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Lübeck Party unter Auflagen: Das sagen junge Lübecker
Lokales Lübeck

Lübeck: Umfrage zu Party in Corona-Zeiten

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16:35 29.08.2020
Ausgehen trotz Corona-Maßnahmen: Mohammed Al Kassem (23) hat sich mit seiner Bekannten Rihan (25) zum Essen verabredet. Quelle: 54° / Felix König
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Lübeck

Feiern unter Corona-Auflagen ist anders. Um die Ausbreitung von Corona zu verhindern, dürfen Veranstaltungen in Innenräumen höchstens 50 Gäste haben, wer nicht am Tisch sitzt, muss eine Maske tragen, und getanzt werden darf nur im Tanzunterricht. Wie gehen junge Lübecker damit um, und was denken sie über die Regeln?

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Durststrecke

Anstoßen auf der Tanzfläche: Markus Zurek (26) und Freddie Kayser (28) in der Diskothek „Hüx“ Quelle: 54° / Felix König

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Nicht tanzen zu dürfen, das sei ein „großer Einschnitt in der Freizeitgestaltung“, sagen Markus Zurek (26, l.) und Freddie Kayser (28). Viele Bekannte von ihnen „arbeiten die ganze Woche auf das Feiern am Wochenende hin, für sie ist diese Zeit jetzt richtig hart.“ Kayser hofft, dass die Discos überleben, „es gibt ja schon jetzt nicht viele Orte zum Tanzen in Lübeck.“ Er selbst geht am liebsten ins A 1 an der Lohmühle.

Zweifel an den Maßnahmen

In den Pub mit Reservierung: Franzi Schneider (25) wünscht sich manchmal weniger Corona-Auflagen. Quelle: 54° / Felix König

Franzi Schneider (25) trifft sich gerne mit Freunden, beispielsweise zum gemeinsamen Musizieren im Park oder im Irish Pub an der Untertrave. Dort musste sie letztes Wochenende einen Tisch im Voraus reservieren und fand es ungewohnt, in dem halb leeren Pub zu sitzen. „Ich arbeite im medizinischen Bereich und wundere mich über manche Maßnahmen gegen Corona“, sagt sie. Beispielsweise sieht sie oft Desinfektionsmittel, die gar nicht gegen Viren, sondern nur gegen Bakterien wirken. „Ich fahre viel ÖPNV und muss dann Mundschutz tragen. Dabei atmet man viel CO2 ein. Ich glaube nicht, dass das die gewünschte Wirkung hat.“

Sozialfasten

„Tanzen gehen, das vermisse ich sehr, sehr“: Lotta Heckel (19) freut sich, wenn die Discos wieder öffnen Quelle: 54° / Felix König

Lotta Heckel (19) hat mit Freunden in der Clemensstraße etwas getrunken. „Die Szene hat sich hier verändert“, sagt die Auszubildende. „Viele Leute sieht man seltener, und ich gehe selbst auch weniger weg.“ Besonders vermisst sie es, tanzen zu gehen. Vor dem Lockdown ist sie jedes Wochenende auf die Piste gegangen – am liebsten in ihre Lieblingsdisco, den Bunker in der Ziegelstraße.

Familienfest per Telefon

Vermisst ihre Familie: Rihan (25) feierte das Opferfest im ganz kleinen Kreis Quelle: 54° / Felix König

„Ich finde es gut, sich und andere zu schützen“, sagt 25-jährige Rihan. Von dem Tanzverbot sei sie nicht so sehr betroffen, „weil wir nicht viel tanzen gehen. Was mich manchmal stört, ist, wenn ich lange eine Maske aufbehalten muss.“ Sie ist Muslima und hat vor Kurzem das Opferfest gefeiert, das wichtigste muslimische Fest am Ende des Ramadans. „Normalerweise kommen dann alle unsere fünf Familien zusammen, die über Deutschland verstreut wohnen. Diesmal haben wir uns am Telefon getroffen.“ Ihr Freund Mohammed Al Kassem wäre gern zu seiner Familie nach Saudi-Arabien gefahren, musste die Reise aber absagen. 

Von Friederike Grabitz