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Lokales Lübeck Lübeck hat jetzt eine Jugendberufsagentur
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16:47 27.11.2019
Lübeck hat jetzt eine Jugendberufsagentur in den Räumen der Arbeitsagentur am Berliner Platz. Quelle: Wolfgang Maxwitat
Lübeck

Die junge Frau stand tränenüberströmt in den Räumen der Jugendberufsagentur (JBA) Hamburg-Nord. Plötzlich schwanger und das mitten in der Ausbildung. „Sie war völlig kopflos“, erzählt Margrit Haupt-Koopmann. Die Berater sprachen sofort mit dem Arbeitgeber, handelten eine Teilzeitausbildung aus. Und sie sprachen mit der Jugendhilfe, die eine Kinderbetreuung organisierte. Haupt-Koopmann: „Die junge Frau freut sich auf ihr Baby.“

Hier gibt es Hilfe

Die Jugendberufsagentur bietet montags bis freitags von 7.30 bis 12 Uhr und donnerstags zusätzlich von 14 bis 18 Uhr Beratungen an. Jugendliche können einfach kommen und ihre Probleme am Empfangstresen schildern. 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verschiedener Behörden und Institutionen kümmern sich dann um ihre Anliegen. Die Jugendberufsagentur ist in der Arbeitsagentur am Berliner Platz, Hans-Böckler-Straße 1, untergebracht. Die Räume wurden mit Hilfe der Possehl-Stiftung ausgestaltet. Die Stiftung stellte 23 000 Euro dafür bereit. Weitere Infos finden Jugendliche und ihre Eltern unterwww.iba-luebeck.de

60 Mitarbeiter

Lübeck hat jetzt auch so eine Jugendberufsagentur. 60 Mitarbeiter von Arbeitsagentur, Jobcenter, Jugendhilfe, Sozialhilfe, Berufsberatung, Arbeitsvermittlung, Schuldner-, Sucht-, Migrations- und Behindertenberatung kümmern sich im Haus von Agentur für Arbeit und Jobcenter am Berliner Platz um die Anliegen der jungen Ratsuchenden. „Wir haben kurze Wege und Ansprechpartner für alle Lebenslagen der Jugendlichen“, sagt Markus Dusch, Vorsitzender einer Steuerungsgruppe der Jugendberufsagentur.

727 arbeitslose junge Menschen unter 25 Jahren waren im Oktober bei Arbeitsagentur und Jobcenter gemeldet, landesweit waren es sogar 7500 junge Erwerbslose. 80 Prozent von ihnen haben keine abgeschlossene Berufsausbildung. „Das sind die potenziellen Langzeitarbeitslosen von morgen“, erklärt Margrit Haupt-Koopmann, Chefin der Regionaldirektion Nord der Bundesarbeitsagentur. Das könne sich das Land nicht mehr leisten. Deshalb ist die Lübecker bereits die zehnte Jugendberufsagentur in Schleswig-Holstein.

Hilfe aus einer Hand

Hilfe für Jugendliche, die nach der Schule nicht wissen, was sie machen sollen, oder die die Schule gar abbrechen, gab es immer schon. Aber die wurden dann von Behörde zu Behörde geschickt und gingen unterwegs verloren. „Mit der Jugendberufsagentur nehmen wir den Blickwinkel der Betroffenen ein“, erklärt Bürgermeister Jan Lindenau (SPD): „Es ist ein gutes Signal, dass Verwaltungen von Bund, Land und Kommune zusammenarbeiten können.“

Und was erwarten Jugendliche von der neuen Institution? „Man kann viel im Internet recherchieren“, sagt Paula Pohlmann, „aber hier treffe ich auf Menschen, die sich persönlich um meine Anliegen kümmern.“ Mieke Emely Meier hat in diesem Jahr ihr Abitur an der Emil-Possehl-Schule gebaut und studiert jetzt in Rostock: „Es war schwer, aus vielen Optionen auszuwählen“, erzählt die 19-Jährige, „wenn es nicht die richtige Entscheidung war, komme ich in die Jugendberufsagentur.“

Orange und blau stehen für Jugend und Power

Schülerinnen der Emil-Possehl-Schule haben auch am Logo und am Farbkonzept der Jugendberufsagentur mitgewirkt. Orange und blau und grell sind die Farben, die die Jugendlichen empfangen. Die JBA hat auch einen eigenen Eingang, der genauso groß ist wie der von der Arbeitsagentur. „Die Ansprache muss cool daherkommen“, weiß Bürgermeister Lindenau.

Bilder von der Eröffnung

Trotzdem wird es weiterhin junge Menschen geben, die auf dem Weg von der Schule in den Beruf verloren gehen, sich zu Hause verkriechen, keine Angebote annehmen. Die Jugendberufsagentur wird Außenstellen einrichten, wird unter anderem in den Jugendzentren auf sich aufmerksam machen. Aufsuchende Sozialarbeit nennen die Fachleute das. In Hamburg geht diese aufsuchende Sozialarbeit noch weiter. „Dort gehen Jugendsozialarbeiter zu den Jugendlichen nach Hause“, berichtet Regionaldirektorin Haupt-Koopmann. Das sei in Lübeck noch nicht geplant, erklärt Markus Dusch von der Steuerungsgruppe.

Schülerzeitungs-Redakteurinnen von der Baltic-Schule

Die feierliche Eröffnung mit 150 geladenen Gästen und einem „Tag der offenen Tür“ wurde von einem rein weiblichen Redaktionsteam der Baltic-Schule begleitet. „Wir machen nächstes Jahr unsere Praktika und können hier erfahren, was alles angeboten wird“, erklären Besra, Maja und Lania. Manchmal gehen die Ratschläge der Profis aber auch in die Irre.

Bürgermeister Lindenau erzählte, wie er vor vielen Jahren einen Test im Berufsinformationszentrum (BIZ) absolvierte. Heraus kam als Berufsziel: Metzger.

Von Kai Dordowsky

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