Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lübeck Travemünde: Ortsrat fordert Shuttle-Busse
Lokales Lübeck Travemünde: Ortsrat fordert Shuttle-Busse
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:00 27.07.2019
Der Vorstand des Travemünder Ortsrates, v. l.: Sabine Haltern (SPD), Gerd Schröder (CDU), Christoph Pudelko (katholische Gemeinde St. Georg) Quelle: Ulf-K. Neelsen
Travemünde

 Dem Ortsrat sei es in den vergangenen Jahren gelungen, wieder „als Stimme der Vernunft“ in der lübschen Verwaltung wahrgenommen zu werden. So jedenfalls sieht es der Vorstand des überparteilichen Gremiums aus Travemünde. Bei den monatlichen öffentlichen Sitzungen werden stets die heißen Eisen im Stadtteil diskutiert, und davon gibt es genug, wie es das große LN-Sommerinterview zeigt.

Gerade läuft die Travemünder Woche. Sind Sie dort häufiger zu Besuch?

Sabine Haltern: Natürlich sind wir mal dort.

Gerd Schröder: Mein Fall ist es eher nicht.

Dieses Ereignis ist auch wieder ein Stresstest für die Verkehrssituation in Travemünde...

Schröder: Das kann man wohl sagen. Seit Jahren kämpfen wir als überparteiliches Gremium für eine zweite Zuwegung. Ich bezeichne die momentane Verkehrssituation nur als desaströs. Und statt zum Wohle der Travemünderinnen und Travemünder endlich an einem Strang zu ziehen, möchte jede Partei immer noch ihr eigenes Verkehrskonzept durchdrücken.

Haltern: Wir haben Ende 2014 als Ortsrat ein angepasstes Verkehrskonzept gefordert, das parallel zur Bauentwicklung in Travemünde umgesetzt werden sollte. Da ist nichts geschehen. Nun müssen wir mit dem, was wir jetzt haben, umgehen. Dabei liegt das erarbeitete Mobilitätskonzept der Verwaltung seit einem Jahr auf dem Tisch. Da sind durchaus gute Ideen drin, aber unsere innerörtlichen Hauptprobleme sind nicht gelöst – Beispiel der Bereich Gneversdorfer Weg, Vogteistraße und Torstraße.

Schröder: Und wie wird es erst mal, wenn der Baustellenverkehr für Baggersand und Fischereihafen losgeht? Unser Vorschlag ist nach wie vor: Ausschließlich die Baufahrzeuge sollten befristet über das Hafengelände über die Alte Travemünder Landstraße abfahren dürfen.

Was ist denn mit dem Individualverkehr – sollte dieser zukünftig aus dem Ortskern herausgehalten werden?

Haltern: Das ergibt nur Sinn, wenn wir die vorhandenen Großparkplätze am Ortsrand durch regelmäßig verkehrende Shuttle-Busse attraktiv einbinden – so wie wir es mal in fernerer Vergangenheit hatten. Denn der Parkraumsuchverkehr muss innerorts minimiert werden. Allerdings dürfen wir natürlich nicht vergessen, dass wir auch vom Tagestourismus leben.

Schröder: So eine Shuttle-Lösung ist relativ schnell umsetzbar. Travemünde kann nicht zehn Jahre oder länger warten, bis endlich die zweite Zuwegung geschaffen worden ist.

Ist so etwas finanzierbar?

Schröder: Die Kurabgabe könnte beispielsweise dafür erhöht werden. Man muss es einfach ausprobieren, weil wir jetzt unbedingt eine Entlastung brauchen. Es wird immer enger hier.

Haben Sie denn das Gefühl, dass die Travemünder Problematik permanent in der Lübecker Verwaltung sowie bei den Entscheidungsträgern aus der Politik übersehen wird? Schließlich gibt es ständige Bürgerdialoge – letztens erst für „Lübeck übermorgen“. . .

