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Lokales Lübeck Lübeck 2023: Weniger Autos in der Altstadt
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07:42 22.03.2019
Lübecker Altstadt in der Zukunft: Um das Holstentor soll weniger Verkehr fließen. Die Idee: Die Autos sollen nur noch an einer Seite vorbeifahren. Quelle: Timon Ruge
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Lübeck

Jetzt steht der neue Plan für Lübecks Altstadt. Klar ist: Über die Altstadtinsel sollen weniger Autos fahren. Sie wird für den Durchgangsverkehr gesperrt. Der Plan: Das Ganze wird in drei Stufen verwirklicht. Der Zeitplan: Spätestens in 20 Jahren soll alles fertig sein. Das Ziel: Es soll mehr Plätze in der Altstadt geben, die zum Verweilen einladen. Die Kosten: Die Neugestaltung wird Millionen Euro verschlingen, eine Summe steht aber noch nicht fest. Das ist das Ergebnis der großen Bürgerbeteiligung, bei der mehr als 1000 Lübecker mitgemacht haben.

Mehr Plätze, weniger Autos

„In fünf Jahren wird man erkennen, dass etwas passiert ist“, sagt Chef-Stadtplaner Karsten Schröder. Er hofft darauf, dass die Menschen die neue Qualität der Altstadt wahrnehmen. Denn: „Die Erreichbarkeit der Altstadt bleibt.“ Aber es soll keinen Durchgangsverkehr mehr geben. Das heißt: Die Altstadt wird fast autofrei. Nur noch Anwohner dürfen hineinfahren, Busse, Taxis, Rettungswagen. Und die Besucher, die zu den Parkhäusern fahren wollen. „Das Juwel Altstadt wird es in einer neuen Fassung geben“, formuliert es Wolfgang Haller, Chef bei SHP Ingenieure aus Hannover. Sein Büro hat aus den Ideen der Lübecker den neuen Plan für die Altstadt entworfen. Der ist eng verzahnt mit der Verschönerung des Südostens der Altstadt für 75 Millionen Euro.

Mehr Plätze, weniger Autos: In fünf Jahren soll es soweit sein, sagt Chef-Stadtplaner Karsten Schröder. Er verspricht: Die Altstadt bleibt erreichbar. Quelle: Lutz Roeßler

Beckergrube für Durchfahrtsverkehr gesperrt

Der neue Plan für die Altstadt erfolgt in drei Stufen. Die erste Stufe soll in etwa fünf Jahren realisiert werden, so Schröder. Bis Ende 2023. Stufe eins: Kein Durchgangsverkehr mehr durch die Beckergrube bis zum Burgtor. Die Beckergrube wird ab der Straße Fünfhausen gesperrt. Damit wird die Beckergrube und der Koberg zur Flaniermeile. Der Verkehr soll sich halbieren: von derzeit 7000 Autos pro Tag auf dann 3500 Wagen. Vor dem Theater entsteht ein neuer Platz. „Das hat der Ort auch verdient“, sagt Haller. Wer ein Auto im Parkhaus Wehdehof abstellen will, fährt die Beckergrube hinauf und biegt in die Straße Fünfhausen ein.

So soll künftig in der Altstadt gefahren werden. Quelle: Jochen Wenzel

Weniger Busse in der Königstraße

Außerdem: Durch die Königstraße sollen weniger Busse bewegt werden. Aktuell fahren hier sieben Linien. Der Stadtverkehr prüft, wie diese reduziert werden können. Möglicherweise kann auch eine Linie in die Kanalstraße verlegt werden. Außerdem: Es dürfen keine Autos mehr komplett durch die Königstraße fahren. Anwohner fahren eine Rippenstraße hinein und die nächste wieder hinaus. Zudem: Radfahrer können in beiden Richtungen durch die Königstraße gelangen. Dazu wird die Straße erneuert. So müssten die Bordsteinkanten abgesenkt werden. „Es ist kein Umbau – die Straße muss sowieso saniert werden“, sagt Stadtplanerin Julia Lindfeld. Außerdem wird die Fahrradstraße ausgebaut. Derzeit holpern die Zweiräder über grobes Kopfsteinpflaster. Das könnte durch ein anderes Material ersetzt werden.

Untertrave wird Flaniermeile

Stufe zwei: Die Sperrung der Untertrave zwischen Holstenstraße und Beckergrube. Dadurch geht es am Holstentor nur noch geradeaus in die Holstenstraße. Es gibt kein Abbiegen mehr in die Untertrave. Das soll die Zahl der Wagen von derzeit 11 000 pro Tag reduzieren auf dann 6000. Dadurch wird die Untertrave zu einer Flaniermeile wie die Obertrave. Allerdings mit einem etwas anderen Charakter. An der Obertrave setzt man sich zum Essen hin, während an der Untertrave eher die Partygänger unterwegs sind.

Weniger Wagen: Die Obertrave lädt zum Verweilen ein, seit sie umgebaut wurde. Die Untertrave soll ebenfalls ruhiger werden. Quelle: Timon Ruge

Neuer Platz am Holstentor

Stufe drei: Das ist die radikalste Ausbaustufe. Es geht nur noch an einer Seite des Holstentors vorbei. Damit werden sich die Fahrspuren von derzeit vier auf zwei verringern. Der Verkehr wird auf der Seite der Bundesbank entlanggeführt. Dadurch entsteht zwischen Holstentor, Salzspeichern und Holstenhalle ein neuer Platz. Am Holstentor vorbei dürfen nur Busse, Taxis und Anwohner sowie Autofahrer, die zum Parkhaus in der Schmiedestraße wollen.

Politiker müssen Plan absegnen

So geht es weiter: Die Bürgerschaft muss über Lübecks neuen Innenstadt-Plan abstimmen – voraussichtlich Ende des Jahres. 2020 kann die Stadt dann Stufe Nummer eins planen. Bis alles fertig ist, dauert es zwei bis drei Jahre. Stufe Nummer eins kann 2023 Realität sein. Zudem: Es wird dabei stets getestet, welche Wege sich die Autofahrer suchen.

Mehr als 1000 Lübecker haben mitgemacht

An dem Lübeck-Plan haben mehr als 1000 Lübecker mitgearbeitet – online oder in Workshops. Startschuss der Planungen war im März 2018. Zuletzt war im November 2018 eine Planungswerkstatt in der Musik- und Kongresshalle (MuK). Kosten der großen Bürgerbeteiligung: 240 000 Euro. Wenn die Stadt konkrete Pläne erstellt, werden die Lübecker aber weiterhin gefragt. Lindfeld verspricht: „Die Bürgerbeteiligung geht weiter.“

Josephine von Zastrow

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