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Lokales Lübeck Lübeck bekommt ein Fraunhofer-Institut für Medizintechnik
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20:44 13.12.2019
Die Fraunhofer Einrichtung in Lübeck: Beheimatet ist sie in einem spektakulären Neubau auf dem Hochschul-Campus. Jetzt wird sie zum Fraunhofer-Institut für Medizintechnik erweitert. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen
Lübeck

Mächtige Investitionen: Lübecks Wissenschaft wird aufgewertet. Nach LN-Informationen soll die Hansestadt ein Fraunhofer-Institut für Medizintechnik erhalten. Satte 43 Millionen Euro bis 2027 werden für die Forschungseinrichtung in Lübeck vorgesehen. Das ist der Plan von Land und Fraunhofer-Gesellschaft. Das Kabinett muss die Millionen-Investition noch absegnen. Voraussichtlich bis Februar 2020. In Lübeck wäre damit das zweite Fraunhofer-Institut in Schleswig-Holstein beheimatet. Bisher gibt es nur eines in Itzehoe.

Ein Plan von Land und Fraunhofer

Die Bestätigung kommt aus Kiel. „Ich halte das für ein richtig gutes Investment“, sagt Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP). „Wenn jetzt die neuen Aktivitäten mit einfließen, dann erhält das Fraunhofer-Institut neue Strahlkraft.“ Bildungsministerin Karin Prien (CDU) stimmt zu: „Die Pläne für eine Erweiterung der Portfolios der bestehenden Fraunhofer Einrichtung um den Bereich der Medizintechnik sind eine große Chance.“ Die Fraunhofer-Gesellschaft spricht ebenfalls davon, dass die jetzige Einrichtung „künftig um weitere zukunftsträchtige Bereiche erweitert werden“ könne.

Jetzige Fraunhofer Einrichtung wird erweitert

Geplant ist: Die bisherige Lübecker Fraunhofer-Einrichtung für Marine Biotechnologie und Zelltechnik wird aufgewertet zum Institut. Sie erhält einen neuen Namen: Frauenhofer-Institut für individualisierte Medizintechnik. Dieses Institut wird doppelt so groß wie die jetzige Einrichtung – gleich in dreifacher Hinsicht.

Ein Neubau für 30 Millionen Euro: Für die Fraunhofer-Einrichtung hat die EU satte 15 Millionen Euro gegeben, der Bund und das Land jeweils 7,5 Millionen Euro. Baustart für die Einrichtung war 2013, eröffnet wurde sie 2015. Der Bau ist platziert zwischen Uni-Mensa und der Fachhochschule am Mönkhofer Weg. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen

43 Millionen Euro für die Forschung

Nummer eins: Die Fördergelder werden verdoppelt. 45 Millionen Euro haben EU, Bund und Land seit 2008 investiert in die Einrichtung. Jetzt werden weitere 43 Millionen Euro bis 2027 vorgesehen. Losgehen soll es schon im nächsten Jahr: Geplant sind die ersten Investitionen von 13,5 Millionen Euro bis 2022.

Zahl der Mitarbeiter wächst auf 80

Nummer zwei: Die Zahl der Mitarbeiter verdoppelt sich ebenfalls – von jetzt 40 auf dann 80 Wissenschaftler. Derspektakuläre Neubau auf dem Hochschul-Campus bleibt weiterhin der Sitz des Fraunhofer Institutes. Es steht auf einem 10 000 Quadratmeter großen Grundstück auf dem Hochschul-Campus – und hat 5600 Quadratmeter Fläche.

Engere Zusammenarbeit mit der Uni

Nummer drei: Das Fraunhofer-Institut soll enger mit der Universität verzahnt werden. Bisher arbeitet die Einrichtung mit einem Uni-Institut zusammen, dann soll die Zusammenarbeit auf drei Institute erweitert werden.

Freut sich über ein größeres Fraunhofer-Institut in Schleswig-Holstein: Wirtschafts- und Technologieminister Bernd Buchholz (FDP). Quelle: dpa

Drei Fragen an Minister Bernd Buchholz (FDP)

Was bedeutet ein Fraunhofer-Institut für Individualisierte Medizintechnik für Lübeck und Schleswig-Holstein?

