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Lokales Lübeck Lübeck lädt zu Aktionstagen „Artenvielfalt erleben“
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14:04 12.06.2019
Ingrid Bauer (v. l., Bereich Umwelt-, Natur- und Verbraucherschutz), Dr. Susanne Füting (Museum für Natur und Umwelt) und Birgit Hartmann (Bereich Umwelt,- Natur- und Verbraucherschutz) freuen sich auf die Aktionstage. Quelle: Felix König
Lübeck

Es ist erst sieben Jahre her, dass die Hansestadt das Gütesiegel bekam, zu den bundesweit rund 30 „Schatzkästchen“ der Natur zu zählen, sprich zu den „Hotspots der biologischen Vielfalt in Deutschland“. Aber seitdem hat sich weiter vieles verändert. „Wir haben erschreckende Berichte von Naturschützern, die ihr Beobachtungsgebiet seit Jahrzehnten genaustens kennen“, erklärt Dr. Susanne Füting, Leiterin des Museums für Natur und Umwelt. In Eichholz um den Kleinen See beispielsweise seien die Bestände an Kreuzottern, Blindschleichen und Ringelnattern um mehr als ein Drittel zurückgegangen, so die Erzählung eines Reptilienexperten.

Aktiv werden, um Artenvielfalt zu retten

Und Birgit Hartmann, Bereichsleiterin Umwelt-, Natur- und Verbraucherschutz, ist ebenfalls alarmiert. „Als meine Kinder noch kleiner waren, hatten wir stets ein Schmetterlings-Bestimmungsbuch auf unserer Terrasse parat liegen. Das brauche ich jetzt nicht mehr. In meinem Garten gibt es leider nur noch den Kohlweißling, obwohl wir in der Nähe des Ringstedtenhofes und so vor den Toren der Stadt wohnen.“ Aber jetzt in Lethargie zu verfallen, sei natürlich der absolut falsche Weg. So resümiert Susanne Füting: „Angesichts aller alarmierenden Zahlen – wie auch im jüngsten Bericht des Weltbiodiversitätsrats der Vereinten Nationen zu lesen – können wir das Steuer noch rumreißen, denn man kann lokal aktiv werden und vieles für Pflanzen und Tiere tun.“

Naturerlebnisangebote für jedermann

Wie das gehen kann, wie sich also jeder engagieren kann und was schon alles getan wird, ist ein wichtiger Aspekt, warum es wieder die AktionstageArtenvielfalt erleben“ gibt – bereits zum neunten Mal übrigens. Von Freitag, 14. Juni, bis Sonntag, 16. Juni, sind Neugierige jedes Alters mit zahlreichen Naturerlebnisangeboten zum Staunen und Mitmachen eingeladen. Die diesjährige Veranstaltung steht unter dem Motto „Biotope schaffen und verbinden“, um dem massiven Artensterben Einhalt zu gebieten. „Wir zeigen, wo Initiativen und Vereine sich schon für eine artenreiche Stadtnatur einsetzen“, sagt Füting. „Weiterhin gibt es Beispiele dafür, wie neue Biotope geschaffen und – ganz wichtig – miteinander verbunden werden, damit Arten nicht isoliert sind.“

Mehr als 60 Veranstaltungen

So laden das Museum für Natur und Umwelt und der städtische Bereich Umwelt-, Natur- und Verbraucherschutz gemeinsam mit zahlreichen Vereinen, Initiativen und Einzelakteuren Lübecks zu mehr als 60 Veranstaltungen innerhalb und außerhalb Lübecks ein; viele davon sind kostenfrei. Geplant sind unter anderem Begegnungen mit Wildbienen, Wespen oder Spinnen, Exkursionen zu Fuß oder mit dem Fahrrad, Paddeln auf der Trave, Vorträge zum kreativen Gärtnern, eine Rallye zum Thema „Vergessenes Gemüse“ und Wildkräuterführungen. Mit geschulter Begleitung kann Lübecks Natur erkundet und genossen werden.

Waldbaden im Wesloer Forst

Zu den Highlights des Programms wird sicherlich das Thema Waldbaden gehören, was in Japan unter dem Namen „Shinrin Yoku“ bereits seit Jahrzehnten praktiziert wird. Hier steht das Naturerlebnis im Mittelpunkt, das Eintauchen in die Stille des Waldes. Und am Sonntag, 16. Juni, ist erneut der Öko- und Vielfaltsmarkt im Domhof beim Museum für Natur und Umwelt. Dort stellen viele Initiativen und Vereine aus Lübeck und aller Welt ihre Arbeit vor. In diesem Jahr steht dabei Afrika im Mittelpunkt. Das gedruckte Programm liegt im Museum für Natur und Umwelt und an weiteren Stellen im Stadtgebiet aus. „Da die öffentliche Sensibilität für Klima, Natur und Umwelt weiter steigt, werden wir bestimmt die Besucherzahlen des vergangenen Jahres mit über 2000 nochmal toppen“, schätzt Ingrid Bauer, ebenfalls aus dem Bereich Umwelt-, Natur- und Verbraucherschutz.

Das komplette Programm gibt es unter und .

Das bieten die Aktionstage Artenvielfalt

Zu den Highlights des Programms zählt unter anderem das Thema Waldbaden. Am Freitag, 14. Juni, bieten die Aktionstage Interessierten um 15.30 Uhr die Chance, das Waldbaden im Wesloer Wald auszuprobieren; therapeutisches Waldbaden steht am Sonnabend, 15. Juni, von 10 bis 12 Uhr in Groß Schwansee auf dem Programm.

Das Motto „Biotope schaffen und verbinden“ steht bei zahlreichen Programmpunkten im Vordergrund. Unter dem Titel „Ökolandbau und Biodiversität: Da geht mehr!“ werden beispielsweise in einem anschaulichen Vortrag die Vorzüge des Ökolandbaus aufgezeigt, während der Landschaftspflegeverein Dummersdorfer Ufer für Jung und Alt seine Biotope auf dem Schafberg öffnet und damit seinen insektenfreundlichen Garten mit Streuobstwiese, Hühnergehege, Kräuterbeet, heimischen Wildstauden und einem Naturbiotop mit Sumpflandschaft zugänglich macht

Biotopentwicklung geschieht auch im Interkulturellen Treff Moislinger Baum in der Traveniederung, wo Artenhilfsmaßnahmen für Wildkräuter, Fledermäuse, Wildbienen und Vögel bestaunt werden können. Hier sind im vergangenen Jahr neue Hochbeete und Weidengeflechte entstanden, um die vorhandene Vielfalt an Lebensräumen im Obstbiotop zu erweitern.

Der Öko- und Vielfaltsmarkt lädt am Sonntag, 16. Juni, zum Besuch ein. Von 11 bis 17 Uhr gibt es im Domhof beim Museum für Natur und Umwelt eine Menge zu entdecken. Zahlreiche Initiativen und Vereine aus Lübeck und aller Welt stellen ihre Arbeit vor. In diesem Jahr steht dabei Afrika besonders im Fokus.

Das komplette Programm mit der Übersicht über alle Veranstaltungsorte, Termine und Angebote gibt es unter www.museum-fuer-natur-und-umwelt.de und www.unv.luebeck.de. Das gedruckte Programm liegt im Museum für Natur und Umwelt und an weiteren Stellen im Stadtgebiet aus.

Michael Hollinde

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