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Lübeck Lübeck hat die Rudersaison eröffnet
Lokales Lübeck Lübeck hat die Rudersaison eröffnet
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16:09 08.04.2019
Es ist angerudert. Startschuss für 30 Boote zum Saisonauftakt am Sonntag. Quelle: Lutz Roessler
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Innenstadt

 Lautstarke „Hipp-Hipp-Hurra“-Rufe haben am Sonntag die Saison der Ruderer eingeläutet. Lübecks Bürgermeister Jan Lindenau (SPD) gab das Startkommando für die 30 Boote. Zugleich war die Aktion Auftakt zum 100-jährigen Bestehen des Lübecker Frauen-Ruder-Klubs. Landesweit stiegen die Ruderer am Sonntag in die Boote.

Patientenboot am Start

Die Vorbereitungen zum Start der Saison lagen ganz in Frauenhand. Aus gutem Grund: Der Lübecker Frauen-Ruder-Klub beginnt in Kürze mit den Feierlichkeiten zum 100-jährigen Bestehen des Vereins. Und so hatte die stellvertretende Vorsitzende, Margret Schedeit, auch gleich das Vergnügen, die Ruderer und die Schaulustigen am Holstenhafen vor der Musik- und Kongresshalle und dem Radisson Hotel zu begrüßen. So viele Boote, darunter Drachenboote und eine nostalgische Hamburger Ruderbarke, gaben ein imposantes Bild. Auch der schnelle Bundesliga-Achter war zum Start aufgekreuzt, wie das Patientenboot der Sana-Aktion „Rudern gegen Krebs“. „Rudern ist ein Sport für alle“, rief Schedeit den Gästen zu. Es ist das Motto der diesjährigen Rudersaison. Zum Anrudern gab es schwungvolle Klänge der Freiwilligen Feuerwehr Bad Schwartau.

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Bürgermeister Jan Lindenau wünschte allen Ruderern eine „erfolgreiche und sportliche“ Saison. Mit dem Spruch „Achtung los!“ eröffnete der Verwaltungschef das Spektakel. Nach und nach zogen die Boote durch das Travewasser. Etwa 20 Minuten später waren die ersten Boote bereits an den Stegen der Vereine, wo bereits viele Gäste applaudierten und sich bei selbst gebackenem Kuchen, Kaffee oder Wurst labten. Die Bootshäuser aller vier Lübecker Rudervereine hatten auch für die interessierte Öffentlichkeit unter anderem zum Schnupperrudern ihre Tore geöffnet.

53 fleißige Ruderjahre

Der Lübecker Arzt Jörg Ruser, Mitglied des Lübecker Ruder-Klubs und bekennender Fan des Sports mit den Skulls, war auch angetreten. Er ruderte als einziger Mann in einem Frauenboot. Eine Geste, die verdeutlicht, dass heutzutage kein Unterschied mehr gemacht wird. „Männer und Frauen rudern seit Jahren gemeinsam“, so der Mediziner, für den das Rudern „ein hervorragender Ausgleichssport“ bedeute. Das war er auch für eine Frau, die jetzt damit aufgehört hat: Lisa Börms, die Ehrenvorsitzende des Frauen-Klubs, ist 53 Jahre lang fleißig gerudert. „Jetzt, mit 93 Jahren, ist Schluss“, sagt die agile Dame, die 36 Jahre lang das Rudern mit behinderten Menschen betreut hat. Und erstmals war jetzt auch ein Boot der Marli-Werkstätten am Start. Die Insassen kletterten sichtlich glücklich aus dem Vierer, der von Vereinsmitglied Nicole Atrops betreut und gesteuert wurde. „Das haben die toll gemacht“, so Atrops. Die Winterarbeit an den Ergometern habe sich gelohnt, so die Trainerin. Frank Modzynski ist einer der Marli-Ruderer. Er setzt sich seit zwölf Jahren ins Boot. „Das ist ein wenig anstrengend, macht aber sehr viel Spaß“, so Modzynski, der vor allem von der großen Begrüßung am Start angetan war.

Das Rudervergnügen genossen unter anderem Henry Klüssendorf, Vorsitzender des Lübecker Regattavereins, und Reinhart Grahn, Chef des schleswig-holsteinischen Ruderverbandes. Sie werden dabei sein, wenn die Frauen das 100-Jährige befeiern.

Rüdiger Jacob

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