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Lübeck Sechs Haushalte müssen ihr Leitungswasser abkochen
Lokales Lübeck Sechs Haushalte müssen ihr Leitungswasser abkochen
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15:53 06.08.2019
Wasserleitungen an der Untertrave werden zurzeit gespült. Im Bereich Mengstraße/Alfstraße ist das Trinkwasser von sechs Haushalten mit Escherichia-coli-Bakterien verunreinigt. Quelle: Holger Kröger
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Lübeck

Durch den Starkregen am Wochenende ist es zu einer Verunreinigung des Trinkwassers im Bereich der Mengstraße/Alfstraße gekommen – sechs Haushalte sind betroffen. Deshalb werden dort zurzeit Leitungen durchgespült. Dies teilt der Pressesprecher der Stadtwerke Lübeck, Lars Hertrampf, auf Anfrage der LN mit. „Es ist eine sehr lokale Verunreinigung.“

Im Bereich der Mengstraße finden zurzeit umfangreiche Leitungssanierungen statt. Durch Starkregenfälle stand die Baustelle unter Wasser. Dadurch gelangten Escherichia-coli-Bakterien aus der Baugrube in die Wasserleitungen der betroffenen Haushalte. „Wir stehen mit den Anwohnern in Kontakt, haben sie umfassend informiert. Sie müssen sich keine Gedanken machen. Wir spülen seit Sonntag die Leitungen durch, um das verunreinigte Wasser rauszubekommen. Es ist eine reine Vorsichtsmaßnahme“, sagt Hertrampf. Solche Verunreinigungen im Zusammenhang mit überfluteten Baustellen würden immer mal wieder vorkommen.

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Es bestehe für die betroffenen Anwohner ein sogenanntes Abkochgebot – das heißt, sie sollen ihr Leitungswasser vor dem Trinken abkochen, um so die Bakterien abzutöten. Duschen und Wäsche waschen könne man weiterhin, trotz des Bakterienbefalls – nur trinken sollte man die Keime eben nicht.

Verunreinigung ist recht gering und lokal

 Die Verunreinigung sei zudem recht gering, sagt Hertrampf: „Wir haben Werte im unteren einstelligen Bereich. Die Werte müssen aber null betragen.“ Dank des Durchspülens befinden sich die Werte im Fallen, regelmäßig werden Proben entnommen, um den Grad der Verunreinigung zu ermitteln. Die Stadtwerke stehen mit dem Gesundheitsamt in Kontakt. Eventuell schon am Mittwoch oder Donnerstag könnte das Spülen beendet werden, wenn die Proben entsprechend ausfallen, sagt Hertrampf.

Das Wasser, das zum Durchspülen der Leitungen benutzt werde, bleibe prinzipiell ungenutzt – zum Bewässern von Grünflächen etwa werde es nicht mehr verwendet. „Es ist per se kein Trinkwasser mehr“, sagt Hertrampf.

In Kronsforde waren einst 200 Bewohner betroffen

Einen sehr viel schlimmeren Fall gab es beispielsweise im Jahr 2014 im Ortsteil Kronsforde: 60 Häuser mit knapp 200 Bewohnern, deren genossenschaftliche Wasserversorgung über einen Brunnen auf der Kronsforder Koppel 10a gewährleistet wurde, wurden aufgefordert, ihr Wasser abzukochen. Dort hatte es eine Verunreinigung mit Enterokokken gegeben. Diese kommen unter anderem als nützliche Bakterien im menschlichen Verdauungstrakt vor, treten aber auch als Krankheitserreger auf. Sie können dann zum Beispiel Harnwegsinfekte und Blutvergiftungen verursachen. Mehr als eine Woche lang mussten damals die Leitungen gründlich gesäubert werden.

Wasserverunreinigung in der Region

Bereits in der Vergangenheit kam es im Norden zu verunreingtem Trinkwasser. Einige der Fälle sind hier aufgelistet:

Bakterien-Alarm in Kronsforde: hier

Experten überprüfen Wasser aus Bad Schwartauer Brunnen: hier

Fahrgastschiff soll Abwasser in die Trave gekippt haben: hier

Von Sebastian Musolf

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