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Lübeck Travemünder Rentner hält Garten des Pommernzentrums in Schuss
Lokales Lübeck

Lübeck/Travemünde: Freiwilliger Helfer pflegt Garten im Pommernzentrum

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10:00 25.10.2021
Viele Anwohner der Ostseestraße haben das „Heinzelmännchen“ vom Pommernzentrum schon bei der ehrenamtlichen Arbeit beobachtet. Seine Identität hält der Rentner geheim.
Viele Anwohner der Ostseestraße haben das „Heinzelmännchen“ vom Pommernzentrum schon bei der ehrenamtlichen Arbeit beobachtet. Seine Identität hält der Rentner geheim. Quelle: Gärtnerei Hinze)
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Travemünde

Er kommt zwar nicht nachts. Aber doch leise, sehr fleißig und ein bisschen heimlich. So wie es sich für ein „Heinzelmännchen“ gehört. Dies ist nicht die Geschichte der Kölner Hausgeister aus der Sage. Es ist die Geschichte eines Rentners aus Travemünde, der seit Jahren ehrenamtlich die Grünflächen des ehemaligen Pommernzentrums in Schuss hält. Für sein Engagement hat die Gärtnerei Hinze das unermüdliche Heinzelmännchen jetzt mit einem besonderen Geschenk gewürdigt.

„Seit Jahren liegt das ehemalige Pommernzentrum in der Ostseestraße in Travemünde brach. Die Anlage wirkt verwaist, doch der Eindruck täuscht: Ein Anwohner kümmert sich ehrenamtlich und unentgeltlich darum, dass Kraut und wildes Grün nicht die Oberhand gewinnen“, erklärt Sabine Watzinger, Friedhofsgärtner-Meisterin der Gärtnerei Hinze.

Kennen Sie auch ein „Heinzelmännchen“?

Kennen Sie auch einen Menschen, der es für andere gerne schön macht? Oder immer hilft? Der das lieber unauffällig und leise tut und irgendwie selbstverständlich findet? Wir würden die kleine Geschichte gerne lesen und dem Heinzelmann oder der Heinzelfrau so einfach mal danke sagen. Schreiben Sie uns an redaktion.luebeck@ln-luebeck.de eine Nachricht und erzählen Sie uns davon. Stichwort: Lübecker Heinzelmännchen. Ihre Telefonnummer für einen Rückruf bitte nicht vergessen. Wir freuen uns.

Seine Identität hält er geheim

Ob es regnet, stürmt oder die Sonne vom Ostseehimmel brennt: „Den Heinzelmann hindert keine Wetterkapriole daran, auf dem weitläufigen Gelände zu Besen und Harke zu greifen“, so Watzinger. Schon mancher habe den Hobby-Gärtner bei der Arbeit gesehen, kurz mit ihm geplauscht oder ihn zumindest gegrüßt. Doch seine Identität und seinen Namen halte der Fleißige lieber geheim. Versteht sich für einen Heinzelmann, der sagt: „Ich will helfen und es für alle schön machen.“ Nur eine Information gibt er preis: Er ist schon fast 70 Jahre alt.

Die Friedhofsgärtner-Meisterin ist begeistert von dem Engagement und überlegte mit den Kollegen und Kolleginnen daher, wie sie die Arbeit des Rentners „einfach einmal ohne großen Wirbel würdigen und ihm für seinen Einsatz danken könnte“. Schnell hatte Sabine Watzinger eine Idee: „Wir haben ihm ein paar Sachspenden zusammengestellt: Arbeitshandschuhe, eine Astschere, einen Rechen und Arbeitskleidung. Was man halt fürs Gärtnern am besten gebrauchen kann.“ Bei den Mitarbeitenden der Gärtnerei Hinze kam der Vorschlag hervorragend an.

Gärtnerei Hinze dankt dem Rentner

Gesagt, getan: Die Mitarbeiter der Gärtnerei Hinze machten sich am Abend in der Dämmerung auf die Suche nach dem Heinzelmännchen und trafen den Travemünder auch prompt bei der Arbeit an. Die Überraschung war groß: „Er freute sich über die professionelle Ausstattung und der damit verbundenen Wertschätzung seines Engagements“, sagt Watzinger. Der ehrenamtliche Gärtner habe versprochen, so lange es körperlich möglich sei, auch weiter mit Spaß weiterzuarbeiten, so die Gärtnerei.

Von Cosima Künzel