Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lübeck Lübeck bekommt einen Theaterplatz
Lokales Lübeck Lübeck bekommt einen Theaterplatz
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:00 02.06.2019
Autos raus: Die Beckergrube wird verkehrsberuhigt und vor dem Theater ein Platz geschaffen. Das hat der Senat beschlossen. Ende August muss die Bürgerschaft ihren Segen dazu geben. Quelle: Lutz Roeßler
Lübeck

1000 Bürger haben wochenlang diskutiert. Ende März hat die Stadt den Plan für die neue Innenstadt vorgestellt. Drei Monate später gibt der Senat grünes Licht: 20 ausgewählte Projekte sollen in den nächsten zehn bis 15 Jahren umgesetzt werden.

Den Anfang macht die Beckergrube, die verkehrsberuhigt werden soll und einen Theaterplatz erhält. Bausenatorin Joanna Hagen (parteilos): „Ich freue mich auf die Umsetzung der ersten Schlüsselprojekte, insbesondere auf den neuen Theaterplatz sowie auf die Umgestaltung rund um das Rathaus.“

Ende März stellte Bausenatorin Joanna Hagen (parteilos) den Bürgern den Rahmenplan mit Mobilitätskonzept vor. Quelle: Lutz Roeßler

Drei Varianten haben die Planer zusammen mit den Bürgern für den Theaterplatz in der Beckergrube ausgetüftelt – mal liegt der Mini-Boulevard nördlich, mal südlich der Beckergrube, der übrig bleibende Verkehr durch Busse und Fahrräder wird räumlich getrennt. Die dritte Möglichkeit ist es sogenannter „Shared Space“ über den gesamten Straßenraum, den sich Fußgänger, Radfahrer und Busse teilen.

Das plant die Stadt auch noch

Um den Einzelhandel in der Innenstadt zu stärken, soll es ein Leerstandsmanagement geben und auf eine weitere Entwicklung auf der Grünen Wiese verzichtet werden.

Parken: In den Rippenstraßen sollen Stellplätze abgebaut werden. Altstadt-Anwohnern sollen Stellplätze in den Parkhäusern angeboten werden. Für Lieferanten sollen „Mobility Hubs“ eingerichtet werden, an denen die Waren umgeschlagen werden können.

Drei neue Plätze sollen auf der Altstadtinsel entstehen – neben dem Theater- noch der Rosen- und der Krähenplatz.

Insgesamt sind für die nächsten zehn bis 15 Jahre 20 Projekte geplant.

„Der Theaterplatz wird Treffpunkt für Lübecker, Lübeckerinnen, Besucher und Besucherinnen und bietet Sitzmöglichkeiten und Raum für Freizeitaktivitäten“, heißt es im Rahmenplan Innenstadt, „der parkähnliche Bereich wird durch Bäume beziehungsweise Pflanzkübel begrünt und verfügt über einen Kiosk oder eine kleine Eisdiele sowie einen Außenbereich der Theatergastronomie.“

Kein Durchgangsverkehr durch die Beckergrube mehr

Der Senat drückt jetzt auf’s Tempo. 2020 soll Geld für die ersten Maßnahmen im städtischen Haushalt bereitgestellt werden. Außerdem müssen ein Parkleitsystem und ein Konzept für den Liefer- und Wirtschaftsverkehr entwickelt werden, wenn die Beckergrube für den Durchgangsverkehr dicht gemacht wird.

Der Stadtverkehr, der zehn Linien durch die Beckergrube fährt, ist mit den Plänen einverstanden. Sprecherin Carolin Höhnke: „Kein Durchgangsverkehr ist für den ÖPNV sogar förderlich, weil die Busse dann nicht im Stau stehen.“ Haltestellen im Bereich des Theaters werde es weiterhin geben, versichert Höhnke: „Das ist mit der Stadt abgestimmt.“

Theaterdirektor Christian Schwandt: „Die Beckergrube gehört aufgewertet.“ Quelle: LN-Archiv

Das ist für das Theater auch von existenzieller Bedeutung. „Wir haben im Jahr 184 000 Besucher, von denen ein erheblicher Teil mit Bussen vorfährt“, erklärt Theaterdirektor Christian Schwandt, „und mindestens 20 000 Besucher kommen jährlich mit Bussen aus dem Umland.“ Es sei richtig, die Beckergrube neu zu gestalten und aufzuwerten, findet Schwandt. Für Lübeck sei ein Theaterplatz aber ungewöhnlich. Der Theaterdirektor: „Seit 1729 wird an dieser Stelle Theater gespielt, ein Platz hat es nie gegeben.“

Jörn Simonsen vom Architekturforum: „Ein guter Start.“ Quelle: Lutz Roeßler

„Die vorgeschlagenen Maßnahmen sind aus unserer Sicht ein guter Start – wenn auch nur ein Anfang“, sagt Jörn Simonsen, 2. Vorsitzender des Architekturforums. Das Forum hatte im April mehr Tempo bei der Umsetzung des Innenstadt-Plans angemahnt. Simonsen: „Wir sind ganz sicher, dass alle Bürger – auch die kritischen und die, die nicht in der Altstadt wohnen – den Mehrwert der Maßnahmen erkennen werden.“

SPD und CDU wollen E-Scooter auf dem Platz zulassen

Das Architekturforum erwartet, dass „die Politik den Vorschlägen der Verwaltung mit großer Mehrheit folgt.“ Wichtig sei zudem, dass die Politiker sich langfristig hinter das Konzept stellen. Simonsen: „Denn die Umsetzung wird viele Jahre brauchen, auch über Wahlperioden hinweg.“

SPD, CDU und BfL haben einen Antrag in die Bürgerschaft eingebracht, dass der Theaterplatz im ersten Quartal 2020 als Verkehrsversuch gestartet werden soll. Busse, Taxen, Fahrräder und E-Scooter sollen dort weiterhin fahren dürfen, aber maximal 20 Kilometer pro Stunde. Für die Parkplätze, die wegfallen, solle Ersatz geschaffen werden. Den Antrag berät die Bürgerschaft Ende August.

Kai Dordowsky

Seit Monaten demonstrieren auch in Lübeck Schülerinnen und Schüler für eine andere Klimapolitik. Die LN sprachen mit zwei Aktivisten von der „Fridays for Future“-Bewegung aus Lübeck.

02.06.2019

Traurige Gewissheit: Der 19-Jährige aus Lübeck, der seit Dienstag vermisst wurde, ist am Sonntag tot aus der Trave geborgen worden. Der Leichnam wurde von der Polizei in die Rechtsmedizin Lübeck begleitet.

03.06.2019

Eine großangelegte Suchaktion hat am späten Sonnabendabend im Lübecker Stadtteil Moisling stattgefunden. Sie stand offenbar im Zusammenhang mit dem seit Dienstag vermissten jungen Mann.

02.06.2019