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Lübeck Spargelhof: Ein Mini-Park für St. Lorenz Nord?
Lokales Lübeck Spargelhof: Ein Mini-Park für St. Lorenz Nord?
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18:13 19.02.2019
Die verwilderte Fläche am Spargelhof war ehemals ein Kleingarten. Die Stadt wollte die Fläche an ein Autohaus verkaufen. Eine Initiative hat für den Erhalt des Grüns gekämpft. Jetzt könnte ein Mini-Park daraus werden. Quelle: Lutz Roeßler
St. Lorenz Nord

Es ist immer noch nichts passiert. Das Areal Spargelhof liegt weiterhin brach und verwildert an der Stockelsdorfer Straße. Es grenzt an die Autobahn A 1. Jetzt wollen die Politiker entscheiden, ob sie Geld für das Herrichten der Fläche geben. Der Beschluss soll im Herbst fallen. Dann könnte es 2020 losgehen.

Klare Ansage. „Das kostet richtig Geld“, sagt Bausenatorin Joanna Hagen (parteilos). „Mit ein bisschen Brombeersträucher schneiden, ist es nicht getan.“ Die Arbeiter müssten mit „richtig schwerem Gerät“ anrücken, um das ehemalige Kleingarten-Areal wieder begehbar zu machen. Hagen: „Dazu muss Geld in den Finanzplan der Stadt eingestellt werden.“

Grundstücksverkauf gestoppt

Der Hintergrund: Das 10 300 Quadratmeter große Grundstück am Spargelhof gehört der Stadt. 2017 wollte das benachbarte Autohaus Pfohe es kaufen, um sich dort zu erweitern. Doch die Initiative Brolingplatz protestierte, wollte das Stück Grün in dem eher grauen Stadtteil erhalten. Die Folge: Im Juli 2017 stoppten SPD, Grüne und GAL den Verkauf.

Stadt macht nichts am Spargelhof

Die Kritik der Politiker heute: „Seither passiert da nichts“, ärgert sich GAL-Chefin Antje Jansen. Immerhin liege der Beschluss bereits anderthalb Jahre zurück. Der Stadtteil St. Lorenz Nord brauche dringend mehr Erholungsflächen, auf denen sich die Menschen aufhalten können. Der Konter der Stadt: „Es gibt keinen Beschluss, dass die Stadt das Areal herrichten soll“, sagt Senatorin Hagen. Außerdem: „Aufgrund der Lage nahe der Autobahn halten wir das Grundstück auch nicht für eine geeignete Naherholungsfläche.“ Zudem gebe es lediglich den Beschluss der Bürgerschaft, dass die Stadt das Grundstück nicht verkaufe. Hagen: „Die Initiative hatte von sich aus angeboten, ein Konzept dafür zu erarbeiten.“

Kein Konzept der Initiative

Aber: So ein Konzept gibt es bisher nicht. Die Stadt hat der Initiative angeboten, das Areal für 45 000 Euro pro Jahr zu pachten. Die Pacht könnte reduziert werden, wenn die Initiative als gemeinnütziger Verein anerkannt wird. Das geht aus einem Papier der Verwaltung hervor. Irritiert reagiert nun auch die SPD. „Dass nichts passiert ist, kann man nicht der Verwaltung anlasten“, meint Ulrich Pluschkell (SPD). Dass die Stadt sich „für so ein kleines Projekt so viel Zeit nimmt, hat es nicht immer gegeben“.

Zwei Vorschläge der Stadt

Denn: Es gab zwei Vorschläge von der Stadt. Nummer eins: Von den 10 300 Quadratmetern Grundstück sollten 2600 Quadratmeter für einen Wanderweg hergerichtet werden. Zudem sollten in dem Stadtteil 100 Laubbäume gepflanzt werden und mehr Grün entstehen. Nummer zwei: Das Autohaus Pfohe hat mittlerweile ein anderes Grundstück in dem Quartier gekauft. Die Idee: Dieses Grundstück wird Grün, das Autohaus kann dafür die Fläche am Spargelhof bekommen. Doch mit beiden Vorschlägen war die Initiative nicht einverstanden. Jetzt hat das Autohaus auf dem erworbenen Grundstück Baurecht und will sein Geschäft dort erweitern. Damit ist Vorschlag Nummer zwei vom Tisch.

Viele Ideen für den Spargelhof

Und was sagt die Initiative? „Ideen haben wir genug“, macht Sprecherin Regine Groß klar. Dass die Stadt nun ein ausgearbeitetes Konzept verlange, „ist für mich eine Ausrede“. Denn die Stadt wollte das Areal nicht der Initiative überlassen, sondern an das Autohaus verkaufen. Groß sagt: „Natürlich sind wir auf die Mithilfe der Stadt angewiesen.“ Die Initiative habe gar keinen Zugang zu dem Areal. „Um es begehbar zu machen, brauchen wir Hilfe.“ Sie ärgert sich über die Stadt. „Wer uns kennt, der weiß, dass wir etwas Schönes daraus machen.“ Aktuell kümmere sich die Initiative ums Herrichten des Quartierhäuschens am Brolingplatz.

Geben die Politiker Geld?

Und nun? „Wir wollen doch alle, dass das Grün am Spargelhof erhalten bleibt“, meint Andreas Zander (CDU). Daher schlägt er eine Gesprächsrunde aus Vertretern von Stadt, Politik und Initiative vor. „Dann müssten wir zum Haushalt 2020 Geld bereitstellen.“

Josephine von Zastrow

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