Bernd Buchholz: Wir wollen die jetzige Einrichtung Marine Biotechnologie und Zelltechnik aufwerten – und größer machen. Denn wir müssen alles dafür tun, mehr Technologie-Transfer in unserem Land hinzubekommen. Dafür ist ein Fraunhofer-Institut geradezu gemacht. Wenn wir aus der jetzigen Einrichtung etwas Größeres machen, in dem wir zwei weitere Institute der Uni dazu packen, schaffen wir eine noch größere, noch schlagkräftigere Einrichtung – einen Leuchtturm. Dieses Fraunhofer-Institut für Individualisierte Medizintechnik soll betonen, dass wir in dem Life Science Bereich einen besonderen Schwerpunkt in Schleswig-Holstein haben - und gerade auch in Lübeck.

Das steckt etliche Millionen in das Fraunhofer-Institut. Was soll am Ende hinten rauskommen?

Buchholz: Man darf nicht rechnen: Wir stecken 40 Millionen Euro rein – und wollen den Betrag X wieder raus haben. Sicher, dass Land investiert viel Geld. Aber es ist gut angelegten Geld, wenn wir dadurch den Technologie-Transfer wirklich beschleunigen können – und in Unternehmen Wertschöpfung entsteht. Wichtig ist, dass wir anwendungsorientiert forschen. Heißt: Dass an diesem Institut in enger Zusammenarbeit mit Wirtschaftsunternehmen an den Themen geforscht und gearbeitet wird, die sich unmittelbar auch übersetzen lassen. Wenn uns das gelingt, dann bedeutet das auch Gründungen von neuen Firmen, Start-Up-Unternehmen. Darauf kommt es an.

Die Einrichtung wird verdoppelt – finanziell und personell. Bleibt die Forschungsrichtung Marine Biotechnologie erhalten?

Buchholz: Ja, sie soll erhalten bleiben – als Teil des Fraunhofer-Instituts für Individualisierte Medizintechnik. Aber es kommen eben auch zwei sehr renommierte Professoren dazu, die ihre Uni-Aktivitäten ins Fraunhofer-Institut einbringen. Sie wollen sehr stark anwenderorientiert unterwegs sein. Das ist ein großer Schritt – auch für sie. Man hat auf den Campus einen großen Fraunhofer-Neubau hingestellt, der überhaupt nicht ausgefüllt und ausgelastet ist. Wenn jetzt die neuen Aktivitäten dort mit einfließen, dann erhält das Fraunhofer-Institut neue Strahlkraft. Ich halte das für ein richtig gutes Investment.

Führungswechsel geplant

Dadurch bahnt sich offenbar ein Wechsel in der Führungsspitze des Fraunhofer-Institutes an. Denn: Bisher arbeitet die Fraunhofer-Einrichtung mit dem Institut Medizinische und Marine Biotechnologie zusammen. Professor Charli Kruse ist der Leiter. Kruse ist zudem Chef der Fraunhofer-Einrichtung. Seit 2004 hat er sie aus dem Nichts aufgebaut.

Neuer Chef für das Fraunhofer-Institut

Geplant ist, dass zwei weitere Institute der Uni mit dem Fraunhofer-Institut zusammenarbeiten. Das Institut für Medizinische Elektrotechnik von Professor Philipp Rostalski und das Institut für Medizintechnik von Professor Thorsten M. Buzug. Dem Vernehmen nach soll Buzug der neue Leiter des Fraunhofer-Institutes für Medizintechnik werden.

Wunsch der Universität Lübeck: „Haus der Medizintechnik

Für die Lübecker Universität geht mit dem Fraunhofer-Institut für Medizintechnik ein alter Wunsch in Erfüllung. Der ehemalige Uni-Präsident Hendrik Lehnert wollte schon drei Jahren ein „Haus der Medizintechnik auf dem Uni-Campus verwirklichen. Damals allerdings ohne Erfolg.

Von Josephine von Zastrow

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