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11:28 28.03.2019
Der „Fairteiler“ ist ein Projekt der Studentin und Foodsharing-Aktivistin Nele Herbst. Quelle: Friederike Grabitz
St. Jürgen

Im Garten sind alle Frühlingszwiebeln gleichzeitig reif, und Oma hat wieder die Kekse geschickt, gegen die das Kind allergisch ist. Wenn Lebensmittel übrig sind, können sie nun ganz einfach weitergegeben werden: Südlich der Altstadtinsel, an der Kreuzung St.-Jürgen-Ring und Kronsforder Allee, steht ein grüner Holzschrank mit der schwarz-weißen Aufschrift „Foodsharing Fairteiler“.

Pilotprojekt soll Verschwendung verhindern

Im Schrank hängen drei grüne Kisten für übrig gebliebenes Obst und Gemüse, Konserven oder verpackte Lebensmittel. Wer möchte, kann mitnehmen, was sich noch gut verwerten lässt. Das Pilotprojekt soll dazu beitragen, Lebensmittel-Verschwendung einzudämmen, erklärt Nele Herbst, die den Schrank aufgestellt hat.

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Die bisherigen Folgen von 40 Tage ohne Plastik:

Teil 1: Der plastikfreie Einkauf.

Teil 2: Die Suche nach Mehrwegflaschen.

Teil 3: Das plastikfreie Bad

Es ist Dienstagmittag, gerade hat die Studentin das Okay vom Gesundheitsamt bekommen und den „Fairteiler“ eingeweiht. Hinein gelegt werden darf alles außer Wurst, Käse oder Backwaren, auch Kühlware oder angebrochene Verpackungen sind tabu. Sie selbst legt ein Bund Möhren in eine der Kisten. Nele Herbst fährt bald in Urlaub und wird sie nicht mehr aufbrauchen.

Foodsharing neben der Bücher-Tauschbörse

Der Fraktionsvorsitzende der Unabhängigen, Detlev Stolzenberg, ist auch gekommen, aber nicht in politischer Mission, sondern als Besitzer des Grundstückes, auf dem der Foodsharing-Schrank steht. Nele Herbst hatte ihn gefragt, ob sie den Schrank neben der „Kulturkiste“ mit der offenen Bücher-Tauschbörse und der Pinnwand aufstellen darf. „Ich wohne schräg gegenüber und sehe, wie viele Leute oft vor dem Bücherregal stehen“, sagt Herbst. So kam ihr die Idee, dass Anwohner hier auch Lebensmittel tauschen könnten. Stolzenberg, der das Bücherregal und die Pinnwand mit der St.-Jürgen-Runde gebaut hatte, fand die Idee toll. „Foodsharing passt sehr gut hierher“, sagt er.

Den Schrank hat Herbst selbst mit Hilfe ihres Freundes gebaut und passend zu den Seitenwänden der „Kulturkiste“ grün angestrichen. Beim Holzkauf half das Preisgeld einer Auszeichnung der Rotary-Stiftung, die sie für ihr Engagement als Lebensmittel-Retterin bekommen hat.

Engagement gegen Lebensmittelverschwendung

Nele Herbst engagiert sich schon seit zwei Jahren gegen Lebensmittelverschwendung. Gemeinsam mit einem Netzwerk aus etwa hundert Aktiven holt sie übrig gebliebenes Essen von Wochenmärkten oder aus Bäckereien ab und sorgt dafür, dass es verwertet wird, beispielsweise in der Obdachlosenhilfe. Für die neue Foodsharing-Station haben die Lebensmittelretter einen Putzdienst organisiert: Vier Mal in der Woche machen die Freiwilligen sauber und kontrollieren, ob alles im Schrank frisch ist.

Foodsharing im Trend

„Ich hoffe, das Projekt wird genauso gut angenommen wie der Bücherschrank“, sagt Nele Herbst. Sie glaubt, dass Foodsharing im Trend ist. „Immer mehr Leute versuchen, bewusster zu leben und keine Lebensmittel zu verschwenden.“ Es sieht aus, als könnte sie Recht behalten: Sie hat den Schrank noch nicht aufgeschlossen, da hält eine Fahrradfahrerin an und fragt: „Kann man hier schon was mitnehmen?“

Mehr über „Foodsharing“ unter wiki.foodsharing.de.

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Friederike Grabitz

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