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Lübeck Schule im Container: Das sagen Betroffene
Lokales Lübeck Schule im Container: Das sagen Betroffene
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18:17 17.01.2019
In diesen Containern an der Brockesstraße ist ein Teil der Julius-Leber-Schule untergebracht. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen
St. Jürgen

Wirklich begeistert ist an der Kaland-Schule niemand davon, dass Kinder, Lehrer und Betreuer 2020 für voraussichtlich mehr als zwei Jahre in Container auf der Hüxwiese umziehen sollen (die LN berichteten). „Ich finde es nicht toll“, sagt Nadja Grüber (41), die ihre Tochter von der Schule abholt. „Die Kinder sollten gute Räume haben.“ Sie würde einen kompletten Umzug in das Gebäude der Volkshochschule am Falkenplatz vorziehen. Christine Rickert (63), die ihre Enkelin abholt, findet Container „prinzipiell furchtbar“. Sie macht sich außerdem Sorgen wegen der Nähe zum Wasser: „Die Kinder suchen sich einen Weg, am Kanal zu spielen.“

Container sind nicht so schlecht wie ihr Ruf“

Ärgerlich finden viele Eltern und Großeltern, die die LN am Donnerstag an der Schule befragten, vor allem, dass der Schaden im Dachgebälk der Kaland-Schule erst so spät entdeckt worden ist. So auch Mathias Langhans (35). Er hätte zwar einen Umzug in die Volkshochschule am sinnvollsten gefunden, ist aber vor allem froh, dass es eine klare Entscheidung gibt und alle Schüler an einen Ort kommen: „Zack, rüber, dann ist das erledigt.“ Tara Patzelt (41), deren Kind ebenfalls von dem Umzug betroffen sein wird, sagt: „Container sind nicht so schlecht wie ihr Ruf.“

In diesem Sinne äußern sich die beiden Schulen in Lübeck, deren Unterricht schon jetzt ganz oder teilweise in Containern – der Fachausdruck lautet „Module“ – stattfindet. Bernhard Baumanns, Leiter der Johannes-Prassek-Schule, einer privaten Grundschule auf dem Gelände der Luther-Schule in St. Lorenz Süd, sieht in den Containern allenfalls ein Imageproblem. „Hierher zu kommen am Tag der offenen Tür ist eine gewisse Hürde“, sagt er. Er bemüht sich weiter um einen Neubau für seine Schule – aber bis dahin hat er an den Containern nichts auszusetzen. Von den Kindern habe er noch nie Beschwerden gehört. „Es ist mehr eine Frage der Gestaltung der Räume“, sagt er. „Ich kann es auch in einem protzigen Neubau unangenehm gestalten.“

Schulleiter Bernhard Baumanns vor den Containern der Johannes-Prassek-Schule. Quelle: Sergio di Fusco (Archiv)

Alles ein bisschen spartanischer

Torsten Staudler, stellvertretender Schulleiter der Julius-Leber-Schule in St. Lorenz Nord, äußert sich ähnlich. 300 Schüler mussten zu Beginn des Schuljahrs wegen einer dringenden Sanierung in 93 Container an der Brockesstraße umziehen. „Da ist ein gutes Arbeiten möglich“, sagt er. „Das sind ja nigelnagelneue Räume.“ Nur bei den Fachräumen – er nennt Kunst und Naturwissenschaften – gebe es Abstriche: „Mit einem Waschbecken im Raum kommen Sie nicht weit.“ Die Lehrer seien über die Außentreppen nicht glücklich. Es sei alles ein bisschen spartanischer, sagt Staudler – aber für eine Übergangszeit gut zu ertragen.

Ulf-Michael Cosmus, Leiter der Kaland-Schule, plant den Umzug in die Container für das neue Schuljahr nach den Sommerferien 2020. Die Diskussion um einen Umzug seiner Schule in das Volkshochschulgebäude bezeichnet er als „Schnee von gestern“. Er äußert Verständnis für die Nöte der Volkshochschule – und zeigt sich dankbar, dass sie innerhalb weniger Tage Räume bereitstellte, als ein Teil der Kaland-Schule gesperrt werden musste. „Wichtig“, betont er, „ist, dass wir alle unter einem Dach sind.“ Die Anmeldezahlen scheinen ihm recht zu geben: Für das nächste Schuljahr gibt es 85 Anmeldungen. Das entspricht dem Niveau der Vorjahre – und ist genug für vier erste Klassen.

Gastspiele auf der Hüxwiese abgesagt

Wann genau die Bauarbeiten beginnen sollen, war am Donnerstag von der Stadtverwaltung nicht zu erfahren. Sicher ist aber: Schon in diesem Spätsommer wird die Hüxwiese als Veranstaltungsort ausfallen. Das Wolfhager Figurentheater aus Hessen, das für ein Gastspiel in der ersten Septemberhälfte kommen sollte, ist bereits verständigt worden, dass ein Ausweichstandort gesucht werden muss. „Wie es weitergeht, wissen wir noch nicht“, sagte die Betreiberin Jessica Kaselowsky am Donnerstag. Betroffen sein wird nach Auskunft der Stadt auch ein Gastspiel des Augsburger Figurentheaters Maatz im Oktober. Weitere Verträge seien nicht betroffen.

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