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Lokales Lübeck Lübeck auf Englisch: Can you help me?
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20:44 04.02.2013
Australierin Lisa Lim testet das Englisch der Lübecker. Quelle: Wolfgang Maxwitat
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Lübeck

Start ist der Zob am Hauptbahnhof.

  „Welche Linie fährt wohl in die Innenstadt?“ Keine Ahnung. Wir steigen in den erstbesten Bus. „Do you drive to the Holstentor?“ fragt Lisa.
„Yes“, kommt die prompte Antwort des Busfahrers. Okay, wir wollen zwei Tickets. Er versucht uns noch anzubieten zu Fuß zu gehen, damit wir Geld sparen – und deutet durch die riesige Frontscheibe des Busses und sagt: „It is only two minutes to walk.“ Aber wir bleiben dabei – zahlen jeder 1,70 Euro und schon schließen sich die Türen. Das war einfach.    

Das Welcome Center:

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Im Welcome Center.
Ja, auch dort spricht man Englisch – wenn auch sehr zurückhaltend. Wer hier nicht fragt, der kriegt keine Informationen. Einen Lübecker Stadtplan auf Englisch: 90 Cent. Das geht okay. Und dann gibt’s noch ein Buch mit Bildern des Fotografen Thomas Radbruch. Sechs Euro etwas. Auch ein Gästeverzeichnis auf Englisch können wir bekommen, den Kontakt zur Jugendherberge nicht. Aber Lisa erfährt immerhin: „Travemünde. Is there a beach?“ „Yes.“ Und jetzt? Eine englische Stadtführung zur Einstimmung wäre toll. Aber da gibt es nur den Audioguide für stolze 7,50 Euro. Einen echten Menschen leider nicht. Das ist schade. Bewaffnet mit Stadtplan und dem Radbruch-Buch verlassen wir das Welcome Center am Holstentorplatz und erkunden die Stadt. 

Weiter geht’s zum Holstentor:

 
Im Holstentor.
Dort wollen wir rein. Englisch? Kein Problem. „Your are student?“, fragt die Frau lächelnd hinterm Schalter. Ja, mit mir als Begleitperson soll der Besuch des Museums neun Euro kosten. Ein Faltblatt auf Englisch bekommen wir in die Hand gedrückt, da wissen wir dann schon mal, was das Holstentor so alles zu bieten hat. Eine geführte Tour auf englisch gibt es leider auch hier nicht durch das Haus. Aber wie lange der Rundgang dauert, sagt uns die Dame noch: „Half an hour or an hour.“ Okay, wir überlegen uns den Besuch des Holstentores noch mal – und kommen vielleicht auf dem Rückweg wieder vorbei. Lisas Kommentar: „Die Frau war süß.“ 

Jetzt einen heißen Kaffee und ein Croissant.

Kaffee und Croissant.
Die Holstenstraße hoch – und rein in die Bäckerei Junge. Anstellen. Lisa deutet auf das Croissant und will einen Kaffee mit Milch. Die Frau hinterm Tresen ist erstaunt ob der englischen Ansprache, meistert das aber gut. „Café Latte or Macchiato?“ Lisa entscheidet sich für den letzteren und die Verkäuferin geleitet sie hinter den anderen Tresen, dort wo es den Kaffee gibt. „For take away?“, fragt der junge Mann. Lisa nickt, hält Kaffee und Croissant samt Tüte in der Hand. Und dann sagt er noch: „Have a nice weekend.“ Na, dass ist doch mal nett.

Letzte Station St. Marien:

 
In St. Marien.
Eine nette, ältere Dame sitzt in dem kleinen Holzhäschen mit Glasscheibe. Eine Informationsbroschüre auf Englisch? Ja, die gibt es, sagt die Dame und reicht und ein Heftchen. Aber eine geführte Tour – Fehlanzeige. „No, not this month“, sagt sie. Wir entscheiden uns die Kirche trotzdem zu besichtigen. Lisa wird wieder sofort als Student erkannt – und zahlt 1,50 Euro, ich zwei Euro. „That is three fifty“, sagt die Dame – und wir bekommen ein kleines Heftchen, indem wird erklärt, dass das Eintrittsgeld für den Erhalt der Kirche ist. Am Ende sagt die Dame: „Bye.“