen hat sie als Siebenjährige. Yvonne Heinrich (37) gehört schon seit 32 Jahren zum Verein. „Meine Eltern haben schon hier getanzt“, erinnert sie sich, „das ist mir ins Blut übergegangen.“ Die 37-Jährige ist nicht nur Trainerin von zwei Mariechen und einer Aktivengarde. Sie ist auch Schneiderin und Tänzerin. „Und gute Seele im Verein“, ruft jemand aus dem Hintergrund. Heinrich lächelt. „Der Saal ist mein zweites Zuhause“, sagt sie.

Es werden Schulungen angeboten

Für Zimmermann sind solche Geschichten typisch für den Verein. „Fast alle Trainer haben ganz früh angefangen zu tanzen, alle Garden durchlaufen und geben ihr Wissen jetzt weiter.“ Dabei habe man den Anspruch, dass die Trainer auch an Schulungen des Norddeutschen Karnevals-Verbandes und des BDK, Bund Deutscher Karneval, teilnehmen. „Für viele Leute ist Karneval nur: hoch die Tassen! Aber es ist echter Sport, verlangt viel ehrenamtliches Engagement und gute Organisation.“

Hier feiern die Karnevalisten

Bei der Lübeck-Rangenberger Karnevalsgesellschaft von 1950 stehen diverse Veranstaltungen vor der Tür. Hier eine Auswahl: Am Sonnabend, 11. Januar, wird im Gemeinschaftshaus Rangenberg, Brunskroog 61, die Prinzenproklamation gefeiert. Das Fest ist ausverkauft. Am Sonnabend, 1. Februar, gibt es am selben Ort den großen Lumpenball, Beginn: 20.11 Uhr. Der Eintritt kostet acht Euro. Die große Jubiläumsfeier „70 Jahre LRKG“ wird zusammen mit dem Prinzenball, ebenfalls im Gemeinschaftshaus, am Sonnabend, 22. Februar, gefeiert. Beginn: 19.11 Uhr. Eintritt: acht Euro.

Das Komitee Lübecker Karneval ist ein Zusammenschluss aller sechs Karnevalsgesellschaften der Hansestadt Lübeck: 1. Falkenfelder KG, GKG Silbermöwe, LKG Die Nordlichter, LKG Rut-Wiess, Lübeck- Rangenberger KG v. 1950 und Kücknitzer KG. Erste Komiteesprecherin ist Dagmar Callies. Als nächste gemeinsame Veranstaltung in der Session steht der Rathaussturm zum „Rosensamstag“ am 22. Februar auf dem Programm. Beginn: 11.11 Uhr. Außerdem gibt es am 24. Februar den Rosenmontagsball (ab 20.11 Uhr) im Hansa-Hof, Helmholtzstraße 12.

Wer ab Sonnabend, 11. Januar, zur neuen Prominenz im Verein gehört, wird übrigens noch nicht verraten. „Aber fest steht, dass wir um 21.11 Uhr bei der Prinzenproklamation wieder eine oder mehrere Tollitäten präsentieren: Einen Karnevalsprinz, eine - prinzessin oder sogar ein Prinzenpaar“, kündigt Zimmermann an. Mehr will er auf keinen Fall preisgeben. „Schließlich ist das eines der bestgehüteten Geheimnisse des Rangenberger Karnevals.“

Von Cosima Künzel

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