Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lübeck Lübeck startet neuen Bürgerservice
Lokales Lübeck Lübeck startet neuen Bürgerservice
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:01 24.09.2019
LN-Redakteurin Sabine Risch hat im August 2015 den Bürgerservice getestet und über den Warteärger berichtet. Die Stadt will mit neuen Konzepten gegensteuern. Quelle: Foto: Wolfgang Maxwitat
Lübeck

Eine neue Ära bricht an. Die Hansestadt will wieder Dienstleister für die Bürger sein, will sie nicht länger in abgestandenen Stadtteilbüros empfangen, ihnen Warteschlangen und monatelange Terminvergaben zumuten. Erste Station der schönen neuen Welt: das neue Bürgerservicebüro in der Carl-Gauß-Straße 9 im Hochschulstadtteil.

Bürgermeister, Innensenator, Abteilungsleiterin und Sachgebietsleiterin haben zum „soft opening“ geladen. Seit Dienstag testen die Kfz-Händler die Abläufe. Funktioniert die IT, funktioniert der Kassenautomat? „Die Kfz-Zulassung für die Händler wird vom Meesenring hierher verlegt“, erklärt Innensenator Ludger Hinsen (CDU). Ab 1. November können dann die Bürger ihre Melde- und Kfz-Angelegenheiten hier erledigen.

Aufladestation für Handys und öffentliches WLan

Noch ist einiges zu tun. Am Eingang fehlt noch ein Hinweisschild. In der Wartezone wird eine Spielecke eingerichtet, an die Wand kommt eine LN-Mediabox. Die Aufladestation für Handys ist bereits installiert, es gibt eine vernünftige Mülltrennung, einen Kassenautomaten, der auch EC-Karten akzeptiert, öffentliches WLan und ordentliche Sozialräume für die Mitarbeiter.

Die Räume hat die Stadt für zehn Jahre gemietet. Bürgermeister Jan Lindenau (SPD) und sein Innensenator nehmen Geld in die Hand, um den Bürgerservice wieder aufzurichten. Es gibt mehr Personal. In den vier großen Standorten Königpassage, Meesenring, Kücknitz und Moisling werden zehn bis 15 Mitarbeiter sitzen. Lindenau: „Früher mussten die kleinen Stadtteilbüros oft schließen, weil Mitarbeiter krank waren.“

Den Anfang macht der Hochschulstadtteil

Das Bürgerservicebüro im Hochschulstadtteil, das ab 1. November an zwei Tagen geöffnet hat, ist die Außenstelle von Moisling. Die Hauptstelle am Moislinger Berg 1 soll am 1. Dezember wieder ans Netz gehen. „Mit viel Glück eröffnet in diesem Jahr auch noch Kücknitz“, erklärt Bürgermeister Lindenau, „das hängt von den Möbeln ab.“

Königpassage startet im ersten Quartal 2020

Im ersten Quartal 2020 soll das große Bürgerservicebüro in der Königpassage an den Start gehen. Umbauten würden bereits laufen, sagt Lindenau. Bei der Außenstelle Travemünde ringt die Verwaltung noch mit dem Schulrat. Der Bürgermeister: „Wir sind im Austausch, eine Lösung ist angestrebt.“

Probleme bereitet weiterhin die Suche nach einer Immobilie in St. Lorenz Nord. Bis heute hat die Verwaltung keine geeigneten Räume gefunden. Nicht einmal mithilfe eines Maklers. „Entweder waren die Räume zu klein oder sie lagen im fünften Stock“, berichten Bürgermeister und Innensenator, „wir brauchen mindestens 600 bis 700 Quadratmeter.“

Kfz-Händler als Tester

Kfz-Händler als Versuchskaninchen: Die Profis testen für die Stadt die Prozesse im neuen Bürgerservicebüro im Hochschulstadtteil. Die Kfz-Zulassung der Händler wechselt vom Meesenring in die Carl-Gauß-Straße. Ab 1. November können dann alle Bürger ihre Angelegenheiten hier erledigen. Das Büro ist mittwochs von 14 bis 18 Uhr und freitags von 8 bis 12 Uhr geöffnet. Kfz-Händler können sich ab 1. Oktober per Mail (haendlerschalter@luebeck.de) oder telefonisch (0451/122 33 50) bei den Mitarbeitern melden.

Innenstadt, Meesenring, Moisling, Kücknitz, Travemünde, Hochschulstadtteil und St. Lorenz – damit wäre Lübeck sogar besser aufgestellt als vor der großen Einspar-Operation. Zu Zeiten des früheren Innensenators Bernd Möller (Grüne) beschloss die Bürgerschaft, die sechs Stadtteilbüros auf zwei herunterzufahren. Die Folge: Schlangen vor dem Stadtteilbüro in der Innenstadt und zeitweise Chaos in der Kfz-Zulassung.

Beim Abbau der Stadtteilbüros wurde kaum Geld eingespart

„Der Rückbau war ein Fehler“, bekennt der Bürgermeister, „durch die Schließungen ist faktisch nahezu nichts eingespart worden.“ Das Personal sei geblieben, die Mieten für die Gebäude seien weiterhin aufgelaufen. Mit dem Beginn der neuen Ära nutze die Stadt die Chancen, „den Bürgerservice von Grund auf neu aufzustellen“, erklärt Lindenau.

Die Bürger können künftig an allen Standorten alle Melde- und Kfz-Angelegenheiten erledigen. Warteschlangen soll es nicht mehr geben. Die Bürger vereinbaren online oder telefonisch Termine mit den Mitarbeitern. Innensenator Hinsen, der sich nahezu täglich den Sachstand melden lässt: „Wir vergeben jetzt sogar tagesaktuelle Termine.“

Von Kai Dordowsky

Zwei Beispiele der Kooperation von Schule, Handwerkskammer und Betrieb: Das Trave-Gymnasium kooperiert mit Habotec, die Schule an der Wakenitz mit Elektro Haaker und der R+S Solutions GmbH

24.09.2019

Ungewöhnliches Fahndungsfoto: Die Polizeidirektion Lübeck hat das Bild eines Stofftieres veröffentlicht, das ein Beamter am 23. September gefunden hat. Wem gehört der Hase vom Lindenplatz?

24.09.2019

Die deutschen Hochschulen beklagen gravierende Mängel bei der Studierfähigkeit von Abiturienten. Lübecks Uni und TH suchen nach Gegenrezepten. Mit Kompaktwochen und Vorkursen wollen sie die Abbrecherquoten senken.

24.09.2019