Pudelko: Wenn man Leute lange hungern lässt, dann sind sie auch für Kleinigkeiten dankbar.

Haltern: Diese Bürgerdialoge sind meiner Ansicht nach gut, dürfen aber keine Alibi-Veranstaltungen sein. Und man muss von Verwaltungsseite auch ehrlich sagen, was nicht geht; außerdem sollte man die Ergebnisse nicht in der Schublade verschwinden lassen.

Aufgrund ihrer teils dramatischen Schilderungen wäre es doch Zeit für Demos. Erst am vergangenen Wochenende hatte die neugegründete Bürgerinitiative eine gegen die Bebauung auf der Kohlenhofspitze auf dem Priwall organisiert. Müssen Sie als Ortsrat mehr mobilisieren?

Haltern: Das ist immer eine Abwägungssache, und man muss den richtigen Zeitpunkt abpassen. Ansonsten kann es manchmal auch nach hinten losgehen, gerade bei dem Thema Kohlenhof. Erst kürzlich hat der Bürgermeister gesagt, dass der Kohlenhof nicht bebaut werde. Dies entspricht ja auch der neuen offiziellen Tourismus-Strategie der Hansestadt, die bereits offensiv kommuniziert worden ist.

Schröder: Und seit 2013 versucht der Ortsrat als Stimme der Vernunft in der Verwaltung Vertrauen aufzubauen. Warum sollten wir also jetzt bei laufenden Gesprächen unsere Gesprächspartner in Sachen Kohlenhof durch eine Demo vor den Kopf stoßen? Wenn allerdings doch der Beschluss fallen sollte, bin ich der Erste, der dort mit einem Protestbanner steht. Und Travemündes Stärke sollte es sein, mit einer Stimme zu sprechen.

Pudelko: Es wurde ja behauptet, dass die Stadt gegenüber dem Investor verpflichtet sei, die Bebauung dort zu erlauben. Diese Verpflichtung besteht aus juristischer Sicht aber nicht. Gefahr im Verzug besteht aus unserer Sicht also nicht.

Die starke Stimme für Travemünde

Der Ortsrat soll zu allen wichtigen Vorhaben im Ostseebad Beschlüsse fassen, die von den Travemünder Bürgerschaftsmitgliedern in die Fraktionen getragen werden. Er hat zurzeit 20 Mitglieder. 14 davon haben die Parteien entsprechend dem Ergebnis der Kommunalwahl bestimmt, die übrigen sechs sind Vertreter von Vereinen und Verbänden.

Im Jahre 2002 wurde der Travemünder Ortsrat von CDU- und SPD-Mitgliedern gegründet. Nach der Kommunalwahl im Mai 2013 stand er vor dem Aus, bis im Frühjahr 2014 durch Aufhebung des Parteienproporzes und Einbeziehung weiterer Institutionen ein Kompromiss gefunden werden konnte.

Die Sitzungen im Gesellschaftshaus (Torstr. 1) an jedem zweiten Mittwoch im Monat (Ausnahme Ferienzeit) um 19 Uhr sind öffentlich. Nächster Termin: Mittwoch, 14. August (Info: www.travemuende-ortsrat.de).

Michael Hollinde

Die ehrenamtliche Obdachlosenhilfe hat jetzt einen Kältebus. Für einen symbolischen Preis übergaben die Johanniter einen ausrangierten Mannschaftswagen, der gerade umgebaut wird.

27.07.2019

Reisebüro Behrens aus Eutin präsentiert eine fünftägige Preisknüller-Reisen mit beliebtem Komfort-Kur-Hotel in Kolberg inklusive reichhaltigen Buffets zum Frühstück und Abendessen, kostenloser Hallenbad- und Saunanutzung sowie großem Ausflugsprogramm.

Der große Kunst- und Handwerkermarkt öffnet vom 26. bis 28. Juli seine Pforten auf dem Lübecker Marktplatz.