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Lokales Lübeck Lübeck: Was passiert jetzt mit dem Schlachthof-Areal?
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21:00 19.08.2019
Das Schlachthof-Gelände: Das riesige Areal an der Schwartauer Allee verwahrlost seit 13 Jahren. Denn Stadt und Eigentümer haben unterschiedliche Ideen, was damit geschehen soll. Quelle: Lutz Roeßler
Lübeck

Nichts geht voran. Seit 13 Jahren. Auf dem 3,1 Hektar großen Areal an der Schwartauer Allee liegt der ehemalige Schlachthof brach. Jetzt soll eine Entscheidung her. Die Politiker wollen Ende August darüber diskutieren. Sie müssen beschließen, wie Lübeck an dieser Stelle künftig aussieht. Denn: Das Schlachthof-Gelände und die danebenliegende Roddenkoppel gelten als wichtiges Gebiet der Hansestadt, das in den kommenden Jahren entwickelt werden soll. Es soll sich wandeln vom Industriegebiet zu einem neuen Stadtviertel mit vielen Wohnungen. Wie das genau aussehen soll, ist aber noch unklar.

Stadt und Kaufland uneins

Die Situation ist vertrackt. Denn: Stadt und Eigentümer haben unterschiedliche Ideen, was aus dem Schlachthof-Areal werden soll. Damit stehen zwei Vorschläge zur Auswahl. Der Knackpunkt: Der Stadt will keinen Supermarkt auf dem Gelände, der Eigentümer Kaufland hingegen will dort einen Supermarkt errichten. Einig sind sich Stadt und Kaufland nur darüber, dass dort auch Wohnungen gebaut werden sollen. Hinzu kommt eine weitere Besonderheit: Der ehemalige Schlachthof steht mittlerweile unter Denkmalschutz.

Seit Jahren wird über das riesige Areal an der Schwartauer Allee debattiert.

Die Lösungen der Politiker

Jetzt haben die Politiker eigene Ideen dazu. Alle wollen Wohnungen. Aber klar für Kaufland positioniert sich CDU-Baupolitiker Christopher Lötsch. „Ich halte Kaufland dort für verträglich.“ Ihm ist wichtig, dass die Innenstadt-Sortimente sich in Grenzen halten.

SPD-Mann Ulrich Pluschkell hofft indes auf einen Kompromiss zwischen Stadt und Kaufland. Er plädiert dafür, dass Kaufland die Verkaufsfläche weiter reduziert. Außerdem ärgert er sich, dass die Stadt das Areal nicht selbst gekauft hat. „Das war ein Fehler.“

Wissensspeicher statt Schlachthof

Die Grünen sehen das anders. „Kaufland könnte auch den kleinen Rewe-Markt an der Schwartauer Allee kaufen“, so Baupolitiker Arne-Matz Ramcke. Der liegt direkt neben dem Schlachthof-Gelände. Der würde dann schließen – und damit wäre Kaufland nicht zu groß.

Die Unabhängigen indes wollen gar keinen Kaufland auf der Fläche haben, sondern den Wissensspeicher. Der wird seit Jahren diskutiert und soll alle Archive der Stadt vereinen – vom Archiv der Stadt über die Archive von Stadtbibliothek und Museen. „Das würde sich für Kaufland dann auch rechnen“, meint Fraktionschef Detlev Stolzenberg.

Ebenfalls klar für Kaufland spricht sich die FDP aus. Baupolitiker Thomas-Markus Leber meint: „In der Zukunft haben wir einen Bedarf für einen großen Supermarkt.“ Denn auch die Roddenkoppel soll zum Wohngebiet entwickelt werden.

Das will die Stadt

Das sind die beiden Vorschläge von Stadt und Eigentümer. Nummer eins: Die Stadt will aus dem Gelände ein Wohngebiet machen. Aus ihrer Sicht könnten dort 300 bis 400 Wohnungen mit viel Grün entstehen. Die Stadt möchte eine parkähnliche Verbindung zwischen St. Lorenz Nord und der Roddenkoppel schaffen.

Zudem will die Stadt zwei Supermärkte in der Nähe stärken. Der kleine Rewe-Markt an der Schwartauer Allee/Ecke Matthäistraße soll vergrößert werden – auf eine Verkaufsfläche von 1600 Quadratmetern. Außerdem gibt es Baurecht für einen Supermarkt an der Straße Bei der Lohmühle 84 – ebenfalls mit 1600 Quadratmetern. Das Problem für die Stadt: Sie kann die Wohnungen dort nicht bauen. Ihr gehört das Schlachthof-Areal nicht.

Das Areal an der Schwartauer Allee liegt seit 2006 brach. Diese Fotos sind bei einem Rundgang 2017 entstanden.

Das will Kaufland

Vorschlag Nummer zwei: Der Eigentümer will aus dem Areal zwar ebenfalls ein Wohngebiet machen – aber mit einem Kaufland. Denn das Unternehmen aus Baden-Württemberg hat das Areal gekauft. Kaufland plant einen Supermarkt mit insgesamt 3300 Quadratmetern Verkaufsfläche, inklusive Getränkemarkt und kleineren Läden wie einer Bäckerei. Auf 310 Quadratmetern Fläche soll Innenstadt-Sortiment angeboten werden. Kaufland plant zudem 130 Wohnungen mit 70 Quadratmetern Fläche, davon mindestens 30 Prozent Sozialwohnungen. Anzahl und Größe der Wohnungen können variieren, aber es sollen 12 700 Quadratmeter Bruttogeschossfläche an Wohnfläche entstehen.

Vorgesehen ist eine Kindertagesstätte und Büros. In den denkmalgeschützen Gebäuden könnte das Archiv der Stadt untergebracht werden – der Wissensspeicher. Außerdem plant der Eigentümer eine parkähnliche Verbindung zwischen St. Lorenz Nord und der Roddenkoppel. Allerdings mit weniger Grün als die Stadt. Das Problem für den Eigentümer: Er bekommt kein Baurecht. Die Stadt will den großen Kaufland nicht haben.

Ein Investor ist schon am Schlachthof gescheitert

Diesen Konflikt gibt es seit Jahren: Denn die Stadt befürchtet, dass die anderen beiden Supermärkte dann schließen beziehungsweise gar nicht erst eröffnen. An dieser Haltung ist bereits der vorherige Investor gescheitert. Er hat zehn Jahre lang versucht, das Schlachthof-Areal zu entwickeln. Die Politiker haben aber bisher keine klare Entscheidung getroffen. Sie müssen über das Baurecht entscheiden.

Von Josephine von Zastrow

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