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Lübeck Jasper hat einen Hirntumor – Mutter bittet um Hilfe
Lokales Lübeck

Lübeck: Sohn unheilbar krank - Mutter bittet um finanzielle Hilfe

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10:24 23.11.2020
Astrid Biggen (33) und ihr Sohn Jasper (7) hoffen auf Spenden für das Medikament Onc201. Quelle: Cosima Künzel
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Lübeck

Es ist schlimm, wenn das eigene Kind krank ist. Doch was, wenn das Kind so krank ist, dass jeder Tag mit ihm der letzte sein könnte? Das erlebt Astrid Biggen (33). Ihr Sohn Jasper (7) hat einen bösartigen Tumor im Stammhirn, der nicht operiert werden kann. Es gibt keine Rettung. Aber es gibt ein Medikament, das Mutter und Kind gemeinsame Zeit schenkt. Dafür bittet die verzweifelte Lübeckerin um Spenden.

Sein Medikament kostet 5000 Euro pro Quartal

Das Medikament heißt Onc201. Laut Professor Melchior Lauten, Leiter der Kinderonkologie am UKSH (Campus Lübeck), „ist der Stellenwert von Onc201 im Gesamtkontext der Behandlung von Hirntumoren nach wie vor unklar“. Doch für Astrid Biggen ist Onc201 die einzige Hoffnung. Ihrem Jungen geht es gut, seit er das Medikament nimmt, und der Tumor ist sogar etwas kleiner geworden, sagt sie und betont: „Damit ist das Monster in seinem Kopf still.“

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So können Sie helfen

Spenden für das Medikament: Die „Glückstour“ des Schornsteinfegerhandwerks (www.glueckstour.de) unterstützt krebskranke Kinder und engagiert sich unermüdlich für den Jungen aus Lübeck. „Wir hören nicht auf, Jasper zu helfen“, sagt Organisator Ralf Heibrok, „und hoffen, dass er noch lange lebt und viel Grund zur Freude hat.“

Über 15 000 Euro konnten bereits für das Medikament zur Verfügung gestellt werden. Jetzt wird für das nächste Quartal gesammelt. „Außerdem haben wir dem Jungen ein Gartenhaus und ein Quad gekauft“, sagt Heibrok und bittet dringend darum, dass viele Menschen für die Finanzierung des Medikaments und die weitere Therapie spenden. Das Spendenkonto: Glückstour e. V., Kreissparkasse Wiedenbrück,IBAN: DE57 4785 3520 0025 0167 34, BIC: WELADED1WDB, Verwendungszweck: Jasper Jason aus Lübeck

Für Ausflüge und Unternehmungen gibt es über Paypal die private SpendenaktionJasper will noch was erleben“ unter https://paypal.me/pools/c/8qQ6ozCKa1

Rund 5000 Euro kostet das Medikament pro Quartal. Nach Angaben von Prof. Lauten ist „Onc201 für die Behandlung von Hirntumoren in Deutschland nicht zugelassen“. „Die Krankenkasse zahlt Onc201 für Jasper daher nicht“, so Biggen. Eine Hilfsorganisation der Schornsteinfeger hat ihr in den vergangenen Monaten geholfen, Spenden zu sammeln. So konnte sie das Medikament zuletzt bezahlen. Doch nun reichen die roten Pillen nur noch bis Januar.

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„Ich wünsche mir einfach noch so viele schöne Momente mit meinem Kind wie möglich“, sagt Biggen am Küchentisch sitzend. Die Stimme bricht ihr weg. Ihr kommen Tränen. Sie denkt von Tag zu Tag. Wenn sie nicht denkt, träumt sie. Dann wagt sie sich weiter voraus. Weihnachten. Ostern, Frühling. „Wenn er noch erleben könnte, wie seine Blumenzwiebeln im Schrebergarten erblühen...“, sagt sie, „die hatte er sich zum Geburtstag gewünscht.“

Die Mutter ist für jeden Tag mit ihrem Kind dankbar

Dass er seinen siebten Geburtstag überhaupt würde feiern können, hatte im Herbst vergangenen Jahres niemand gedacht. „Die Ärzte sagten, er habe nur noch sechs Monate zu leben.“ Daraus sind 15 Monate geworden. 15 Monate, in denen die Mutter für jeden Tag dankbar ist. Auch wenn der Alltag oft hart ist.

Astrid Biggen ist alleinerziehend und lebt mit Jasper in einer kleinen Dachgeschosswohnung. Weil Jasper die vier Stockwerke nicht mehr alleine schafft, muss sie ihren 30 Kilo schweren Jungen tragen. Aber darüber klagt sie nicht. Schwer zu ertragen ist die Angst. Die Angst, dass er irgendwann aufhört zu atmen. „Ich habe die ganze Nacht meine Hand auf seinem kleinen Körper, damit ich ihn fühlen kann. Seinen Atem“, sagt sie leise. Wieder kommen ihr Tränen.

Mit dem Medikament geht es ihm besser

Tagsüber geht es ihr kaum anders. „Ich scanne ihn die ganze Zeit, ich kann nicht anders“, erzählt die Mutter, „hört sich seine Sprache verwaschen an? Fühlt er, wenn ich ihn streichele? Stolpert er mehr?“ All das wären Zeichen, dass sich sein Zustand verschlechtert. „Doch seit er das Medikament nimmt, geht es ihm immer besser“, betont Biggen.

Die Diagnose bekam er 2018

Dass er wohl nicht mehr lange zu leben hat, das weiß der Kleine nicht. „Ich sage es ihm nicht“, sagt die Mutter, „soll ich ihm jetzt auch noch seine Lebensfreude nehmen?“ Er hat es schwer genug: Seit der Diagnose 2018 gehören Krankenhausaufenthalte, Bluttransfusionen und Chemotherapie zu seinem Leben.

„Das blöde Ding in meinem Kopf“

Nach der Schule ist Jasper so schwach, dass er sich eine Stunde hinlegen muss, bevor er in seine Lego-Welt eintaucht oder mit Mama erzählen, kuscheln, spielen kann. Über seinen Hirntumor sagt er immer: „Das blöde Ding in meinem Kopf muss weg, damit ich endlich ein normales Kinderleben haben kann.“

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Der Nachbar hilft beim Hochtragen

Dann klingelt es. Jasper kommt von der Schule. Ein Nachbar hat diesmal das Hochtragen übernommen. In der Tür steht ein kleiner blonder Junge und lächelt scheu. Auf seinem Ranzen steht „Future“. Er plappert drauflos. „Weißt du, Mama, Schule war gut, ich habe einen Reflektor geschenkt bekommen, zum Essen gab es Kartoffeln mit Soße und ...“ Die Mama packt derweil den Ranzen aus und schaut in die Brotdose. „Oh, du hast ja kaum was gegessen, mein Engel“, sagt sie lächelnd, „du musst doch groß und stark werden.“

Von Cosima Künzel