Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lübeck Lübeck kämpft um die Schwartauer Werke
Lokales Lübeck Lübeck kämpft um die Schwartauer Werke
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:08 08.04.2016
Die Landespolitik warnt vor einer Abwanderung des Konfitüren-Herstellers nach Mecklenburg. Quelle: Olaf Malzahn
Lübeck/Bad Schwartau

Sein Mitgefühl über den bevorstehenden Verlust gelte zwar den ostholsteinischen Nachbarn, sagte Lübecks Bürgermeister Bernd Saxe (SPD) den LN. „Aber gleichzeitig werden wir uns mächtig anstrengen, um das Unternehmen von den Vorteilen einer Ansiedlung in Lübeck zu überzeugen“, versichert Saxe. Er sei überzeugt, dass die Geschäftsleitung der Schwartauer Werke um den Wert ihrer regionalen Verwurzelung wisse und sie auch erhalten wolle.

Die LN berichten zum Thema

Reaktionen der Bad Schwartauer Bürgermeister-Kandidaten

Umfrage: Das sagen die Bad Schwartauer

Kommentar zum Thema: Wenn das Oma Käthe noch erlebt hätte...

Hintergrundbericht: Die Geschichte des Konzerns

Reportage: Die Stimmung bei den Angestellten

Die Schwartauer Werke suchen einen neuen Standort

„Wir wollen die Schwartauer Werke unbedingt in Sichtweite zu den sieben Türmen halten“, sagte auch Lübecks Wirtschaftssenator Sven Schindler (SPD). Nur hier gebe es kurze Wege zwischen Arbeitsplatz, Wohnung, Bildung und Freizeit, auf die ein solches Unternehmen angewiesen sei. Im Gespräch ist derzeit ein 15 Hektar großes Areal an der Kronsforder Landstraße. Das Problem dort ist allerdings der noch fehlende Anschluss an die A 20.

Die Opposition in Stadt und Land macht Druck: „Saxe muss das Thema Schwartauer Werke jetzt zur Chefsache erklären und auf die Geschäftsleitung zugehen“, fordert Ulrich Krause, Wirtschaftsexperte der CDU-Fraktion in der Lübecker Bürgerschaft. Eine Abwanderung der Arbeitsplätze und Steuergelder nach Nordwestmecklenburg wäre fatal. Auch nach Ansicht des stellvertretenden Stadtpräsidenten Klaus Puschaddel (CDU) sei es jetzt an der Zeit, „die Ärmel hochzukrempeln, um das Unternehmen in der Region zu halten“.

Das sei vor allem auch Aufgabe der Landesregierung, sagt Johannes Callsen, wirtschaftspolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion. „Angesichts seiner mageren und seit drei Jahren rückläufigen Ansiedlungsbilanz muss Wirtschaftsminister Meyer endlich alles Erforderliche tun, um die Zukunft des Unternehmens mit seinen Produktionsstandorten in Schleswig-Holstein zu sichern.“

Es sei an der Zeit, „den roten Teppich auszurollen“, damit kein weiteres wichtiges, in der Region verwurzeltes Unternehmen verloren gehe, fordert auch Christopher Vogt (FDP). „Wir brauchen insgesamt eine wirtschaftsfreundlichere Politik, als das bislang der Fall ist.“ Man tue alles, um eine Abwanderung zu verhindern, versichert Tobias von Pein, Wirtschaftsexperte der SPD-Landtagsfraktion. „Allerdings kann die Politik nur die Rahmenbedingungen gestalten.“ Wirtschaftsminister Reinhard Meyer und die Wirtschaftsförderung führen bereits intensive Gespräche, um einen geeigneten Standort im Land zu finden.

„Die Pläne der Schwartauer Werke machen wieder einmal deutlich, wie wichtig es ist, ausreichend geeignete Flächen für die Entwicklung der Unternehmen in attraktiver Lage vorzuhalten“, erklärt Rüdiger Schacht, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Lübeck. Gleichzeitig seien die Wachstumspläne auch ein Beleg, „dass die Region Lübeck gute Standortbedingungen für zahlreiche erfolgreiche Unternehmen der Ernährungswirtschaft bietet“.

Norbert Stock, Geschäftsführer der Unternehmensverbände Nord (UV Nord), appelliert an die Politik, das Niveau der Fördermittel für Unternehmensansiedlungen in Mecklenburg-Vorpommern zurückzufahren. Diese Praxis verhindere einen fairen Wettbewerb zwischen den Regionen.

Von O. Vogt und K. Dordowsky

Kommentare 0 Nutzungsbedingungen
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!